Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/9-terabit-coronavirus-treibt-de-cix-zu-neuem-datenrekord-2003-147178.html    Veröffentlicht: 11.03.2020 11:31    Kurz-URL: https://glm.io/147178

9 Terabit

Coronavirus und CoD treiben DE-CIX zu neuem Datenrekord

In Zeiten des Coronavirus werden Internetdienste stark genutzt. Zum Datenrekord am DE-CIX hat wohl auch ein Call-of-Duty-Release beigetragen.

Am Internetknoten DE-CIX in Frankfurt am Main ist am 10. März 2020 ein neuer Spitzenwert beim Datendurchsatz gemessen worden. Mit mehr als 9,1 Terabit pro Sekunde sei eine "neue Weltrekordmarke" gesetzt worden, teilte der Betreiber am Mittwoch mit. Der neue Rekordwert mache deutlich, "dass durch die Jahreszeit, wie auch die außergewöhnliche Situation, die die Menschen derzeit durch den Covid-19 Virus erleben, die Internetnutzung eine immer größere Rolle spielt". Der Spitzenwert wurde der Statistik zufolge gegen 21 Uhr erreicht. Um 20 Uhr war zudem das Actionspiel Call of Duty Warzone zum Download freigeschaltet worden.

Dem DE-CIX zufolge war die Marke von 8 Terabit pro Sekunde im Dezember 2019 erstmals überschritten worden. Damit sei der Datendurchsatz in nur wenigen Monaten um mehr als zwölf Prozent gesteigert worden. "Der DE-CIX in Frankfurt ist und bleibt somit der Internetknoten mit dem höchsten Datendurchsatz weltweit", hieß es. Generell bewege sich der Datenverkehr an Internetknoten entlang von Wellenbewegungen und spiegele den täglichen Internet-Nutzungsrhythmus wider, beginnend morgens um 6 Uhr mit seinem Höhepunkt gegen 21 Uhr. Auch saisonale Veränderungen könnten registriert werden.

Im vergangenen September 2019 hatte der DE-CIX die Marke von 7,1 Terabit geknackt, als Apple seine iOS-Version 13 ausgeliefert hatte.

Für noch mehr Datentraffic im Netz sorgen allerdings Updates von größeren Videospielen. So verzeichnete der Netzwerkbetreiber Akamai beim Update von Fortnite Chapter 2 einen Traffic von bis zu 106 Terabit pro Sekunde. Allerdings liefert Akamai die Daten über sein Content Delivery Network (CDN) dezentral aus, um den Datenverkehr über die Internetknoten zu reduzieren. Streaminganbieter wie Netflix verfügen sogar über eigene CDN. Zudem bezahlt Netflix die US-Kabelnetzbetreiber für das Peering, um einen besseren Zugang zu den Nutzern zu bekommen.

Nachtrag vom 11. März 2020, 12:51 Uhr

Zu dem Datenrekord dürfte auch die Veröffentlichung von Call of Duty Warzone beigetragen haben. Der kostenlose Download hat - je nach Plattform - eine Größe von 83 bis 101 GByte. Besitzer der aktuellen Version von Modern Warfare mussten nur 18 bis 22 GByte laden. Sie konnten Warzone ab 16 Uhr deutscher Zeit an starten, alle anderen um 20 Uhr.

 (fg)


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