Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/fussball-fifa-testet-videoassistenten-mit-ki-unterstuetzung-2002-146621.html    Veröffentlicht: 13.02.2020 14:42    Kurz-URL: https://glm.io/146621

Fußball

Fifa testet Videoassistenten mit KI-Unterstützung

Der Videoassistent ist bei vielen Fußballfans unbeliebt - auch weil die Entscheidungen mitunter minutenlang analysiert werden und zur Annullierung von Toren führen können. Die Fifa will den Prozess bei Abseitsentscheidungen künftig mit künstlicher Intelligenz beschleunigen und zuverlässiger machen.

Der Weltfußballverband Fifa will die Videoüberprüfung von Abseitsstellungen mittels künstlicher Intelligenz verbessern, wie Forbes berichtet. Demnach soll die Position der Sportlerbeine mittels Tracking genau ermittelt werden; eine KI soll anhand dieser Daten die Abseitslinie ziehen. Anhand dieser kann dann entschieden werden, ob der Angreifer im Abseits stand oder nicht.

Bisher wird die Videoanalyse von einer Gruppe von Schiedsrichtern durchgeführt, die als Video Assistant Referee (VAR) oder auf Deutsch als Videoassistent bezeichnet werden. Die Frames verschiedener Kameras werden nach dem Moment abgesucht, in dem der Angreifer angespielt wird. Dann versuchen Techniker anhand dieses Bildmaterials, die Position der Beine der Spieler zu ermitteln. Dieser Prozess dauert mitunter etwas länger, was Entscheidungen über eine mögliche Abseitsposition in die Länge ziehen kann.

Die dadurch entstehende Wartezeit sorgt bei vielen Fußballfans für Unmut; schon vor der Einführung des VAR wurde befürchtet, das System werde den Spielfluss unterbrechen und das Spiel somit unansehnlicher machen. Mit der Einbindung einer künstlichen Intelligenz will die Fifa dem VAR diesen Makel nehmen.

Der VAR kann es kaum allen recht machen

Besonders der Einsatz des VAR bei Abseitsentscheidungen sorgte von Anfang an für Diskussionen. Da der Videoassistent bisher erst nachträglich entscheidet, ob ein Spieler im Abseits stand oder nicht, lassen Schiedsrichter strittige Situationen zunächst oft weiterlaufen. Dadurch soll verhindert werden, dass ein mögliches Tor durch einen irrtümlichen Pfiff verhindert wird. Umgekehrt kommt es häufiger zu dem Fall, dass ein Tor nach minutenlanger Analyse wieder zurückgenommen wird, da der Spieler den Regeln zufolge doch im Abseits stand. Das sorgt nicht selten für Unmut, auch wenn die Entscheidung den Regeln nach fair ist.

Laut Forbes hat der Weltfußballverband die Club-WM in Katar für erste Tests den KI-Videoassistenten genutzt und vielversprechende Ergebnisse erzielt. Die Beine der Spieler werden anhand von 15 bis 20 Punkten getrackt, entsprechend genau soll die KI entscheiden können, ob es sich um Abseits handelt oder nicht. Wann die Technik letztlich bei größeren Turnieren wie kontinentalen Meisterschaften oder der Weltmeisterschaft zum Einsatz kommen wird, ist aktuell noch nicht abzusehen.

 (tk)


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