Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/asus-pg43uq-im-test-haben-sie-es-auch-eine-nummer-groesser-2002-146763.html    Veröffentlicht: 24.02.2020 09:00    Kurz-URL: https://glm.io/146763

Asus PG43UQ im Test

Haben Sie es auch eine Nummer größer?

32 Zoll reichen nicht jeder Person aus. Deshalb bietet Asus den PG43UQ an, der mit 43 Zoll noch einmal wesentlich mehr Bildfläche liefert und trotzdem noch auf den Schreibtisch passt. Im Test schlägt sich der Bildschirm mit 4K, HDR und 144 Hz gut - wenn auch das Design Geschmackssache ist.

Wenn sich Leute nach großen Bildschirmen umschauen, wird schnell klar: Aufwärts von 32 Zoll Bilddiagonale gibt es kaum noch ein Angebot - zumindest wenn es um das traditionelle 16:9-Format geht. Einige wenige Hersteller bieten 43-Zoll-Monitore an, was ein großer Sprung und einigen Nutzern sicher zu groß ist. Der Hersteller Asus bietet allerdings ein interessantes Produkt an, das eventuell einige Gemüter umdenken lässt: den PG43UQ. Dieser ist schon auf dem Papier auf Gaming ausgelegt und kann eine 4K-Auflösung über Displayport mit 144 Hz darstellen. Auch HDR1000 und Gsync werden unterstützt.

In Verbindung mit der ziemlich großen Bildfläche hat Golem.de sich deshalb ein Testmuster bestellt, auch weil wir schon das Konzept des in jeder Hinsicht unterlegenen Vorgängers interessant fanden. Wir stellen fest: In fast allen Punkten liefert Asus hier einen guten Monitor ab. Die Pixelreaktionszeiten gehören zu den wenigen Schwachpunkten des Riesenmonitors. Auch ist das Design Geschmackssache.

• Zunächst gehen wir auf Design und Anschlüsse des Monitors ein

• Im zweiten Teil messen wir Helligkeit, Farbtreue und Spieletauglichkeit des Bildschirms

• Der dritte Teil dreht sich um das Bildschirmmenü und die Nutzung im Home Office.

• Zum Schluss ziehen wir wieder unser Fazit

Vorweg kann gesagt werden: Wir sollten einen möglichst großen Schreibtisch haben, auf den wir den Monitor in einem sinnvollen Abstand aufstellen können. Was uns nach dem Auspacken direkt überrascht: Das Display nimmt trotzdem nicht allzu viel Platz auf dem Tisch ein und der Standfuß ist nicht ausladend. Allerdings ist die Dicke des Chassis nicht mit einem modernen Fernseher vergleichbar. Das Gehäuse ist mit sieben Zentimetern ziemlich dick. Außerdem stehen die 1 cm breiten Displayränder ab.

Das eigentliche LC-Panel ist in den Kunststoffrahmen eingesenkt. Das agressive Gaming-Design mit Republic-of-Gamers-Logo, die kantigen Menütasten und an den Todesstern erinnernde Texturierung der Rückseite des leicht eindrückbaren Kunststoffes finden wir nicht sehr modern. Das können andere große Monitore wie der Alienware AW522 etwas besser. Ein Trost: Asus entscheidet sich hier gegen eine aggressive RGB-Beleuchtung.

Der Funktionalität tut das Design allerdings keinen Abbruch: Zwei Displayport-1.4-Anschlüsse, zwei-HDMI 2.0b-Buchsen und ein USB-Hub mit zwei USB-A-Ports sind für einen Monitor dieser Größe mehr als genug. Wir können daran also zwei Gaming-PCs und zwei Spielekonsolen anschließen. Dem Monitor liegt zudem eine Fernbedienung bei - allerdings merkwürdigerweise ohne die zwei dafür notwendigen Knopfzellen-Batterien. Das runde, an eine Webcam erinnernde Zubehörteil ist ein LED-Licht, welches an den Aura-Sync-Port des Displays angesteckt wird. Nutzer können so ihr beleuchtetes Gaming-Setup steuern. Das ist aber komplett optional.

Keine Höhenverstellung möglich

Der Anschluss und die Aufstellung des Asus-Monitors sind relativ einfach bewerkstelligt: Der Standfuß ist bereits vormontiert am Bildschirm verbaut. Er lässt sich in seiner horizontalen Neigung einstellen, allerdings weder schwenken noch in der Höhe anpassen. Durch die schiere Größe des Panels wäre dies wohl auch nicht notwendig. Außerdem können wir den Standfuß auch abschrauben und etwa den Bildschirm an einem VESA-Halter an der Wand montieren. Per Displayport wird der Bildschirm direkt erkannt. Wir mussten lediglich im Grafiktreiber die Bildfrequenz auf 144 Hz einstellen.

Dabei sollten wir beachten: Nur per Displayport können wir 4K bei einer solch hohen Bildfrequenz nutzen. Das Signal wird mit Display Stream Compression (DSC) komprimiert. Dabei werden Farbspektren, die vom durchschnittlichen menschlichen Auge nicht gesehen gesehen werden, verworfen. So wird das Signal kompakter und die Bildqualität sollte ähnlich hoch bleiben - zumindest in der Theorie. Es wird aber auch hier einige Menschen geben, die einen Unterschied zu einem vollständigen Farbspektrum sehen können.

Nach dem ersten Anschalten haben uns direkt die starke Helligkeit und die gute Farbtreue des Panels überrascht. Wir sehen keine Verluste durch DSC per Displayport 1.4.

Es werde Licht

Asus schafft es beim PG43UQ, ein überraschend gutes VA-Panel zu verbauen. Auf den ersten Blick fällt uns vor allem die enorme Helligkeit auf, die wir direkt in den Einstellungen herunterdrehen. Unsere Messwerte bestätigen das: Hier sind etwa 885 cd/m² in der Mitte des Displays möglich. Diese Helligkeit sinkt an den Seiten des Panels merklich, liegt aber bei noch immer sehr guten 650 cd/m² an der linken unteren Ecke. Den doch recht großen Unterschied merken wir schon - vor allem auf komplett weißem oder grauem Hintergrund. Asus gibt eine HDR1000-Zertifizierung an. Das wird zumindest dauerhaft nicht ganz erreicht.

Dass Asus ein Prüfdokument für eine Farbkalibrierung des Herstellers beilegt, suggeriert bereits: Der PG43UQ ist standardmäßig bereits sehr gut ausbalanciert. Farben im RGB-Spektrum werden genau dargestellt. Wir mussten hier keinen Wert nachkalibrieren. Das Display bietet zudem einige spezialisierte Farbprofile. Das Profil FPS hellt beispielsweise dunkle Werte spürbar auf, damit wir Gegner auch in dunklen Katakomben erkennen. Das ist ein netter Zusatz, hier aber nicht unbedingt notwendig.

Gute Farbabdeckung ab Werk

Die Farbraumabeckung ist für ein Gaming-Display ebenfalls sehr gut: 93,5 Prozent des DCI-P3-Farbraumes werden nach unserer Messung abgedeckt - 132 Prozent des weniger umfangreichen SRGB-Farbraumes. Auf dem Messdiagramm erkennen wir: Auch im SRGB-Spektrum sind gerade blaue Farbtöne nicht ganz deckungsgleich, Grüntöne und rote Farben stellt der Monitor aber korrekter dar. Die Farbabweichung Delta-E von 1,11 ist sehr gut. Mit dem PG43UQ können wir mit daher auch problemlos Bilder mit moderatem Anspruch bearbeiten.

Fiese Vorteile in Strategiespielen und Shootern

Die Farben können auch in Spielen überzeugen: Gerade bunte Shooter wie Borderlands 3 und Overwatch sehen auf dem großen Bildschirm fantastisch aus. Dabei gibt es allerdings einen Nachteil: Die Pixel-Reaktionszeiten sind eher unterer Durchschnitt. Bei schnellen Bewegungen können wir Schlieren an Konturen und Schrift ausmachen. Deutlich wird das auch, wenn wir Webseiten scrollen. Die Eingabelatenz ist hingegen sehr gut. Der PG43UQ fühlt sich wirklich wie ein riesiger Monitor und nicht wie ein kleiner Fernseher an. Gut so.

Die große Bilddiagonale von 43 Zoll kombiniert mit der Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln bieten in einigen Spielen fast schon unfaire Vorteile. Das beste Beispiel ist Age of Empires 2: Definitive Edition. Je höher die Auflösung ist, desto mehr Spielinhalt wird auf dem Bildschirm angezeigt. Bei einem herkömmlichen Monitor wären Figuren und Häuser in 4K aber so klein, dass dies nicht praktikabel wäre. Der PG43UQ ist allerdings groß genug. So können wir in einem Bildausschnitt auf einer Zwei-Spieler-Karte in etwa die Hälfte des Spielfeldes sehen - ohne Scrollen.

Aber auch in kompetitiven Shootern wie Counter Strike: Global Offensive oder Call of Duty: Modern Warfare sehen wir gegnerische Spielermodelle schneller und besser. Das macht das Zielen einfacher. Gerade das neue Call of Duty scheint aber nicht für so große Bildschirme gemacht zu sein: Trotz 4K sehen Texturen verwaschen und gestreckt aus, was wir aber nicht dem Monitor zuschreiben können.

Wir sollten auch beachten, dass 4K bei 144 Hz zwar eine gute Grundlage für schöne Spiele sind, allerdings sollte unser daran angeschlossener Computer diese Frameraten auch berechnen können. Getestet haben wir das mit der Nvidia-Grafikkarte Geforce RTX 2080 Super. Fast alle Spiele in unserem Test sind damit auch in 4K in hohen Details und mit 144 fps spielbar. Allerdings sind Titel wie Borderlands 3 zu viel für die GPU: Bei vielen Effekten auf dem Bildschirm erreichen wir hier 40 bis 50 fps und nutzen damit die ansonsten sehr gute Bildfrequenz des Asus-Monitors nicht aus. Selbst eine Geforce 2080 Ti könnte hier zu langsam sein. Das Verringern von Grafikdetails muss an der ein oder anderen Stelle also in Kauf genommen werden, wenn es um gute Frameraten gehen soll.

Das große Display eignet sich auch für Simulationsspiele wie Mechwarrior 5 und Star Citizen. Auf 43 Zoll wird hier ein immersives Mittendrin-Gefühl erzeugt. Das konnten wir bereits beim 55 Zoll großen Alienware AW5520qf (Test) feststellen.

Allerdings müssen wir beim doch etwas kleineren Asus-Monitor nicht ganz so oft den Kopf drehen und können insgesamt entspannter darauf zocken - und auch arbeiten.

Zweiter Bildschirm? Wozu?

Das große Panel in Verbindung mit der 4K-Auflösung eignet sich neben dem Gaming auch für das Arbeiten im heimischen Büro - kein Zweitbildschirm notwendig. Für vier Fenster nebeneinander bietet der Monitor genau die richtige Größe. Nicht umsonst gibt es einige 4K-Büromonitore, die ähnlich ausfallen. Diese sind meist preiswerter als der Gaming-Bildschirm von Asus und verzichten auf Funktionen wie Gsync, Freesync und eine hohe Bildfrequenz.

Wir finden allerdings, dass auch das Arbeiten sich mit mehr als 60 Hz flüssiger anfühlt: Mausbewegungen stocken weniger und das Scrollen auf Webseiten ist gefühlt noch einmal weicher. Aus diesem Grund finden auch in immer mehr Smartphones Panels mit hoher Bildfrequenz Verwendung.

Zwei Bildquellen gleichzeitig

Übrigens lässt sich der Bildschirm auch für mehrere Eingaben gleichzeitig nutzen. Wir können mit der Picture-in-Picture-Funktion zwei Desktops parallel anzeigen, was für ein so großes Panel nützlich sein kann. Der Nachteil hier: Das funktioniert leider nur, wenn wir den Bildschirm mit 60 Hz verwenden. Die Bedienelemente sind versteckt an der rechten Rückseite angebracht.

Wir finden das blinde Ertasten von Knöpfen eigentlich fast immer nervig. Asus schafft es aber, das Menü trotzdem gut bedienbar zu gestalten, denn neben den Tasten wird deren Funktion auf dem Bildschirm eingeblendet. Mit einem Steuerkreuz navigieren wir zudem recht schnell durch das On-Screen-Menü. Das ist mit diversen Unterpunkten versehen, in denen wir Helligkeit, Farbwerte, Kontraste, Farbtemperatur und andere Werte einstellen. Auch einige für Gaming sinnvolle Opitonen gibt es. So können Nutzer sich ein Fadenkreuz in der Mitte des Bildschirmes einblenden lassen, wenn sie das persönlich nicht als Cheating ansehen.

Der Bildschirm verfügt auch über integrierte Lautsprecher. Der Stereo-Sound wird an der unteren Seite des Gerätes wiedergegeben. Die kleinen Lautsprecher sind nicht sehr voluminös. Entsprechend ist der Bass fast gar nicht präsent. Außerdem ist die Lautstärke vergleichsweise gering. Zumindest scheppern die Boxen nicht und das Klangbild ist abseits der tiefen Töne ausgeglichen genug. Trotzdem würden wir die Lautsprecher nur als Notlösung verwenden. Ein externes Soundsystem oder Kopfhörer sind empfehlenswert.



Verfügbarkeit und Fazit

Der PG43UQ ist seit einigen Tagen hierzulande verfügbar. Der Bildschirm ist mit 1.500 Euro nicht unbedingt preiswert und liegt etwa 400 Euro über dem Vorgänger. Wir würden aber sagen: Das Upgrade ist er wert - vor allem, da es im 43-Zoll-Bereich kaum Konkurrenz gibt.

Schon auf dem Tisch sieht der PG43UQ von Asus ziemlich beeindruckend aus. Das 43 Zoll große VA-Panel des Gaming-Monitors ist mit 885 cd/m² sehr hell und bietet eine hohe 4K-Auflösung. Für Spieler interessant: Die Auflösung stellt das Gerät mit 144 Hz dar. Das macht sich in Spielen doch schon bemerkbar und lässt diese stets flüssiger wirken. Auch HDR1000 wird unterstützt.

Fazit

Die Farbdarstellung ist ab Werk ebenfalls bereits sehr gut. Nicht nur hat Asus den Bildschirm vorkalibriert, auch die DCI-P3-Farbraumabdeckung liegt bei etwa 93,5 Prozent. Damit können wir den Bildschirm auch für gelegentliche Bildbearbeitung nutzen. Diverse vorinstallierte Profilen eignen sich für verschiedene Szenarien - etwa Spiele oder Filme.

Weniger gut finden wir die Gleichförmigigkeit der Ausleuchtung. Gerade an den Displayrändern wird das Bild merklich dunkler, was bei hellen und homogenen Motiven auffällt. Auch sind die Pixelreaktionszeiten unterdurchschnittlich. Schnelle Bewegungen in Spielen oder das hektische Scrollen durch Webseiten erzeugen sichtbare Schlieren an Schrift und Texturen.

Das Gehäuse des Monitors wirkt etwas klobig, die Displayränder sind etwas zu dick. Auch fühlt sich die Kunststoffrückseite des Bildschirms nicht sehr hochwertig an. Dafür finden wir dort immerhin zwei Displayport-1.4-Buchsen und zwei HDMI-2.0b-Ports. Mit ersterem Anschluss können wir das System mit nur einem Kabel betreiben. Ein USB-Hub an der Seite bietet Platz für zwei USB-3.0-A-Buchsen.

Allein durch die kaum vorhandene Konkurrenz führt am Asus PG43UQ wohl kaum ein Weg vorbei, wenn es ein möglichst großer Bildschirm sein soll. In unserem Test stellen wir fest: Das ist auch gar nicht nötig, denn der Hersteller bietet ein solides Gesamtpaket für einen recht fairen Preis. Wir sollten nur darauf achten, dass der Schreibtisch groß genug ist.  (on)


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