Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/besuch-bei-justwatch-groesste-streaming-suchmaschine-ohne-echte-konkurrenz-2002-146803.html    Veröffentlicht: 26.02.2020 12:01    Kurz-URL: https://glm.io/146803

Besuch bei Justwatch

Größte Streaming-Suchmaschine ohne echte Konkurrenz

Wer mehrere Videostreaming-Dienste abonniert hat, für den ist eine zentrale Suchmaschine hilfreich. Justwatch wird in Berlin entwickelt - und hat der Konkurrenz einiges voraus.

Vor allem in Deutschland wird sich der Markt für Videostreaming-Abos ändern, wenn Disney+ hierzulande im März 2020 startet. Damit werden Suchmaschinen für Streamingdienste immer wichtiger. Denn wer parallel mehr als ein Abo hat, braucht einen besseren Überblick und möchte wahrscheinlich zentral an einer Stelle suchen, ob ein Film oder eine Serie über ein aktives Abo angeschaut werden kann.

Bei Videostreaming-Abos ist es üblich, dass nahezu täglich neues Material dazukommt und andere Inhalte verschwinden. Der Abo-Kunde kann sich nicht darauf verlassen, dass er einen Film, den er vor zwei Monaten angeschaut hat, später wieder ansehen kann. Wie lange ein Film oder eine Serie im Abo bleibt, ist von vielen Faktoren abhängig. Es wird für Kunden also immer schwerer, sich zu informieren - vor allem, wenn sie mehr als einen Anbieter nutzen.

Genau diesem Problem widmen sich Streamingsuchen wie Justwatch, das von dem gleichnamigen deutschen Unternehmen stammt. In den vergangenen fünf Jahren konnte Justwatch wachsen und beschäftigt nach einigen Büroumzügen innerhalb Berlins mittlerweile fast 60 Menschen.

Justwatch agiert weltweit

Dabei sind die Berliner anders vorgegangen als die Konkurrenz: Sie haben als Kunden nicht nur die Abonnenten der Streamingdienste, sondern auch die andere Seite, also die Hollywoodstudios und Streaminganbieter, in deren Auftrag sie Filmtrailer verteilen. Damit hat sich das Unternehmen einen Vorteil erarbeitet, der für andere Anbieter nur schwer einzuholen ist, weil dadurch ein großer Mitarbeiterstamm finanzierbar ist.

Justwatch ist einer der ganz wenigen Anbieter, die in mehreren Ländern aktiv sind und jeweils alle wichtigen Streamingangebote dort abdecken. Zwar gibt es etwa mit Wer streamt es des Funke Zeitschriften Verlags eine Suchmaschine für den hiesigen Markt, der immerhin 32 Anbieter hierzulande kennt. Allerdings ist das Angebot nicht international verfügbar und vor allem die beliebten Amazon-Channels sowie die Mediatheken fehlen.

Die Justwatch-App des Berliner Unternehmens gibt es hingegen in mehr als 35 Ländern, in sein deutsches Angebot hat es 46 Dienste integriert, einschließlich der Amazon Channels und einiger Mediatheken. Sowohl Justwatch als auch Wer streamt es decken nicht nur Abodienste ab, sondern liefern auch Daten zu Leih- und Kaufinhalten.



Ansonsten ist der Markt der Streaming-Suchmaschinen von einzelnen Apps etwa für Netflix geprägt, mit denen sich der Inhalt eines Dienstes besser erkunden lassen soll. Dazu gehört etwa WhatsOnFlix, das von einem einzelnen Entwickler angeboten wird.

Während viele der Streaming-Such-Apps von kleinen Teams von unter zehn Leuten erstellt werden, arbeiten für Justwatch derzeit 55 Personen. Das Unternehmen will in den nächsten Jahren weiter wachsen. Dieses Wachstum basiert auf dem speziellen Geschäftskonzept.

"Wir sind von den Nutzerzahlen jetzt schon mit Abstand der größte Anbieter weltweit, was Streaming-Aggregatoren oder Streamingsuche angeht", sagte der Mitgründer und CEO von Justwatch, David Croyé, im Gespräch mit Golem.de. Stand Ende Februar hat das Unternehmen nach eigenen Angaben monatlich 15 Millionen Nutzer weltweit.

Mehr als eine App für die Streamingsuche

Justwatch wurde vor etwas mehr als fünf Jahren gegründet - in etwa zu der Zeit, als Netflix Ende 2014 in Deutschland startete. Die Idee für eine Streaming-Suchmaschine stammte von Croyé. Er suchte sich fünf Mitstreiter, fast alle kannte er von seinem vorherigen Job. Vier der sechs Gründer waren vorher bei Kaufda, alle sechs sind nach wie vor im Unternehmen tätig.

Die Firma hat zwei Arten von Kunden: Anwender, die den Dienst nutzen, um sich im Dschungel der Streamingangebote zurechtzufinden. Hier wird mit Bannerwerbung und Affiliate-Links Geld verdient. Die andere Kundengruppe sind große Hollywoodstudios und Streaminganbieter. Für sie verteilt das Unternehmen Videowerbung in Form von Trailern. Damit erzielt Justwatch den Großteil seines Umsatzes und Gewinns.

Diese beiden Säulen für die Einnahmen erlauben es dem Unternehmen, deutlich mehr Mitarbeiter zu beschäftigen, als es mit einer puren Streamingsuche möglich wäre, die sich mit Bannerwerbung, Affiliate-Links und Premium-Funktionen finanziert. Dafür betreibt Justwatch eine große Datenbank, in der das Verhalten der Besucher der Webseite oder der Nutzer der Apps mithilfe anonymer Daten beobachtet wird.

Zusammenarbeit mit Hollywoodstudios

"Wir sammeln anonyme Daten darüber, welche Filme ein Nutzer klickt und wo er sie tatsächlich kauft", sagt Croyé. Dabei erfährt das Unternehmen, welchen Geschmack ein Nutzer hat, auf welcher Plattform er schaut oder kauft. Diese Daten sind für Filmstudios und Streaminganbieter spannend. Zu den größten Kunden zählen 20th Century Studios, Amazon, Paramount, Sony und Universal. Ihre Trailer und andere Werbung verteilt Justwatch auf Youtube, Facebook und Instagram.

Die weltweit über 100 Millionen Datenprofile werden zu den drei Plattformen hochgeladen, um möglichst gut auf die Zielgruppe abgestimmte Werbeclips zu verteilen. Für die Amazon-Serie Picard hat das Unternehmen nach Angaben des Justwatch-Chefs in mehreren Ländern Europas einen großen Teil der Youtube- und Facebook-Video-Werbung ausgesteuert.



Dabei will Justwatch die Werbung möglichst passend für die Nutzer ausspielen. "Wer hat bisherige Star-Trek-Serien angeklickt? Funktioniert das Ganze auch bei Kunden, die sich für Star Wars interessieren? Oder sollte man das lieber nicht machen? Funktioniert das auch mit der Kategorie Science-Fiction? Oder ist es auf Star-Trek-Fans beschränkt?" sind die Fragen, die sich dabei stellen. Abhängig von den Antworten wird die Werbung verteilt.

Nach Auffassung des Justwatch-Chefs ist das deutlich genauer als die Klassifizierung à la "Personen, die männlich und zwischen 20 und 45 Jahre alt sind". Diese Daten kenne das Unternehmen ohnehin nicht, weil sie für die Ermittlung der Zielgruppe keine Rolle spielten, sagt Croyé. "Wir wissen nur, was die Nutzer tatsächlich anklicken, was sie tatsächlich gucken."

Für Croyé entsteht dadurch eine Win-Win-Situation: "Wir zeigen denen, die gerne Filme und Serien schauen, neue Trailer. Wir verdienen etwas daran, sie bekommen einen schönen Trailer. Jeder hat gewonnen. So sollte Werbung eigentlich sein." Ziel sei, dass etwa ein Youtube-Nutzer keine allgemeine Werbung bekomme, sondern "einen Trailer für einen Film, den er gut finden wird".

Vorteil gegenüber der Konkurrenz

Sein Geschäftsmodell erlaubt es Justwatch, deutlich stärker zu wachsen als der Großteil der Konkurrenz. Nicht nur in Deutschland, auch in anderen Ländern gibt es meist eine einstellige Zahl an Streaming-Such-Apps, die sich vornehmlich durch Bannerwerbung und Affiliate-Links finanzieren. Die Gründer von Justwatch wollten genau das nicht und setzten von Anfang an auf eine zweite Einnahmesäule.

Damit hat sich Justwatch einen deutlichen Wettbewerbsvorteil erarbeitet. Sie sind die einzige Streamingsuche, die international so breit aufgestellt ist. Aktuell ist der Dienst in 38 Ländern vertreten, bis Ende des Jahres sollen es 50 Länder werden - immer mit dem Ziel, möglichst alle Anbieter des jeweiligen Marktes abzudecken.

Derzeit ist das Unternehmen leicht profitabel, das meiste verdiente Geld wird reinvestiert. Hauptsitz ist in Berlin, einzelne Mitarbeiter sitzen in London, Los Angeles, New York sowie seit Mitte Februar in Paris. Sie halten dort den Kontakt zu Geschäftspartnern, also zu den Filmstudios und Streaminganbietern.

In den vergangenen Jahren hat sich das Unternehmen vor allem darauf konzentriert, diesen Teil auf eine stabile Basis zu stellen. In einem nächsten Schritt soll wieder mehr an der App gemacht werden.

Besondere Herausforderungen

Der Ansatz von Justwatch führt dazu, dass das Unternehmen vor besonderen Herausforderungen steht. Denn im Unterschied zu Streaming-Such-Apps für einzelne Anbieter hat Justwatch das Problem, dass nicht von jedem Streamingdienst die nötigen Datensätze in guter Qualität zur Verfügung stehen.

Die Daten kommen teilweise von den Anbietern direkt, teilweise werden die Inhalte wie bei einer klassischen Suchmaschine von Justwatch gesammelt, indem die Inhalte von den Webseiten der Anbieter geholt werden. Es mag einfacher und effektiver erscheinen, immer den Daten-Feed der jeweiligen Anbieter zu verwenden, allerdings hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren festgestellt, dass die Datensätze oft fehlerhaft sind. Daher werden die Infos vor allem über die Webseiten der entsprechenden Anbieter abgefragt. Das sei genauer und am Ende doch schneller, sagt Croyé.

Die App generiert daraus im Wesentlichen drei Arten von Informationen: Neuheiten, Empfehlungen und einen Überblick über das gesamte Angebot. So sollen sich die Kataloge etwa von Prime Video oder Netflix leichter mit Filtern durchsuchen lassen, denn "die Übersichtlichkeit der Streamingangebote lässt ein bisschen zu wünschen übrig", findet Croyé.

Für alle, die häufig Filme und Serien schauen

Dabei war es dem Unternehmen wichtig, dass all das nicht nur für einen Anbieter, sondern für alle funktionieren muss. Die App richte sich an jeden, der viel Zeit investiere, Filme und Serien zu schauen, sagt der Justwatch-Chef. Nach seiner Aussage liegt der Anteil derer, die das tun, in jedem Land bei 10 bis 15 Prozent. "Das sind dann auch die, die häufig ins Kino gehen und am Ende zwei Drittel der Entertainment-Umsätze ausmachen", erklärt Croyé.

Nach Nutzerzahlen sind die USA derzeit für Justwatch der mit Abstand der größte Markt. Danach folgen Großbritannien, Frankreich und Indien. Deutschland rangiert dahinter. Pro Monat hat das Unternehmen hierzulande um die 800.000 Nutzer, bei einem starken Wachstum. Langfristig strebt der Justwatch-Chef zwischen zwei und drei Millionen monatliche Nutzer in Deutschland an.



Denn es gibt durchaus noch Potenzial: Während Justwatch-Nutzer international im Schnitt auf 3,1 Streamingdienste zurückgriffen, seien es in Deutschland nur 1,3, sagt Croyé. Seinen Angaben zufolge hat Amazon in Deutschland neun Millionen Prime-Kunden und Netflix ungefähr fünf Millionen. Dabei schauen Netflix-Kunden intensiver, weil sie gezielt ein Abo für Videostreaming gebucht haben. Einige Prime-Nutzer haben das Abo hingegen vor allem wegen der Versandvorteile gebucht und nicht ausdrücklich für das Videostreaming.

Kunden mit mehr als zwei Abodiensten noch die Ausnahme

Etwa zwei bis drei Millionen Menschen in Deutschland verwenden sowohl Prime Video als auch Netflix. Anbieter wie Sky Ticket oder Apple TV+ sind weit abgeschlagen.

Beim Apple-Dienst dürfte das geringe Inhalte-Sortiment ein großes Problem darstellen. Der Justwatch-Chef erwartet eine große Änderung, wenn Disney am 24. März mit Disney+ in Deutschland startet. Für Justwatch könnte dies Auftrieb geben, wenn Kunden das Disney+-Abo parallel zu einem bestehenden Abo buchen und damit größeren Bedarf für eine Streamingsuche haben.

Bestehende Funktionen werden verbessert

Die Verbesserungen der App sollen in den kommenden Wochen und Monaten kommen. Am Ende soll sie die gesammelten Daten komfortabler und umfassender als bisher präsentieren. Nutzer sollen sich besser als bisher darüber informieren können, was sich an den Katalogen der Streamingabos so ändert. Bisher saßen an der App nach Angaben des Justwatch-Chefs nur zwei, drei Entwickler. Das soll sich perspektivisch ändern.

Dabei geht es weniger um ganz neue Funktionen, sondern um die Verbesserung der bestehenden. Da die Nutzer mithilfe der App vor allem für sie interessante Inhalte angezeigt bekommen sollen, wurde bereits intensiv an einem Empfehlungssystem gearbeitet, das mit Hilfe von Machine Learning agiert. Diese Empfehlungen sollen in den nächsten Monaten signifikant verbessert werden.

Das Ideal ist, dass ein Streamingnutzer immer zuerst bei Justwatch schaut, was er sich heute ansehen will. Alle Streamingabos empfehlen den Kunden ebenfalls Inhalte, allerdings liegt ein Schwerpunkt hier auf exklusiven Inhalten, weil der jeweilige Anbieter ein Interesse hat, dass diese besonders gut laufen. Ein Empfehlungssystem über alle Dienste nimmt darauf keine Rücksicht, sondern rückt das Interesse des Kunden in den Mittelpunkt.

Empfehlungen sollen helfen

Empfehlungen sind vor allem auf Smart-TVs und Streaminggeräten wichtig, weil es für Nutzer hier besonders nervig ist, auf Bildschirmtastaturen zu tippen oder in Filterlisten passende Kriterien auszuwählen. "Wir wollen gerade auf dem Fernseher die besten Empfehlungen für Netflix, Prime Video und Sky Ticket liefern", gibt Croyé als Ziel aus.

Die Empfehlungen basieren darauf vor allem darauf, welche Filme oder Serien bereits ausgewählt wurden. Denn laut Justwatch gibt es neue Probleme, wenn auch noch berücksichtigt wird, was der Nutzer mag - dann wird der Empfehlungsalgorithmus nämlich immer enger. Nur die Klicks zu beobachten, kann aber auch ein verzerrtes Ergebnis bringen. Schließlich kann es sein, dass der Nutzer sich nur über einen Film informieren will - um ihn am Ende dann doch nicht anzuschauen.



Abgesehen von den Empfehlungen wollen Nutzer aber vor allem erfahren, was neu im Angebot ist. Das ist bereits ein wichtiger Bereich in der App. Hier kann sich der Nutzer tagesaktuell informieren, welche Inhalte bei den bis zu 56 Anbietern dazugekommen sind. Dieser Bereich wird intern von bis zu zehn Mitarbeitern betreut.

Was kommt tagesaktuell dazu?

Dafür prüft Justwatch die Inhalte von Netflix und Co. nach eigenen Angaben alle vier bis sechs Stunden. Wenn etwas neu ist, wird es in der App angezeigt. Wer mehrfach am Tag nachschaut, hat derzeit noch das Problem, dass er nicht erkennt, welche Inhalte etwa seit dem Vormittag hinzugekommen sind. Es gibt auch keinen Hinweis, ob zu neuen Inhalten vom Vormittag weitere am Nachmittag dazugekommen sind.

Derzeit kennt der "Neu"-Bereich also nur eine Unterteilung nach Tagen. An diesem Punkt will Justwatch nachjustieren. Unter anderem sind Benachrichtigungen geplant, die den Nutzer informieren, wenn ein neuer Eintrag der Merkliste verfügbar ist.

Die Merkliste kann sich zu einem mächtigen Werkzeug für Streamingfans entwickeln. Denn es ist möglich, über eine Merkliste auf alle Inhalte zuzugreifen, die über die verschiedenen Anbieter verteilt sind. Das können Prime Video, Netflix, Sky Ticket, Apple TV+ sowie künftig Disney+ sein. Auf der Merkliste kann sich der Nutzer alle Filme und Serien vormerken, die er anschauen möchte. Wenn dann etwa ein Film bei Netflix im Abo verfügbar wird, erfährt der Nutzer es einfacher, als wenn er immer nachsehen muss, was tagesaktuell an neuen Inhalten bei dem Anbieter dazugekommen ist.

Justwatch arbeitet derzeit auch daran, Nutzer darüber zu informieren, welche Inhalte in den kommenden Wochen bei den jeweiligen Anbietern erscheinen werden. Auch ist angedacht, Nutzer zu benachrichtigen, wenn ein Film oder eine Serie aus dem Abo eines Dienstes genommen wird. Laut Croyé werden solche Daten intern bereits gesammelt. Derzeit werde daran gearbeitet, diese Daten effizient in die eigene Datenbank zu integrieren.

Einbindung von Mediatheken ist schwierig

Als weitere Neuerung ist geplant, die Inhalte aller Mediatheken der deutschen TV-Sender aufzunehmen. Von den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sind derzeit ARD und Arte dabei, das ZDF und 3sat fehlen noch. Dabei stellten sich ganz spezielle Probleme, erklärt Croyé. Justwatch greift nämlich für alle Anbieter auf die öffentlich zugänglichen Datenbanken TMDb sowie IMDb zurück, um die in der eigenen Datenbank aufgenommenen Titel damit abzugleichen. Aus den Datenbanken werden Poster, Beschreibungen, die Besetzung und andere Details in die Justwatch-Datenbank übernommen.

Falls ein Titel in keiner der beiden Datenbanken vorhanden ist, wird er dem Kunden erst einmal nicht angezeigt. Deswegen fehlen die meisten Inhalte aus den bereits unterstützten Mediatheken, denn sowohl IMDb als auch TMDb kennen kaum lokale deutsche Inhalte, die Mediatheken bieten aber vor allem das: Eigenproduktionen und lokale Inhalte. Justwatch arbeitet daran, mit allen Mediatheken eines jeden Landes einen Weg zu finden, die Inhalte vernünftig zu integrieren.

Ein vergleichbares Problem gibt es bei Magenta TV der Telekom, die viele Inhalte von ARD und ZDF bereitstellen, die aber in der Justwatch-App vielfach aus den oben genanten Gründen fehlen. Bei Magenta TV gibt es ein weiteres Problem, denn die App mischt derzeit Abo- und kostenpflichtige Inhalte aus der Videoload-Bibliothek. Der Kunde kann sich also derzeit nicht vernünftig informieren, welche kostenlosen Inhalte bei Magenta TV hinzukommen. Auch das Problem soll angegangen werden.

Zudem ist geplant, einzelne Einträge für Sky Ticket Cinema sowie Sky Ticket Entertainment einzubinden. Wer nur eines der Sky-Ticket-Abos abgeschlossen hat, muss sich derzeit mit dem Film- und Serienfilter behelfen, um nur die Inhalte angezeigt zu bekommen, die im gebuchten Abo tatsächlich enthalten sind.

Nutzerwünsche zu berücksichtigen, ist gar nicht so einfach

Croyé erklärt, dass die Nutzer sich viele weitere Funktionen wünschten, vieles davon allerdings nicht so leicht umzusetzen sei. Das könne erst gemacht werden, "wenn wir die richtigen Leute dafür haben".

Im Moment sucht die Firma vor allem nach einer Art Head of Content. "Bei einer Ausschreibung melden sich Journalisten oder Filmfans", sagt Croyé - das seien dafür aber nicht die Richtigen. "Bei uns bedeutet 'Content' weniger 'Schreiben', es steht vielmehr für eine Meta-Datenbank. Wir suchen einen richtigen Film- und Serienfan, der alles selber guckt und alles weiß, aber Bock hat, das alles strukturiert aufbereitet in dieser Meta-Datenbank abzulegen."

Justwatch sucht weiter, um den Streamingabonnenten eine möglichst umfassende und komfortable Suche anbieten zu können. Der Bedarf ist da und wird wahrscheinlich noch wachsen, nicht nur wegen Disney+.

 (ip)


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