Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/xbox-series-x-microsoft-legt-technische-daten-offen-2003-147269.html    Veröffentlicht: 16.03.2020 14:24    Kurz-URL: https://glm.io/147269

Xbox Series X

Microsoft legt technische Daten offen

Im 360-mm²-Chip der Xbox Series X stecken acht Kerne und eine Raytracing-Grafikeinheit. Der asymmetrische Arbeitsspeicher wird mit einer NVMe-SSD kombiniert. Die Microsoft-Konsole hat knapp sieben Liter Volumen.

Microsoft hat die Spezifikationen der Xbox Series X alias Anaconda bekanntgegeben: Die Spielekonsole misst 30 x 15 x 15 cm, weshalb das Volumen des Systems mit rund 7 Litern höher ausfällt als bei einer Xbox One oder Xbox One X. Anschlusseitig gibt es einen HDMI-2.1-Ausgang, Gigabit-Ethernet, drei USB-3.2-Gen(?)-Type-A-Ports, ein 4K-Blu-ray-Laufwerk und einen Steckplatz, um den internen Speicher per externer 1-TByte-SSD zu erweitern.

Im Inneren der Xbox Series X rechnen 15,3 Milliarden Transistoren auf einem 360 mm² großen Chip, er wird laut Microsoft in einem erweiterten 7-nm-Verfahren produziert. Gemeint ist damit N7P (DUV, Immersionslithographie) statt N7+ (EUV, extrem ultraviolette Belichtung). Das SoC integriert acht Kerne mit modifizierter Zen-2-Architektur von AMD, unter anderem wurde die Größe des L3-Caches reduziert. Die Cores takten mit 3,8 GHz bei acht Threads oder mit 3,66 GHz bei 16 Threads - das obliegt den Spieleentwicklern, die jedoch nur auf sieben Kerne zugreifen können, denn einer ist für das Betriebssystem reserviert.

Die Grafikeinheit basiert auf der RDNA2-Architektur, insgesamt sind 52 (von 56) Compute Units und somit 3.328 Shader-Einheiten aktiv. Die GPU unterstützt Raytracing in Hardware, konkret wird wie bei Nvidias RT-Cores die Schnittpunktprüfung zwischen Strahlen und Polygonen beschleunigt. Es wird DXR Tier 1.1 mit Funktionen wie Mesh Shader und Sampler Feedback Streaming verwendet. Überdies wird DirectML unterstützt, die GPU kann daher mit FP16/INT8/INT4-Formaten umgehen.

Beim Arbeitsspeicher setzt Microsoft auf ein 320-Bit-Interface mit 16 GByte GDDR6. Davon sind 10 GByte schneller und 6 GByte langsamer angebunden - für Spiele stehen bis zu 13,5 GByte (10+3,5) bereit. Alle Daten liegen auf einer 2,4 GByte/s flotten 1-TByte-NVMe/PCIe-Gen4-SSD, welche die Xbox Velocity Architecture nutzt. Hier fasst Microsoft mehrere Techniken zusammen, etwa Directstorage und Hardwarekompression, um die CPU zu entlasten. Kleines Detail: Auf der Platine ist ein Anaconda-Logo, denn so lautet der Codename der Xbox Series X. Zudem wichtig: Wichtige Details: Der Chip der Konsole ist zur Xbox One (X) abwärtskompatibel, es werden zwei entsprechende Legacy-Modi unterstützt.

 (ms)


Verwandte Artikel:
Microsoft: Xbox Series X und der externe Speicher   
(17.03.2020, https://glm.io/147304 )
Konsolen: Neue Xbox-Konsolen heißen offenbar Anaconda und Lockhart   
(19.12.2018, https://glm.io/138330 )
Teams: Microsoft beschränkt Office 365 für mehr Teams-Kapazitäten   
(18.03.2020, https://glm.io/147323 )
Sony: Playstation 5 hat einheitlichen RAM und schnellere SSD   
(18.03.2020, https://glm.io/147339 )
Microsoft: Was in den 400-mm²-Chip der nächsten Xbox passt   
(09.01.2020, https://glm.io/145951 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/