Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/spacex-falcon-9-scheitert-am-versuch-der-50-landung-2002-146680.html    Veröffentlicht: 17.02.2020 18:11    Kurz-URL: https://glm.io/146680

SpaceX

Falcon 9 scheitert am Versuch der 50. Landung

Das Jubiläum fiel buchstäblich ins Wasser. Nach dem Start von 60 weiteren Starlink-Satelliten tat die erste Raketenstufe, was bei anderen Raketen normal ist: Sie landete im Meer.

Es war der vierte Flug von Booster B1056, der ersten Stufe einer Falcon 9. Mit dabei eine zweite Raketenstufe und das fünfte Paket von 60 Starlink Satelliten. Genau zwei Monate nach seinem letzten Flug wollte SpaceX mit Booster B1056 ein Jubiläum feiern. Nur etwas mehr als vier Jahre nach der ersten erfolgreichen Landung einer Falcon-9-Raketenstufe sollte nun Nummer 50 folgen. Aber dann kam alles etwas anders als geplant. Wenige Minuten nach dem Start trennte sich der Booster von der Oberstufe und setzte zur Landung an.

Zum Zeitpunkt der Landung bestand zum Booster keine Videoverbindung mehr, lediglich die Kamera auf dem Drohnenschiff "Of course I still love you" lieferte Bilder. Nach den Durchsagen zum Start des Landemanövers und der erfolgreich ausgeklappten Landebeine folgte aber nicht das inzwischen vertraute Bild der landenden Rakete, sondern lediglich eine plötzlich am rechten Bildrand auftauchende Wasserwolke. Der Fehlschlag der Landung wurde kurz darauf bestätigt. Landung Nummer 50 ist nun für den 2. März geplant, beim Start eines Dragon-Frachters zur Internationalen Raumstation ISS.

Vor dem Start erinnerte Jessy Anderson, Lead Manufacturing Engineer bei SpaceX, im Livestream an die Vielzahl fehlgeschlagener Landeversuche während der Entwicklung. Derzeit lasse die Firma den gleichen Prozess bei der Landung ihrer Nutzlastverkleidungen ablaufen, bis ihre Landungen eines Tages eine ähnliche Routine wie die Landung der Raketenstufen seien. Die letzte fehlgeschlagene Landung war der Versuch, eine Zentralstufe der Falcon Heavy zu landen, obwohl die Chancen dafür wegen der sehr hohen Eintrittsgeschwindigkeit schon vor dem Start als gering galten. Davor schlug am 5. Dezember 2018 eine Landung wegen eines Defekts im Hydrauliksystem der Gitterflossen fehl.

Wie auch bei den vorangegangenen fehlgeschlagenen Landungen flog die Oberstufe erfolgreich weiter und setzte die Satelliten aus. Erstmals wurde dabei darauf verzichtet, den elliptischen Orbit mit einer zweiten Triebwerkszündung kreisförmig zu machen. Stattdessen wurden die Satelliten in einem Orbit mit 190 km am tiefsten Punkt und 380 km am höchsten Punkt über der Erdoberfläche ausgesetzt. Ihr endgültiger Orbit ist kreisförmig in 550 km über der Erde. Die Satelliten erreichen ihn mit ihren eigenen Triebwerken.

Bislang wurde nur ein Starlink-Satellit mit einer experimentellen dunklen Verkleidung ausgestattet, mit deren Hilfe die Satelliten in ihrem endgültigen Orbit für das menschliche Auge unsichtbar sein und auch astronomische Instrumente wie das Large Synoptic Survey Telescope (LSST) weniger stören sollen, das den gesamten Himmel alle drei Tage komplett aufnehmen soll. Endgültige Daten wird dieser Prototyp erst liefern, wenn er Ende Februar in seinem 550 km hohen Orbit angekommen ist und sich für den Betrieb der Sender und Empfänger im Orbit ausgerichtet hat.

 (fwp)


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