Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/clearview-ai-fbi-walmart-und-interpol-nutzen-unsichere-gesichtserkennung-2002-146928.html    Veröffentlicht: 28.02.2020 15:12    Kurz-URL: https://glm.io/146928

Clearview AI

FBI, Walmart und Interpol nutzen unsichere Gesichtserkennung

Mehr als 2.000 Kunden in 27 Ländern haben sich für die App von Clearview AI entschieden. Diese ist erst kürzlich durch ein Datenleck aufgefallen. Neben Sicherheitsbehörden setzen auch Supermarktketten auf die umstrittene Gesichtserkennungssoftware.

Nachdem ein Datenleck beim Startup Clearview einen Einblick in die Datenbanken des Unternehmens gegeben hat, ist klar geworden: Behörden wie das FBI, aber auch US-Supermarktketten wie Walmart, Bestbuy und Macy's sind Nutzer der umstrittenen Gesichtserkennungssoftware. Das hat der Techblog Buzzfeed erfahren.

Demnach ist die Machine-Learning-Software bei insgesamt 2.200 Organisationen im Einsatz. Zu den Kunden gehören auch Länder außerhalb der USA, etwa die Vereinigten Arabischen Emirate. Insgesamt 27 verschiedene Nationen haben die Software bereits erworben. Zudem nutzt die internationale Kriminalpolizei Interpol die Software von Clearview AI.

App greift Standortdaten ab

Der Techblog Gizmodo konnte sich von einer ungesichterten AWS-S3-Instanz eine Version des Programms herunterladen. Die Reporter des Magazins haben dabei festgestellt, dass einige Informationen zu Nutzern wohl an Google Analytics, Crashlytics, App-Measurement und andere Statistiktools gesendet werden. Auch Standortdaten der Nutzer werden von der App per Fine Location API in Android abgegriffen - ein Verhalten, das viele mobile Programme aufweisen. Die Gesichtserkennungsfunktion selbst kann hingegen wohl nur mit einem vom Unternehmen verifizierten Konto verwendet werden.

Gizmodo hat einige Referenzen zu eventuell in der Entwicklung befindlichen Funktionen gefunden. So will das Unternehmen etwa eine Suchfunktion per Sprachsteuerung implementieren. Auch soll es eine Fotosuche geben, bei der Nutzer Motive von Menschen hochladen und für eine Datenbanksuche verwenden können. Den Journalisten ist dabei aufgefallen, dass Clearview anscheinend nicht möchte, dass Personen Screenshots ihrer Software im Internet verbreiten. "Screenshots dürfen nicht geteilt werden. Bitte teilen Sie stattdessen Links der Suchergebnisse", heißt es in einer Hinweisnachricht.

 (on)


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