Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/wikileaks-chelsea-manning-im-krankenhaus-2003-147199.html    Veröffentlicht: 12.03.2020 10:35    Kurz-URL: https://glm.io/147199

Wikileaks

Chelsea Manning im Krankenhaus

Die Wikileaks-Informantin Chelsea Manning erholt sich nach einem Suizidversuch. Zu einer Anhörung am 13. März kann sie voraussichtlich erscheinen.

Die frühere Wikileaks-Informantin Chelsea Manning hat nach Angaben ihrer Anwälte in einem Gefängnis in Alexandria (US-Bundesstaat Virginia) einen Suizidversuch unternommen. Sie sei in ein Krankenhaus gebracht worden und erhole sich dort, hieß es am 11. März 2020 in einer Mitteilung ihrer Anwälte, die der dpa vorlag. Es sei weiterhin geplant, dass die Whistleblowerin am 13. März zu einer Anhörung vor einem Bundesgericht erscheinen werde, hieß es.

Manning sitzt seit Mai 2019 wegen Missachtung des Gerichts in Beugehaft. Sie hatte sich geweigert, über den Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, auszusagen. Anwälte haben ihre Freilassung beantragt.

Die Whistleblowerin hatte Wikileaks 2010 Hunderttausende geheime Militärdokumente zukommen lassen und damit US-Kriegsverbrechen öffentlich gemacht. Es geht dabei um die US-Militäreinsätze und Kriegsverbrechen im Irak und in Afghanistan. Sie wurde 2010 in Untersuchungshaft genommen. 2013 wurde sie bei einem Militärgerichtsverfahren zu 35 Jahren Haft verurteilt. Manning kam 2017 frei, nachdem der damalige US-Präsident Barack Obama die vorzeitige Freilassung angeordnet hatte.

Auch Assange weiterhin in Haft

Auch der Wikileaks-Gründer Julian Assange sitzt in Haft, obwohl er seine Strafe bereits abgesessen hat. In Großbritannien wurde er wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen zu 50 Wochen Haft verurteilt, diese Freiheitsstrafe endete am 22. September. Aufgrund seiner "Fluchtvergangenheit" muss Assange jedoch im Gefängnis verbleiben, bis die Gerichte über einen Auslieferungsantrag der USA entschieden haben. Der UN-Sonderberichterstatter für Folter ist besorgt über Assanges Zustand, in einem Appell forderten kürzlich über 130 Politiker, Künstler und Journalisten die sofortige Freilassung Assanges - darunter ehemalige Bundesminister.

Anmerkung der Redaktion: Golem.de berichtet sehr behutsam über das Thema Suizid. Denn es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Arten der Berichterstattung durch Identifikation Nachahmungstaten zur Folge haben, gerade wenn der Betroffene eine prominente Person ist. Haben Sie selbst Suizidgedanken oder suchen Hilfe als Angehöriger, finden Sie professionelle Hilfe etwa bei der Telefonseelsorge unter den Rufnummern 0800 - 111 0 111 und 0800 - 111 0 222 oder im Internet. Weitere Informationen finden Sie über die Seiten der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.  (mtr)


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