Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mate-30-pro-im-alltagstest-hardware-top-software-chancenlos-2003-147129.html    Veröffentlicht: 17.03.2020 09:11    Kurz-URL: https://glm.io/147129

Mate 30 Pro im Alltagstest

Hardware top, Software chancenlos

Huaweis Mate 30 Pro ist mittlerweile auch in Deutschland erhältlich - allerdings ohne Google-Apps. Im Alltagstest zeigt sich, wie dramatisch sich der fehlende Play Store auswirkt.

Als das Mate 30 Pro vorgestellt wurde, redeten die Huawei-Manager auf der Bühne lange über die Kamera und das SoC mit 5G-Modem. Ausgelassen wurde das Thema Play-Dienste: Das Mate 30 Pro kommt ohne Googles Apps und Services in den Handel, da der Boykott der US-Regierung Google Geschäfte mit dem chinesischen Hersteller untersagt.

Auf einen Deutschlandstart verzichtete Huawei zunächst, mittlerweile ist das Mate 30 Pro aber auch hierzulande erhältlich. Wir haben uns die Hardware genauer angeschaut und vor allem ausprobiert, was es heißt, ohne Play Store und Google-Apps auszukommen.



App Gallery statt Play Store

Anstelle des Play Store finden wir auf dem Mate 30 Pro nach der Einrichtung Huaweis eigenen Marktplatz App Gallery. Diesen gab es bereits auf früheren Geräten, bisher hatte Huawei ihn aber eher stiefmütterlich behandelt - es gab schließlich den weitaus besser bestückten Play Store von Google. Im Laufe der vergangenen Monate hat Huawei die App Gallery allerdings stark aufgewertet: In die sogenannten Huawei Mobile Services, zu denen neben der App Gallery unter anderem auch der Browser und der Huawei Assistant zählen, will der chinesische Hersteller 3 Milliarden US-Dollar investieren, davon 1 Milliarde in die App-Entwicklung.

Alleine in Deutschland will Huawei 25 Millionen Euro investieren, um Programmierer dabei zu unterstützen, ihre Apps in die App Gallery zu bringen. Mittlerweile bietet der Hersteller neben klassischen Apps auch die Möglichkeit sogenannter Quick Apps an, die auf HTML5 basieren. Die Maßnahmen der vergangenen Monate haben durchaus etwas gebracht: Die App Gallery weist wesentlich mehr Anwendungen auf als noch vor einem Jahr.

So finden wir beispielsweise Apps wie Booking, Opera, News Republic, Lufthansa, Deezer oder auch die Kicker-App in der App Gallery. Schnell stellen wir bei der Einrichtung des Mate 30 Pro allerdings fest, dass eine Reihe an für uns wichtige Apps fehlen. Darunter sind unter anderem Netflix, Prime Video, Spotify, im Grunde alle Car-Sharing-Apps, alle Banking-Apps, Facebook, Instagram, Whatsapp, Signal sowie weitere Messenger. Die Liste lässt sich weiterführen, da die Auswahl in der App Gallery zum jetzigen Zeitpunkt schlichtweg noch nicht gegeben ist.

Youtube und Facebook lassen sich im Browser nutzen

Einige der fehlenden Anwendungen lassen sich einfach durch die entsprechenden mobilen Webseiten ersetzen. Das ist bei Facebook der Fall, aber auch bei vielen Google-Apps, die aufgrund des US-Boykotts fehlen: Gmail, Youtube und - mit Abstrichen etwa durch die fehlenden Autonavigation - auch Maps lassen sich im vorinstallierten Huawei-Browser oder in einem über die App Gallery installierten Browser problemlos nutzen. Schwierig wird es aber bei Streaming-Anbietern, Car-Sharing-Diensten und Banken.

Um unsere App-Auswahl etwas aufzupeppen, haben wir uns nach weiteren Installierungsmöglichkeiten umgesehen. Naheliegend dürfte für viele Nutzer Amazons Appstore sein, der sich über die Amazon-Homepage auf das Mate 30 Pro herunterladen lässt. Darüber können wir immerhin schon mal Prime Video installieren, was nach einem Neustart des Gerätes auch funktioniert - zuvor sagte uns die App, dass eine Internetverbindung fehle. Über den Amazon Appstore erhalten wir Zugriff auf für uns wichtige Apps, die wir in Huaweis App Gallery nicht finden konnten.

Dazu zählen unter anderem Facebook, Instagram, Spotify, die NHL-App sowie zahlreiche Spiele. Trotzdem bleiben große Lücken im App-Angebot bestehen, etwa bei den Banking- und Carsharing-Apps, Banking-Anwendungen und Messengern. Die Google-Apps können wir natürlich auch nicht über den Amazon Appstore nachinstallieren.

Huawei will App-Angebot vergrößern

Huawei erklärt uns auf Nachfrage, dass bis zum Start der P40-Serie weitere beliebte Apps in der App Gallery zur Verfügung stehen sollen, ohne spezifische Namen zu nennen. Ein genaues Zeitfenster kann der Hersteller nicht nennen, da dies immer von den Entwicklern und weiteren Faktoren abhängt. Entwickler können in der App Gallery übrigens auch Apps zum Kaufen anbieten, auch In-App-Käufe sind möglich. Bisher haben wir aber kaum eine App gefunden, die diese Möglichkeiten nutzt.

Die fehlende Google-Integration macht sich nicht nur durch fehlende Apps wie Gmail oder Maps bemerkbar. Mit dem Mate 30 Pro können wir auch Googles smarte Lautsprecher oder einen Chromecast nicht verwenden, da die Cast-Funktion nicht zur Verfügung steht. Ebenso gibt es in Deutschland keine nutzbare Möglichkeit, mit dem Smartphone drahtlos zu bezahlen.

Auch viele Bluetooth-Kopfhörer, die komplett ohne Kabel auskommen, lassen sich nicht mit dem Smartphone verwenden, da vielfach eine App für die Einrichtung installiert werden muss - die es nicht gibt. Ebenfalls davon betroffen sind manche Noise-cancelling-Kopfhörer, bei denen die Konfiguration nur über eine App möglich ist.

Neben der App Gallery und alternativen App-Stores wie dem von Amazon oder auch Fdroid gibt es natürlich beim Mate 30 Pro die Möglichkeit, sich Apps direkt als APK zu installieren. Auf zahlreichen Webseiten gibt es so gut wie jede App als APK-Datei zum Herunterladen; wir würden davon allerdings stark abraten. Zum einen ist der Download nicht immer legal und zum anderen ist oftmals völlig unklar, wo die Dateien überhaupt herstammen.

Dadurch können Nutzer sich nicht sicher sein, ob sie sich nicht ein Schadprogramm installieren. Und selbst wenn es sich nicht um Malware handelt, funktionieren die auf diese Weise installierten Anwendungen häufig nicht richtig. Ein verlässlicher Weg, an fehlende Apps zu kommen, ist ein APK-Download unserer Meinung auf keinen Fall. Einige Apps sind über die Homepage der Hersteller zu bekommen. So bietet beispielsweise Facebook seinen Messenger Whatsapp als direkten Download an. Auf diese Weise können wir uns die Anwendung als APK herunterladen und installieren, ohne Gefahr zu laufen, uns Schadsoftware zu installieren.

Nachrichten-Feed ohne Einstellungsmöglichkeiten

Huawei versucht nicht nur, Nutzer durch ein verbessertes Angebot in der App Gallery zu überzeugen. Der Hersteller hat auch eine mit dem Discover-Feed des Google Assistant vergleichbare Nachrichtenübersicht in seine Benutzeroberfläche EMUI 10 integriert. Diese findet man wie bei einem Smartphone mit Google-Android, wenn wir auf dem Startbildschirm ganz nach links scrollen. Dort können wir zum einen Shortcuts zu bestimmten Apps und Funktionen des Betriebssystems ablegen. Zum anderen werden uns aktuelle Nachrichten sowie Ergebnisse unserer favorisierten Sportmannschaften angezeigt.

Während wir die Auswahl der Mannschaften konfigurieren können, ist das beim News-Feed nicht möglich. Das führt dazu, dass uns nur allgemeine Nachrichten angezeigt werden und nicht diejenigen, die uns tatsächlich interessieren. Ohne die Möglichkeit der Konfiguration ist eine derartige Nachrichtenübersicht für uns eher nutzlos.

Bezüglich der Software bleibt festzuhalten, dass Android 10 auf dem Mate 30 Pro sehr flüssig läuft und EMUI 10 auch auf Huaweis aktuellem Topmodell gut funktioniert. Der Hersteller ist zudem sichtlich bemüht, den Bedienungskomfort und die App-Auswahl zu erhöhen - in unserem Alltagstest zeigt sich aber, dass das bezüglich der Apps bisher noch nicht gereicht hat. Wir können zu viele Anwendungen nicht finden, da sie auf legalem Wege nicht zu bekommen sind. Zudem dürften sich nicht wenige Nutzer Apps im Play Store gekauft haben, für die sie in der App Gallery oder bei Amazons Appstore noch einmal Geld bezahlen müssten. Für uns ist das Mate 30 Pro besonders aufgrund der fehlenden Banking-Apps oder auch der nicht vorhandenen Car-Sharing- und Streaming-Anwendungen schlichtweg nicht alltagstauglich.

Tolles Display und starke Kamera

Das ist schade, denn bei der Hardware lässt das Mate 30 Pro im Grunde keine Wünsche offen. Das OLED-Display ist 6,53 Zoll groß und hat eine Auflösung von 2.400 x 1.176 Pixel. Die Ränder des Bildschirms sind stark über den Rand gewölbt, was den Eindruck eines nahezu fehlenden Rahmens um das Display erweckt. Die Bildqualität gefällt uns sehr gut: Inhalte sind ausreichend scharf, zudem ist der Bildschirm sehr blickwinkelstabil. Die Farben wirken natürlich; über die Einstellungen lässt sich aktivieren, dass die Farbtemperatur anhand des Umgebungslichts angepasst wird. Um die Augen zu schonen, kann zudem ein systemweiter Dark Mode aktiviert werden.

Der Bildschirm reicht so weit über den Rand hinweg, dass Huawei kaum noch Platz für die üblicherweise an der Seite angebrachten Knöpfe hat. Der Einschalter ist entsprechend weit in Richtung der Rückseite eingebaut, was uns zunächst etwas irritiert. Für eine Lautstärkewippe ist kein Platz mehr gewesen, weshalb Huawei beim Mate 30 Pro auf eine Software-Lösung setzt. Wollen wir die Lautstärke verändern, müssen wir mit unserem Finger doppelt auf den Rahmen im Bereich des Einschaltknopfes tippen. Dann öffnet sich auf dem Bildschirm der Lautstärkeregler, den wir steuern können, indem wir unseren Finger auf dem Rand hin und her bewegen. Im Alltag funktioniert das gut.

Schneller Fingerabdrucksensor, breite Notch

Der Fingerabdrucksensor ist unter dem Display eingebaut und funktioniert in unserem Test sehr zuverlässig. Das Mate 30 Pro hat eine sehr breite Notch, da neben einer Kamera auch ein IR-Blaster und eine Tiefenkamera auf der Vorderseite eingebaut sind. Dank dieser Technik lässt sich das Smartphone mit Hilfe eines Gesichtsscans entsperren, was bei uns zuverlässig und schnell funktioniert.

Bei der Kamera setzt Huawei wieder auf seinen eigenentwickelten RYYB-Sensor mit 40 Megapixeln, bei dem anstelle eines grünen Farbfilters ein gelber verwendet wird. Der Sensor kam auch im P30 Pro zum Einsatz und sorgt dort für eine hohe Lichtempfindlichkeit und scharfe Bilder. Das Mate 30 Pro hat eine Kamera mit drei Objektiven und einer Time-of-Flight-Kamera (ToF) für die Entfernungsmessung. Die Hauptkamera verwendet den 40-Meagpixel-Sensor und ein Weitwinkelobjektiv mit einer Anfangsblende von f/1.6. Die Superweitwinkelkamera nutzt erstmals in einem Smartphone von Huawei ebenfalls den 40-Megapixel-Sensor. Die Telekamera hat 8 Megapixel und bietet eine dreifache Vergrößerung - also weniger als beim P30 Pro. Der in der Qualität optimierte Hybridzoom deckt daher nur einen Bereich bis zu fünffacher Vergrößerung ab - keine zehnfache Vergrößerung wie beim P30 Pro.

Die Bildqualität der Hauptkamera ist sehr gut, was angesichts des uns bereits bekannten Sensors nicht unerwartet ist. Standardmäßig nimmt das Mate 30 Pro Bilder mit 10 Megapixeln auf, in den Einstellungen können wir auf die vollen 40 Megapixel umschalten. Dann werden die Fotos deutlich schärfer in den Details, wie wir es bereits bei früheren Huawei-Smartphones beobachten konnten. Die Belichtung ist in beiden Modi vergleichbar und in den Schatten bei Motiven mit großen Helligkeitsunterschieden immer noch etwas dunkler als bei Konkurrenzgeräten.

Neu beim Mate 30 Pro im Vergleich zum Vorgänger oder auch zum P30 Pro ist, dass wir auch beim Superweitwinkelobjektiv eine Auflösung von 40 Megapixeln verwenden können. Interessanterweise ist der Schärfegewinn hier aber nicht nennenswert. Schauen wir uns die Randbereiche der Superweitwinkelaufnahmen an, fällt uns auf, dass es weniger chromatische Aberrationen als bei vorigen Huawei-Smartphones mit derartigem Objektiv gibt.

Das Teleobjektiv eignet sich aufgrund der dreifachen Vergrößerung gut, um nicht allzu weit entfernte Objekte näher abzulichten. Wir finden die dreifache Vergrößerung im Alltag praktischer als die fünffache des P30 Pro: Dort hatten wir in der täglichen Nutzung öfter das Problem, dass das Teleobjektiv für unseren Geschmack eine zu starke Vergrößerung hatte. Ein dreifaches Tele ist für uns ein guter Kompromiss, zumal das Mate 30 Pro einen hybriden Fünffachzoom bietet. Dieser ist auch bei Huaweis aktuellem Topgerät qualitativ wieder sehr gut nutzbar. Den ebenfalls möglichen dreißigfachen Digitalzoom würden wir nur für Dokumentationszwecke verwenden.

Videos mit ruckeligem Zoom

Die Frontkamera hat eine Auflösung von 32 Megapixeln und kann dank zusätzlicher ToF-Kamera ebenfalls gute Selbstporträts mit unscharf maskiertem Hintergrund aufnehmen. Videos macht das Mate 30 Pro maximal in 4K-Auflösung, die Bildrate liegt wahlweise bei 30 oder 60 fps. Bei dieser Auflösung können Nutzer allerdings keinen der Videoeffekte verwenden, unter anderem ein unscharfer Hintergrund. Der Zoom lässt sich über einen Schieberegler während der Aufnahme einstellen, allerdings gelingen mit der Kamera des Mate 30 Pro nicht so geschmeidige Zoom-Fahrten wie etwa beim iPhone 11. Stattdessen ist sowohl während der Aufnahme als auch im fertigen Video ein merkliches Ruckeln während des Vergrößerns sichtbar. Die Videostabilisierung ist hingegen sehr gut.

Auch beim Mate 30 Pro zeigt Huawei wieder, dass das Unternehmen im Kamerabereich zu den führenden Smartphone-Herstellern gehört. Die Fotoqualität ist sehr gut. Dank ToF-Kamera sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite gelingen auch Bilder mit unscharf maskiertem Hintergrund gut. Wie bei den vorigen Huawei-Smartphones hat auch das Mate 30 Pro wieder eine KI-basierte Bildverbesserung, die bestimmte Bildparameter während der Aufnahme anpasst. Da die Verbesserungen besonders bei starkem Sonnenlicht mitunter zu etwas zu stark gesättigten Aufnahmen führt, haben wie die KI-Funktion meist deaktiviert. Das Mate 30 Pro reiht sich wie das P30 Pro wieder sehr weit vorne ein, wenn es um die Kameraqualität geht - trotz schwacher Zoom-Funktion bei Videoaufnahmen.

Im Inneren des Mate 30 Pro steckt Huaweis selbst entwickeltes SoC Kirin 990, das im 7-nm-Verfahren hergestellt wird. Der Chip hat eine maximale Taktrate von 2,86 GHz und verwendet als Grafikeinheit eine Mali-G76 MP16. Dadurch eignet sich der Chipsatz auch für mobiles Spielen. Der Arbeitsspeicher ist 8 GByte groß, der Flash-Speicher wahlweise 128 oder 256 GByte. Das Mate 30 Pro hat einen Steckplatz für Speicherkarten, allerdings akzeptiert das Gerät nur die von anderen Herstellern kaum verwendeten NM-Karten. Wird eine Speicherkarte verwendet, kann allerdings nur eine SIM-Karte genutzt werden.

Das Mate 30 Pro unterstützt LTE und WLAN nach 802.11ac, Bluetooth läuft in der Version 5.1. Einen Klinkenanschluss für Kopfhörer hat das Smartphone nicht. Der Akku des Mate 30 Pro hat eine Nennladung von 4.500 mAh und lässt sich über das mitgelieferte 40-Watt-Netzteil schnell laden. Auch drahtlos lässt sich das Smartphone mit 27 Watt schnell aufladen. Außerdem können Nutzer mit dem Mate 30 Pro auch andere Geräte drahtlos aufladen, beispielsweise eine Smartwatch oder die Ladeschale eines drahtlosen Kopfhörers. Der Akku reicht selbst bei intensiver Nutzung für anderthalb Tage, bei geringerer Nutzung sind sogar zwei Tage drin.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Mate 30 Pro kostet im Internet bei seriösen Händlern wie Media Markt mit 256-GByte-Speicher 1.000 Euro.

Fazit

Das Mate 30 Pro ist von der Hardware her zweifellos ein Top-Smartphone. Neben dem schnellen Prozessor und dem sehr guten Display sticht vor allem die Kamera hervor: Dank dreier Objektive steht Nutzern eine gute Auswahl an Brennweiten zur Verfügung. Dabei wird das dreifache Teleobjektiv noch durch einen Hybrid-Zoom ergänzt, der eine gute Bildqualität bei bis zu fünffacher Vergrößerung ermöglicht.

Dem Mate 30 Pro werden in unserem Alltagstest allerdings die fehlenden Google-Apps und insbesondere der fehlende Play Store zum Verhängnis: Apps wie Gmail oder Youtube lassen sich zwar durch die jeweilige mobile Seite ersetzen, das funktioniert aber nicht bei allen Anwendungen. Wir können mit dem Mate 30 Pro unsere benötigte Banking-App nicht herunterladen, ebenso wenig wie die von uns verwendete Car-Sharing-App und viele andere Anwendungen.

Vermutlich dürften viele Nutzer irgendwann auf das Problem stoßen, dass sie eine App nicht auf dem Mate 30 Pro installieren können - zumindest nicht, ohne auf dubiose Quellen zurückgreifen zu müssen. Das ist insbesondere angesichts des Preises des Smartphones kein akzeptabler Zustand.

Huawei arbeitet daran, die App-Auswahl in seinem eigenen App-Store möglichst schnell zu verbessern - und zugegebenermaßen ist die Situation zum aktuellen Zeitpunkt auch schon besser als noch vor einem halben Jahr. Die momentane Auswahl reicht allerdings bei weitem noch nicht aus, um dem Play Store auch nur halbwegs Konkurrenz machen zu können. Das Bittere für Huawei ist dabei, dass das Unternehmen nichts dafür kann, dass es eine derartige App-Beschränkung bei seinen neuen Smartphones gibt.

Entsprechend können wir das Mate 30 Pro aktuell nicht empfehlen - so sehr uns das Display, die Verarbeitung und die Kamera gefallen. Angesichts der Auswahl im Play Store dürfte es für Huawei sicherlich am besten sein, wenn das Embargo seitens der USA möglichst schnell beendet wird. Wir können uns - ausgehend von der aktuellen Lage - nur schwer vorstellen, dass es der chinesische Hersteller bis zur P40-Reihe schaffen wird, ein auch nur halbwegs gleichwertiges App-Angebot bereitzustellen.

 (tk)


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