Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/coronavirus-konzerne-stoppen-produktion-von-elektroautos-2003-147277.html    Veröffentlicht: 16.03.2020 23:18    Kurz-URL: https://glm.io/147277

Coronavirus

Konzerne stoppen Produktion von Elektroautos

Wegen des Coronavirus stehen viele Autofabriken in Europa bereits still. Das betrifft auch die Produktion von Elektroautos.

Die Coronavirus-Pandemie wirkt sich inzwischen stark auf die Autoproduktion in Europa aus. Der französische Konzern PSA, zu dem der deutsche Hersteller Opel gehört, kündigte die vorübergehende Schließung von 15 Autofabriken in sieben europäischen Ländern an. Betroffen davon ist die Produktion des vollelektrischen Opel Corsa-e, der seit einigen Wochen im spanischen Saragossa vom Band läuft. Weitere Konzerne und Modelle sind ebenfalls betroffen.

PSA mit den weiteren Marken Peugeot, Citroën, DS und Vauxhall begründete die Werksschließungen mit "der in den letzten Tagen beobachteten Beschleunigung schwerwiegender Covid-19-Fälle in der Nähe bestimmter Produktionsstätten, Versorgungsschwierigkeiten bei großen Zulieferern sowie des plötzlichen Rückgangs der Automobilmärkte". Die Komponenten- und Motorenwerke würden entsprechend geschlossen. Je nach Standort schließen die Fabriken zwischen dem 16. und 19. März bis zum 27. März 2020.

Der vollelektrische Corsa-e sollte vom Januar 2020 an in Saragossa vom Band laufen und im Frühjahr an die Kunden ausgeliefert werden. Der Corsa-e ist das erste rein elektrisch angetriebene Auto des Konzerns und basiert auf der Plattform e-CMP, die auch der Peugeot e-208 und der DS 3 Crossback E-Tense nutzen.

Renault stoppt Produktion in Frankreich

Der französische Konzern Renault kündigte ebenfalls an, sämtliche Produktionsstandorte in seinem Heimatland vorübergehend zu schließen. Das betreffe zwölf Standorte mit 18.000 Mitarbeitern. Damit ist auch die Produktion des vollelektrischen Zoe im Renault-Werk Flins bei Paris vorerst lahmgelegt. Die Werksschließungen könnten je nach Situation auf andere europäische Staaten ausgedehnt werden. Einen geplanten Termin für die Wiederaufnahme der Produktion nannte Renault nicht. Diese erfolge, sobald es die Bedingungen zuließen.

Der Konzern FiatChrysler kündigte ebenfalls die Schließung mehrerer Produktionsstätten in Italien, Serbien und Polen an (PDF). Begründet wurde der Stopp mit der "Unterbrechung der Marktnachfrage". Der US-Konzern Ford schloss nach Angaben spanischer Medien seine Fabrik in Valencia für eine Woche.

E-Tron-Produktion vorübergehend gestoppt

Auch der Volkswagen-Konzern ist von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters stoppte die Produktion im Werk Brüssel, weil Mitarbeiter aus Sorge um den Virenschutz die Arbeit vorübergehend niedergelegt hätten. Diese Bedenken hätten aber in Gesprächen zwischen Gewerkschaftsvertretern und Management ausgeräumt werden können. Bei der Produktion des E-Tron hat Audi ohnehin mit Lieferproblemen bei den Akkuzellen zu kämpfen.

Unter Berufung auf einen Insider berichtet Reuters, dass VW wegen fehlender Teile die SUV-Produktion im Stammwerk in Wolfsburg an zwei Tagen aussetzen müsse. Einem VW-Sprecher zufolge werde die Versorgung der Werke mit Teilen durch die Grenzschließungen in Europa immer herausfordernder. Bisher sei die Versorgung der deutschen Werke aber gewährleistet. Auf die Anfrage von Golem.de, ob die Produktion des vollelektrischen ID.3 in Zwickau durch die Coronavirus-Pandemie beeinträchtigt werde, hat VW bislang nicht reagiert.

Nachtrag vom 17. März 2020, 9:41 Uhr

Auch Volkswagen will offenbar die Produktion weitgehend aussetzen. Am 18. März 2020 solle "an den allermeisten Standorten" die vorerst letzte Schicht laufen, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf den VW-Betriebsrat. In den vergangenen Tagen habe es auch in deutschen Werken erste bestätigte Fälle von Infektionen mit dem Coronavirus gegeben. Wie lange die Produktion unterbrochen werden solle, sei unklar. VW-Chef Herbert Diess sagte demnach, viele Standorte richteten sich auf zwei Wochen Unterbrechung ein.

Nachtrag vom 17. März 2020, 11:29 Uhr

Auf der Jahrespressekonferenz sagte Diess nach Angaben des Branchenportals Edison, dass trotz der Werksschließungen die Auslieferungen des ID.3 im Sommer starten sollten. Auch könnten die Flottengrenzwerte für den C02-Ausstoß weiterhin eingehalten werden. Das Produktionsziel von 100.000 ID.3 in Zwickau solle ebenfalls erreicht werden.  (fg)


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