Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/videoportal-berichte-ueber-interne-schwierigkeiten-bei-mixer-2002-146865.html    Veröffentlicht: 26.02.2020 11:15    Kurz-URL: https://glm.io/146865

Videoportal

Berichte über interne Schwierigkeiten bei Mixer

Millionen für Streamer wie Tyler "Ninja" Blevins, aber Probleme im Team und schwaches Wachstum: Bei dem Microsoft-Videoportal Mixer gibt es offenbar interne Probleme. Mitarbeiter haben sogar ein Video von einem düster wirkenden Meeting veröffentlicht - bei der Konkurrenz.

Im August 2016 wurde das Videoportal Mixer von Microsoft gekauft, aber richtig bekannt in der Community ist es seit dem 1. August 2019: Das ist der Tag, an dem der prominente Streamer Tyler 'Ninja' Blevins von Twitch zu Mixer gewechselt ist - wie später bekanntwurde, soll er dafür 20 bis 30 Millionen US-Dollar erhalten haben.

Ninja und weitere, vermutlich ebenfalls für sehr viel Geld eingekaufte Influencer haben Mixer offenbar nicht nachhaltig geholfen. Jetzt haben laut der Webseite Onmsft frustrierte Mitarbeiter den Mitschnitt von einem Firmenmeeting veröffentlicht - nicht auf ihrer eigenen Seite, sondern auf Youtube.

In dem Video ist Geschäftsführerin Shilpa Yadla zu sehen, die mit Durchhalteparolen versucht, gegen die offensichtlich miserable Stimmung anzureden.

Deren Gründe dürften auch mit den schlechten Zahlen zu tun haben: Laut den Marktforschungsunternehmen StreamElements und Arsenal.gg lag die Anzahl der bei Mixer von Spielern angeschauten Stunden im Januar 2020 bei rund 30,4 Millionen - das sind nur 2 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres.

Alle Mitbewerber haben laut Venturebeat sowohl mehr Inhalte übertragen als auch stärker zugelegt. Am deutlichsten ist Facebook Gaming im gleichen Zeitraum gewachsen: von rund 25 Millionen Stunden auf rund 110 Millionen Stunden - ein Plus von 340 Prozent. Unangefochtener Marktführer ist Twitch mit rund 842 Millionen Stunden (plus 5 Prozent im Jahresvergleich), gefolgt von Youtube Gaming mit 358 Millionen Stunden (plus 25 Prozent).

Bei Mixer soll es seit Mitte 2019 mehrere Entlassungen gegeben haben, so dass dort momentan nur noch ein Rumpfteam arbeitet, berichtet die Webseite Onmsft. Im Oktober 2019 hat auch Mitgründer James Boehm das Studio verlassen.

Streamer und Zuschauer beschweren sich schon länger über einen schlechten Umgang mit der Community: Interessante Monetarisierungsangebote seien oft nur kurze Zeit verfügbar. Der Zugriff auf APIs sei schwierig, generell gibt es Klagen über Probleme mit der Stabilität und der Auffindbarkeit.  (ps)


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