Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mate-xs-angeschaut-huawei-bringt-faltbares-smartphone-mit-verbessertem-gelenk-2002-146815.html    Veröffentlicht: 24.02.2020 14:30    Kurz-URL: https://glm.io/146815

Mate Xs angeschaut

Huawei zweites faltbares Smartphone kostet 2.500 Euro

Das Mate X ist in Deutschland bisher nicht erhältlich, Huawei hat aber schon ein neues Modell vorgestellt: Das Mate Xs ist bis auf das Scharnier und das SoC baugleich zum Vorgänger, das neue Gelenk wirkt etwas stabiler als beim Mate X - mit Google-Apps kommt das Smartphone aber nicht.

Huawei hat ein neues Smartphone mit faltbarem Display vorgestellt, das auch nach Deutschland kommen soll. Das Mate Xs ist kein komplett neues Gerät, sondern eine Revision des auf dem MWC 2019 präsentierten Mate X. Der Chef von Huaweis Business Consumer Group, Richard Yu, hatte vor dem mittlerweile abgesagten MWC 2020 angekündigt, dass ein verbessertes Gerät vorgestellt würde; dieses wollte Huawei eigentlich auf dem MWC 2020 vorstellen.

Golem.de konnte sich das Mate Xs vor der Präsentation anschauen. Die Gelenkkonstruktion wirkt etwas stabiler als beim Vorgänger, das Funktionsprinzip ist allerdings gleich: Im zusammengeklappten Zustand löst sich auf Knopfdruck die zweite Hälfte des Gerätes, die sich dann nach vorne klappen lässt. Dadurch entsteht ein 8 Zoll großer Bildschirm. Zusammengeklappt teilt sich der Bildschirm des Mate Xs in ein 6,6 Zoll großes Display auf der Vorderseite und in einen etwas kleineren auf der Rückseite auf.

Das beim Mate X als Falcon Wing bezeichnete Gelenk schafft es auch beim Mate Xs, die beiden Geräteteile im aufgeklappten Zustand plan zueinander zu halten. Das Gelenk rastet ein, was den Falz in der Mitte des Bildschirms minimiert. Verglichen mit Samsungs Galaxy Fold und Galaxy Z Flip ist der Übergang kaum zu sehen, beim Drüberstreichen mit dem Finger aber zu fühlen. Insgesamt ist der Falz aber weitaus weniger dramatisch als bei Samsungs faltbaren Smartphones.

Display dürfte nicht so kratzfest wie Glasbildschirm sein

Das Mate Xs hat bis auf eine Schutzfolie keinen besonders starken Schutz vor Kratzern auf dem Display. Da beim Mate Xs der Bildschirm immer auf der Außenseite ist, sollten Nutzer das Gerät in eine spezielle Schutztasche stecken: Würde es einfach so in die Hosentasche gesteckt, wäre der Bildschirm nach kurzer Zeit zerkratzt. Das Mate X wird in China entsprechend mit einem kleinen Täschchen verkauft; im Alltag ist es natürlich unpraktisch, sein Smartphone immer erst aus einer Tasche holen zu müssen.

Vom Bedienungskonzept her finden wir das Mate Xs immer noch besser als das Galaxy Fold von Samsung, da wir direkt Zugriff auf ein normal großes Display haben. Der aufgeklappte Modus ist hier eine Zugabe, während er beim Galaxy Fold eine Notwendigkeit ist, um das Gerät überhaupt vernünftig verwenden zu können. Das Galaxy Z Flip hingegen ist zusammengeklappt deutlich kleiner als das Mate Xs und lässt sich bequemer in einer Hosentasche verstauen; auch dieses müssen wir allerdings erst aufklappen, um es verwenden zu können.

Neben dem Gelenk hat Huawei das SoC verbessert: Zum Einsatz kommt ein Kirin 990, während im Mate X der Kirin 980 steckt. Wie der Vorgänger unterstützt auch das Mate Xs 5G, das Modem ist im SoC verbaut.

Die Kamera hat Huawei ebenfalls unverändert gelassen: Im Mate Xs kommt wieder eine Dreifachkamera zum Einsatz, die einen 40-Megapixel-Sensor für das Hauptobjektiv verwendet. Die Superweitwinkelkamera verwendet einen 16-Megapixel-Sensor, das Teleobjektiv nutzt einen 8-Megapixel-Chip. Außerdem hat das Smartphone eine Time-of-Flight-Kamera für die Entfernungsmessung. Eine separate Frontkamera hat auch das Mate Xs nicht, da die Hauptkamera dank des klappbaren Displays für Selbstporträts verwendet werden kann.

Das Mate Xs kommt mit Android 10 in den Handel, die Google-Apps sind allerdings nicht darauf installiert. Stattdessen können sich Nutzer Anwendungen über Huaweis eigenen Appstore App Gallery herunterladen. Das Smartphone soll ab Mitte März 2020 in Huaweis Onlineshop und im Fachhandel erhältlich sein. Der Preis soll 2.500 Euro betragen, was 200 Euro mehr als beim Mate X ist.  (tk)


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