Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/australien-milliardenfusion-von-vodafone-mit-tpg-kann-doch-stattfinden-2002-146632.html    Veröffentlicht: 13.02.2020 18:23    Kurz-URL: https://glm.io/146632

Australien

Milliardenfusion von Vodafone mit TPG kann doch stattfinden

Vodafone darf sein Mobilfunknetz in Australien doch mit dem Festnetzbetreiber TPG zusammenführen. TPG hatte nach dem dortigen Verbot von Huawei seinen 5G-Ausbau gestoppt.

Vodafone darf sein Mobilfunknetzwerk in Australien doch mit dem Festnetzbetreiber TPG Telecom zusammenlegen. Das gab Vodafone Australia am 13. Februar 2020 bekannt. Der australische Bundesrichter John Middleton hat damit eine Entscheidung der Kartellbehörde ACCC (Australian Competition and Consumer Commission) aufgehoben. Eine Fusion "würde den Wettbewerb nicht wesentlich mindern", begründete Middleton das Urteil. Die Regulierungsbehörde hat einen Monat Zeit, um Berufung einzulegen.

Vodafone Hutchison Australia wird 50,1 Prozent erhalten, während der Anteil von TPG 49,9 Prozent betragen wird. Vodafone Australia, ein 50:50-Joint-Venture mit der Hongkonger Hutchison Telecom, hatte bei Abschluss der Vereinbarung im August 2018 rund 6 Millionen Mobilfunkkunden und einen Anteil von 19 Prozent am Markt. TPG bediente zu der Zeit als MVNO (Mobile Virtual Network Operator) 400.000 Mobilfunkkunden und betreibt das zweitgrößte Festnetz Australiens. Das Gemeinschaftsunternehmen von Vodafone und TPG hat einen Wert von 15 Milliarden Australischen Dollar (10,8 Milliarden US-Dollar).

Durch das Urteil wird die Dominanz von Telstra und Singapore Telecommunications Optus auf dem australischen Markt infrage gestellt. TPG hatte seinen 5G-Ausbau in Australien nach dem Verbot des Einsatzes von Huawei-Ausrüstung zunächst ausgesetzt. "Diese Fusion gibt viel mehr Sicherheit, dass es einen starken 5G-Player auf dem Markt geben wird. Wir haben die Bestätigung, dass wir drei 5G-Akteure haben werden", sagte Iñaki Berroeta, Chef von Vodafone Hutchison Australia, bei einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Sowohl die USA als auch Australien hindern ihre Netzwerkbetreiber direkt oder indirekt daran, die Technik von chinesischen Ausrüstern wie Huawei einzusetzen, um die nächste Generation des Mobilfunknetzes aufzubauen und zu testen.

 (asa)


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