Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ausgangssperre-festnetz-und-mobilfunk-in-spanien-wegen-corona-ueberlastet-2003-147267.html    Veröffentlicht: 16.03.2020 14:03    Kurz-URL: https://glm.io/147267

Ausgangssperre

Festnetz und Mobilfunk in Spanien wegen Corona überlastet

Bei weiterer Verschärfung könnte es auch die Netze in Deutschland treffen.

Die Telefónica Spain hat angesichts von Millionen Menschen im Homeoffice und Tele Learning zu einer vernünftigen Nutzung von Mobilfunk und Festnetz aufgerufen. Das gab die Telefónica am 15. März 2020 bekannt. Es werde gebeten, die Nutzung von Videostreaming oder -games auf Zeiten außerhalb der Spitzenzeiten zu verlagern. Festnetztelefonie anstelle des Mobiltelefons wird nach Möglichkeit empfohlen.

Die IP-Netzwerke verzeichnen einen Anstieg des Datenverkehrs um fast 40 Prozent, während die mobile Telefonie um etwa 50 Prozent und die Datennutzung und 25 Prozent zunimmt, erklärte die Telefónica Spain.

Seit Samstagabend hat Ministerpräsident Pedro Sánchez den nationalen Notstand ausgerufen. Auf die Straße darf man nur noch, wenn es unbedingt notwendig ist, zur Arbeit oder zum Einkaufen. Alle Cafés, Bars, Restaurants und Geschäfte bleiben geschlossen, nur Lebensmittelläden und Apotheken sind ausgenommen. Nach Italien ist Spanien das von Corona am stärksten betroffene Land Europas. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat Madrid als Risikogebiet eingestuft.

Der vermehrte Einsatz von Telearbeit zeige sich in der Netzwerklast: Der Verkehr mit Remote-Work-Tools wie Skype und Webex habe sich vervierfacht. Die Netzbetreiber Movistar, Orange, Vodafone, Grupo Masmovil und Grupo Euskaltel überwachten das Netz und ergriffen Maßnahmen, um die Kapazität zu stärken, ähnlich denen, die im Sommer in den Küstengebieten implementiert werden, erklärte Telefónica. Dazu gehörten Maßnahmen zur Redundanz für die Zentren, wo die Dienste verwaltet werden, die Diversifizierung der Technik und Umleitung von Aktivitäten zur Erbringung von Diensten von anderen Standorten.

Die Betreiber erhöhten die Kapazität der Netze, indem sie mehr Ausrüstung in Betrieb nahmen und die Kapazität vorhandener Technik steigerten. "Diese Maßnahmen sind jedoch nicht sofort wirksam", betonte Telefónica. Nutzer sollen womöglich auf Videokonferenznutzung zugunsten von Chat verzichten, nur Dateien herunterladen, die sie wirklich benötigen und das Versenden unnötig großer E-Mails vermeiden.

 (asa)


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