Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/telekom-t-systems-baut-keine-konnektoren-fuer-e-gesundheitskarte-mehr-2003-147217.html    Veröffentlicht: 12.03.2020 17:51    Kurz-URL: https://glm.io/147217

Telekom

T-Systems baut keine Konnektoren für E-Gesundheitskarte mehr

Rückzug oder Strategiewechsel? Eigene Konnektoren aus Hardware kommen nicht mehr von T-Systems.

T-Systems wird keine weiteren Konnektoren für die E-Gesundheitskarte mehr fertigen. Das teilte die Deutsche-Telekom-Tochter der Redaktion von Handelsblatt Inside Digital Health mit. Über Konnektoren erfolgt der Zugriff des Praxisverwaltungssystems auf die Kartenterminals und die Kommunikation mit der zentralen Telematik-Infrastruktur. T-Systems hat die Geräte bisher zusammen mit einem Partner selbst entwickelt und gefertigt.

T-Systems hat einen Vertrag mit Secunet abgeschlossen, der die Kunden in der zweiten Jahreshälfte mit neuen Konnektoren beliefern wird. Die Kosten der Umrüstung der 15.000 bis 20.000 Konnektoren wird T-Systems tragen müssen, berichtet Handelsblatt Inside aus dem Unternehmen. Branchenkreisen zufolge sind es Ausgaben im zweistelligen Millionenbereich, erklärte das Handelsblatt.

Ziel ist die Einführung einer umfassenden digitalen Patientenakte bis 2021: Neben der elektronischen Gesundheitskarte will Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Patienten auch alternative Zugänge zu ihren Daten ermöglichen, etwa über Smartphone-Apps. Die Daten liegen bisher in den Arztpraxen, weshalb der Patient nicht von außen darauf zugreifen kann, weil dort keine Server stehen. Laut Brancheninsidern müssen alle Hersteller künftig neue Konnektoren bauen, hat Golem.de erfahren.

T-Systems-Sprecher Rainer Knirsch sagte Golem.de auf Anfrage: "Wir steigen nicht aus dem Markt aus, wir ziehen uns auch nicht teilweise zurück. Wir wechseln unsere Strategie. Es ist ein bewusster Wechsel, denn der Markt bewegt sich auf die Kernkompetenzen einer Telekom zu."

Statt auf Hardware konzentriere man sich künftig auf Software auf dem Smartphone und in der Cloud. Diese Software werde in Zukunft Ärzte, Apotheker oder Krankenhäuser mit dem gesicherten Gesundheitsnetz verbinden.

"Früher oder später wird sich der Konnektor dazu verändern müssen. Er wandert entweder als Software gesichert in die Cloud oder direkt auf das Smartphone", sagte Knirsch. Wann das passiert, sei noch nicht klar.

 (asa)


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