Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/unix-netbsd-9-0-unterstuetzt-armv8-und-arm-server-2002-146675.html    Veröffentlicht: 17.02.2020 13:05    Kurz-URL: https://glm.io/146675

Unix

NetBSD 9.0 unterstützt ARMv8 und ARM-Server

Mit der neuen Version 9.0 von NetBSD haben die Entwickler des freien Betriebssystems den Hardware-Support nach eigenen Angaben signifikant verbessert. Dazu gehören unter anderem die Unterstützung für ARM-Server und viele SoC aus Bastelplatinen. Das Team integriert zudem viele Sicherheitsfunktionen.

Das freie Unix-System NetBSD ist in Version 9.0 erschienen. Beim Hardware-Support gilt den Entwicklern die Aufnahme der AArch64-Architektur (64-bit Armv8-A) als wichtiger Meilenstein. Der Kernel des Systems unterstützt damit das Starten per ACPI sowie auch auf Basis der sogenannten Device-Trees, in denen die Hardware-Konfiguration beschrieben wird. Das System unterstützt außerdem Big-Little-Architekturen und ARM-Server mit bis zu 256 CPU-Kernen. Getestet hat das Team dies auf Amazons Graviton-Instanzen sowie AMDs Opteron A1100 oder den Cavium ThunderX.

Die Liste der unterstützten SoCs enthält nun eine Vielzahl verschiedener Chips, die etwa in Bastelrechnern zum Einsatz kommen. Darunter finden sich Allwinner-SoC, Amlogic S905, der etwa im Odroid C2 genutzt wird, der Chip des Raspberry Pi 3, Broadcoms BCM2837 oder auch Nvidias Tegra X1. Auch den Support für Armv7-A haben die Entwickler erweitert. Hier finden sich ebenso eine Vielzahl von neu unterstützten SoC, wie Nvidias Tegra K1 oder die Chips von Raspberry Pi 1, Zero und 2, BCM2835 und BCM2836.

Neue Grafiktreiber für einige ARM-Geräte sind ebenso enthalten wie GPU-Treiber für x86-basierte Systeme. Letztere basieren auf dem DRM-Subsystem aus Linux-Version 4.4. Die aktuelle Version bietet außerdem eine Virtualisierung mit Hardwarebeschleunigung über den Hypervisor NVMM. Das Team hat zur einfachen Nutzung davon zudem ein Qemu-Paket dafür erstellt.

Zu den neuen Funktionen zählen die Entwickler außerdem, dass sich das Dateisystem ZFS nun im täglichen Gebrauch einsetzen lassen soll. Allerdings kann NetBSD weder von ZFS booten noch kann ZFS als Root-Filesystem eingesetzt werden. Das Team hat darüber hinaus einige sogenannte Sanitizer für den Kernel erstellt, was es ermöglichen soll, Speicherfehler oder nicht definiertes Verhalten zu finden und zu beheben. Hinzugekommen sind außerdem Kernel ASLR, die Unterstützung für KLeak, um die Offenlegung von Kernel-Speicher zu verhindern, Hardening-Funktionen für den Kernel Heap-Speicher sowie Sanitizer für den Userspace.

Zu den Updates für die enthaltenen Komponenten aus externen Projekten zählen die Entwickler GCC 7.4, GDB 8.3, LLVM 7.0.0, OpenSSL 1.1.1d, OpenSSH 8.0 und Sqlite 3.26.0 auf. Weitere Neuerungen listen die Release Notes sowie das ausführlichere Changelog.  (sg)


Verwandte Artikel:
Freies Betriebssystem: NetBSD 8.0 bringt USB 3, UEFI und Meltdown-Patches   
(23.07.2018, https://glm.io/135630 )
Nuvia: Apples Chip-Chefarchitekt gründet CPU-Startup   
(16.11.2019, https://glm.io/145024 )
Neoverse N2/V1: ARMs Server-CPUs werden 50 Prozent schneller   
(22.09.2020, https://glm.io/151028 )
Unix: Ein Betriebssystem in 8 KByte   
(22.06.2020, https://glm.io/149027 )
Harmony OS: Luftnummer 2.0 von Huawei   
(11.09.2020, https://glm.io/150821 )

© 1997–2021 Golem.de, https://www.golem.de/