Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/wissenschaft-mcdonald-s-frittierfett-dient-als-harz-fuer-den-3d-drucker-2002-146746.html    Veröffentlicht: 20.02.2020 10:37    Kurz-URL: https://glm.io/146746

Wissenschaft

McDonald's-Frittierfett dient als Harz für den 3D-Drucker

Kanadische Forscher experimentieren mit Frittierfett. Das Ziel: Aus den Abfällen soll Harz herstellt werden, das im 3D-Druck genutzt werden kann. Erste Ergebnisse sind vielversprechend und könnten den Preis von Harzen senken.

Forscher der Universität Toronto Scarborough entwickeln ein 3D-Druck-Harz, das aus altem Frittierfett besteht. Damit soll ein preiswertes, "kommerziell sinnvolles" Material angeboten werden, das zudem recycelt ist. Das berichtet der US-Sender CNN. Die wissenschaftliche Arbeit hatten die Forscher bereits im Dezember 2019 veröffentlicht. Sie nennen ihr Harz Acrylated Waste Cooking Oil Resin (AWCO). Es soll 50 Prozent bessere Druckergebnisse als AESO-Harz liefern, welches ebenfalls aus biologischen Komponenten, etwa Sojabohnen, besteht. Harze aus Kunststoff sind hingegen noch immer qualitativ hochwertiger.

Laut CNN sei die Restaurantkette McDonald's als Kooperationspartner in das Projekt eingestiegen. Ein lokales Restaurant in Toronto hat dem Forschungsteam 10 Liter Ölabfälle zur Verfügung gestellt. Daraus haben die Wissenschaftler ein Harz erstellt, das in einem DLP-Drucker per Licht gehärtet werden kann. Zuvor mussten sie die Reste filtern, um Essensreste vom Öl zu trennen.

Erste Druckergebnisse fallen gut aus

Mit dem fertigen Harz haben die Forscher kleine Schmetterlinge gedruckt, die feine Details - wie Fühler und Flügel - aufweisen. Mit dem Druckmaterial konnten sie Details in einer Größenordnung von 100 Mikrometern anfertigen. "Wir haben Analysen am Schmetterling durchgeführt. Er fühlte sich gummiartig an, mit einer wachsartigen Oberfläche, die Wasser abweist", sagt Professor Andre Simpson, Leiter des Projekts.

Das Bioharz soll pro Liter gerade einmal 30 US-Cent kosten. Aus Kunststoff gefertigte Harze sind laut den Wissenschaftlern wesentlich teurer und können pro Liter bei 500 US-Dollar liegen. Frittierfett wird als Abfallprodukt beispielsweise auch in Seife oder Biodiesel verwertet. "Es könnte für Recycling-Programme ein Wandel bedeuten, wenn daraus Güter mit hohem Wert gewonnen werden können", heißt es in dem wissenschaftlichen Dokument.  (on)


Verwandte Artikel:
Remix3D: Microsoft schließt seine 3D-Modell-Datenbank komplett   
(15.07.2019, https://glm.io/142565 )
FreeNAS und Windows 10: Der erste NAS-Selbstbau macht glücklich   
(14.03.2019, https://glm.io/139995 )
Bundesregierung: Bis zu fünf Jahre Haft bei unlizenziertem 3D-Waffendruck   
(21.09.2018, https://glm.io/136691 )
Raumfahrt: Die Digitalisierung des Weltraums   
(27.03.2018, https://glm.io/133027 )
Rambo: Granatwerfer aus dem 3D-Drucker   
(13.03.2017, https://glm.io/126677 )

© 1997–2021 Golem.de, https://www.golem.de/