Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/unternehmen-statistisches-bundesamt-bewertet-30-mbit-s-als-schnell-2003-147074.html    Veröffentlicht: 05.03.2020 17:58    Kurz-URL: https://glm.io/147074

Unternehmen

Statistisches Bundesamt bewertet 30 MBit/s als schnell

Deutschland holt bei den Internetanbindungen im Jahr 2019 leicht auf: Mehr Unternehmen bekommen schnelles Internet. Doch es kommt darauf an, was man darunter versteht.

59 Prozent aller deutschen Unternehmen mit Festnetzverbindung und mindestens zehn Beschäftigten hatten im Jahr 2019 einen "schnellen Internetanschluss". Das berichtet das Statistische Bundesamt am 5. März 2020. "Darunter wird ein fester Breitbandanschluss mit einer vertraglich vereinbarten Datenübertragungsrate von mindestens 30 Megabit pro Sekunde (MBit/s) verstanden", erklärte die Behörde.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bewertet 30 MBit/s nicht als schnell, sondern als grauen Flecken, Regionen, die mit Förderung gigabitfähig ausgebaut werden sollen.

Laut Statistischem Bundesamt ist der Anteil der Unternehmen mit "schnellem Internet" in Deutschland um 8 Prozentpunkte (2018: 51 Prozent) gestiegen. Im EU-Durchschnitt hat sich der Anteil mit 6 Prozentpunkten etwas schwächer erhöht als in Deutschland und lag im Jahr 2019 bei 54 Prozent (2018: 48 Prozent). Deutschland liege damit wie in den Vorjahren im europäischen Mittelfeld.

Die Spitzenplätze in der Europäischen Union belegten im Jahr 2019 Dänemark (87 Prozent), Schweden (82 Prozent) und die Niederlande (75 Prozent). Am wenigsten verbreitet war schnelles Internet bei Unternehmen in Frankreich (33 Prozent) sowie Kroatien und Italien mit jeweils 41 Prozent.

Insgesamt verfügten 91 Prozent der Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten in Deutschland über eine ortsfeste Breitbandverbindung. Deutschland liegt damit minimal unter dem EU-Durchschnitt von 92 Prozent.

35 Prozent der Gewerbegebiete in Deutschland hatten im Juli 2019 keinen Anschluss an schnelles Internet. Das geht aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der FDP hervor. Laut Auflistung des Ministeriums gelten von bundesweit 62.074 Gewerbegebieten insgesamt 21.745 als unterversorgt.

 (asa)


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