Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/smartphones-samsung-schummelt-bei-teleobjektiven-des-galaxy-s20-und-s20-2002-146644.html    Veröffentlicht: 14.02.2020 12:26    Kurz-URL: https://glm.io/146644

Smartphones

Samsung schummelt bei Teleobjektiven des Galaxy S20 und S20+

Samsung trickst beim Galaxy S20 und S20+, was die Kameraausstattung angeht: Die als Telephoto angegebene Kamera hat in Wahrheit kein Teleobjektiv und bietet damit keine optische Vergrößerung - stattdessen vergrößert Samsung digital, ohne dies so direkt zu kommunizieren.

Bei der Vorstellung der Galaxy-S20-Reihe hat Samsung bei der Kameraausstattung auch bei den Modellen Galaxy S20 und S20+ von Telephoto-Kameras gesprochen, allerdings keinen optischen Vergrößerungsfaktor genannt. Der Grund dafür wird klar, wenn man auf die mittlerweile veröffentlichten technischen Daten schaut: Die beiden Geräte bieten keine optische Vergrößerung, sondern nur einen Digitalzoom.

Wie Notebookcheck herausgefunden hat, gibt Samsung in der technischen Dokumentation den Bildwinkel der Objektive an. Sowohl beim Galaxy S20 als auch beim Galaxy S20+ beträgt er 76 Grad. Ein derartiger Bildwinkel passt nicht zu einem echten Teleobjektiv, im Gegenteil: Er liegt nur knapp unter den 79 Grad, die die jeweiligen Weitwinkel-Hauptobjektive haben.

Das bedeutet, dass Samsung bei den Telekameras des Galaxy S20 und S20+ ausschließlich auf Cropping, also das digitale Vergrößern des Bildes setzt. Das erklärt auch, weshalb der Hersteller bei den beiden Modellen jeweils einen 64-Megapixel-Bildsensor verwendet: Dieser hat die notwendige Auflösung, um zumindest bei niedriger Vergrößerung halbwegs verlustfrei hineinzuzoomen.

Fader Beigeschmack bei der Kommunikation

Technisch gesehen hat Samsung bei den beiden Modellen nie von einer optischen Vergrößerung gesprochen: Der Hersteller spricht von einem "dreifachen Hybridzoom" und einem dreißigfachen Digitalzoom. Einen Test der Kameras konnte Golem.de bisher noch nicht durchführen. Aufgrund der hohen Sensorauflösung kann der Zoom im unteren Vergrößerungsbereich qualitativ durchaus gute Ergebnisse liefern.

Einen schlechten Nachgeschmack hat der PR-Stunt aber trotzdem: Wird eine Kamera explizit als Telephoto-Kamera bezeichnet, dürften die meisten Nutzer erwarten, dass es sich zumindest teilweise um eine optische Vergrößerung handelt. Ein Teleobjektiv mit echter optischer Vergrößerung hat nur das Galaxy S20 Ultra, das teuerste der drei neuen Modelle. Diese gibt Samsung mit einem Bildwinkel von 24 Grad an.

 (tk)


Verwandte Artikel:
Galaxy-S20-Serie im Hands-on: Samsung will im Kameravergleich an die Spitze   
(11.02.2020, https://glm.io/146486 )
Galaxy Z Flip im Hands-on: Endlich klappt es bei Samsung   
(12.02.2020, https://glm.io/146577 )
Galaxy Z Flip: Samsung stellt faltbares Smartphone im Folder-Design vor   
(11.02.2020, https://glm.io/146573 )
Project Xcloud: Samsung und Microsoft kooperieren beim Spielestreaming   
(12.02.2020, https://glm.io/146602 )
Nach 10 kommt 20: Erste Details zum Nachfolger des Galaxy S10   
(15.01.2020, https://glm.io/146068 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/