Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/intel-10-nm-wird-weniger-produktiv-als-14-nm-oder-22-nm-2003-147017.html    Veröffentlicht: 04.03.2020 10:55    Kurz-URL: https://glm.io/147017

Intel-Halbleiterfertigung

"10 nm wird weniger produktiv als 14 nm oder 22 nm"

Offene Worte von Intels Finanzchef: Laut George Davis wird das 10-nm-Verfahren nie so produktiv sein wie die ausgereifte 14-nm-Fertigung und sogar schlechter als die weniger optimierte 22-nm-Technik.

Das wird die Aktionäre nicht freuen: Intels Finanzchef George Davis sagte auf der Morgan-Stanley-Konferenz (ab Minute 19:58), dass das 10-nm-Verfahren keinesfalls die Produktivität des 14-nm-Nodes erreichen und selbst hinter der 22-nm-Technik zurückbleiben wird. Gemeint ist die Chip-Ausbeute (Yield) und damit einhergehend auch die Menge an zu verkaufenden Prozessoren.

Intel schlägt sich seit vielen Jahren mit dem 10-nm-Verfahren herum, eigentlich war es schon für 2015 angesetzt und wurde dann wegen Problemen immer weiter verschoben. Stattdessen wurde parallel das 14-nm-Verfahren stetig verbessert, Intel sprach in diesem Kontext von 14+ nm und 14++ nm. Die Yield-Rate ist hier extrem hoch, in den vergangenen Jahren lief Intel damit aber in eine selbst verschuldete Sackgasse bei der Fertigungskapazität.

Statt vier Kernen im Desktop-Segment sind wir bald bei zehn Kernen, im Server-Bereich sind es heute 28 statt 24 Cores. Hinzu kommt, dass Intel mit 14+ nm sogar den Transistor Gate Pitch von 70 nm auf 84 nm gestreckt hatte, um höhere Taktraten von bis über 5 GHz erzielen zu können - und dafür mit einer größeren Chipfläche bezahlt. Der Wechsel auf 10 nm ist also extrem wichtig, das erste Design - Cannon Lake U - floppte aber gewaltig und das zweite - Ice Lake U/Y - ist bisher nur für Ultrabooks verfügbar. Ausgehend von vier Kernen wird es interessant, wie Intel die Server-CPUs mit bis zu 38 Kernen (Ice Lake SP) produzieren will.

Denn dass 10 nm nicht an 14 nm herankommt, ist nach fünf Jahren Optimierung kaum überraschend. Dabei hatte 14 nm anfangs auch Probleme und Intel konnte mit der Broadwell-Generation nicht die geplanten Taktraten erzielen, im Desktop-Segment erschienen CPUs wie der Core i7-5775C (Test) daher mit monatelanger Verspätung. Aus Intels Sicht erschreckend ist eher, dass 10 nm weniger produktiv sein soll als 22 nm, was nicht die Reifezeit von 14 nm hatte. Immerhin: Mit 7 nm will Intel kräftig aufholen und mit 5 nm dann wieder vor der Konkurrenz liegen - wir sind gespannt. Anmerkung: Die Tabelle listet Intels bisherige 15-Watt-Chips der vergangenen Jahre inklusive Beispielmodellen auf und gibt einen Ausblick, welche Prozessoren in Zukunft geplant sind.

 (ms)


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