Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/umfrage-zu-elektroautos-die-haelfte-der-deutschen-hat-noch-vorbehalte-2003-147032.html    Veröffentlicht: 04.03.2020 15:38    Kurz-URL: https://glm.io/147032

Umfrage zu Elektroautos

Die Hälfte der Deutschen hat noch Vorbehalte

Das Auto ist immer noch immer das meiste genutzte Verkehrsmittel der Deutschen. Dem Elektroauto stehen viele noch skeptisch gegenüber. Die Akzeptanz wächst aber langsam. Der Beitrag zum Umweltschutz ist aber umstritten.

Es gibt noch Überzeugungsarbeit zu leisten: Nicht einmal jeder zweite Autobesitzer hält den Kauf eines Elektroautos für eine Option. Grund sind unter anderem der Preis der Fahrzeuge, eine zu geringe Reichweite sowie fehlende Ladestationen. Mehr als ein Drittel der Autobesitzer allerdings hält einen Umstieg in den kommenden fünf Jahren für möglich.

Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die das Institut Ipsos im Auftrag des TÜV-Verbands (VdTÜV) durchgeführt hat. Demnach können sich 33 Prozent der Autobesitzer vorstellen, das Verbrennerfahrzeug ab- und ein Elektroauto anzuschaffen. Drei Prozent haben konkret vor, sich eines zu kaufen. Laut dem VdTÜV ein Fortschritt: "E-Fahrzeuge waren bisher ein Nischenthema bei Deutschlands Autofahrern", sagte VdTÜV-Geschäftsführer Joachim Bühler. "Der angekündigte konsequente Umstieg auf Elektroantriebe und das steigende Umweltbewusstsein der Kunden zeigen aber jetzt erste Wirkung."

Den Gegnern - immerhin 56 Prozent - sind die Elektroautos noch zu teuer. Der Preis ist das häufigste Argument dagegen (48 Prozent), unmittelbar gefolgt von der Reichweite, die als zu gering erachtet wird (47 Prozent). Das Laden wird ebenfalls angeführt: Es fehle an Ladestationen (39 Prozent) und es dauere zu lange, bis der Akku wieder voll sei (33 Prozent).

Zudem fragen sich viele, wie umweltfreundlich Elektroautos wirklich sind: 46 Prozent der Befragten glauben, dass ein Umstieg auf Elektroautos besser für das Klima ist. Fast genauso viele - 41 Prozent - jedoch bezweifeln das.

Zwar ist das Auto immer noch das wichtigste Verkehrsmittel für die Deutschen: Zwei Drittel der Bewohner dieses Landes (65 Prozent) fährt an Werktagen mit dem Auto. Doch macht sich die Erkenntnis breit, dass sich etwas ändern muss, um den Klimawandel aufzuhalten: 69 Prozent sind überzeugt, dass ein Umdenken bei der Mobilität notwendig ist.

Luftverschmutzung (40 Prozent) und Klimabelastung (37 Prozent) gehören zu den meistgenannten Verkehrsproblemen. Deutlich vorn liegt allerdings die Überlastung der Innenstädte durch zu viele Autos (46 Prozent). Außerdem nannten die Befragten noch zu viele Staus (36 Prozent) und die hohe Anzahl der Unfälle mit Toten und Verletzten (23 Prozent).

Doch auch wenn für viele der Beitrag der Elektroautos zum Umweltschutz noch unklar ist, glaubt Bühler daran, dass das Ziel der Bundesregierung von mindestens sieben Millionen zugelassenen Elektrofahrzeugen im Jahr 2030 erreichbar ist. Allerdings: "Der Umstieg auf die Elektromobilität ist aber noch längst kein Selbstläufer", warnte er. "Es gibt immer noch zu viele Faktoren, die aus Sicht der Verbraucher gegen die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs sprechen."

Die Förderung der Elektromobilität sollte verstärkt werden. Außerdem könnte mehr Aufklärung zu größerer Akzeptanz führen. "Autos sind für Verbraucher eine langfristige Investition. Für sie muss klar sein, wie sich die Reichweite eines Fahrzeugs über den gesamten Lebenszyklus entwickelt. Deshalb muss die Leistungsfähigkeit der Batterie im Rahmen der Hauptuntersuchung überprüft werden können. Dafür brauchen wir klare gesetzliche Vorgaben", forderte Bühler. Erste Bestrebungen in der Richtung gibt es schon: Das österreichische Unternehmen Aviloo hat ein Analysetool für die Prüfung von Lithium-Ionen-Akkus von gebrauchten Elektroautos entwickelt.

Für die TÜV Mobility Studie 2020 hatte das Institut Ipsos kurz vor Weihnachten 1.000 Frauen und Männern zwischen 16 und 75 Jahren befragt.  (wp)


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