Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/coronavirus-intel-und-weitere-unternehmen-bleiben-dem-mwc-fern-2002-146546.html    Veröffentlicht: 11.02.2020 08:34    Kurz-URL: https://glm.io/146546

Coronavirus

Intel und weitere Unternehmen bleiben dem MWC fern

Der Mobile World Congress verliert vier weitere Aussteller. Unter anderem wird Intel nicht mehr an der Mobilfunkfachmesse teilnehmen. Die Veranstalter halten daran fest, dass der Kongress wie geplant stattfindet.

Der Chiphersteller Intel, der japanische Mobilfunknetzbetreiber NTT Docomo sowie das Software-Unternehmen Amdocs werden dieses Jahr doch nicht wie geplant am Mobile World Congress (MWC) teilnehmen, berichtet Reuters mit Verweis auf entsprechende Stellungnahmen der Unternehmen. Zudem hat der chinesische Smartphone-Hersteller Vivo Golem.de mitgeteilt, nicht am MWC teilzunehmen. Alle vier Hersteller sorgen sich um den Gesundheitszustand der Messebesucher und der eigenen Mitarbeiter in Anbetracht des Ausbruchs des Coronavirus. Der MWC ist die wichtigste Mobilfunkfachmesse des Jahres und findet jedes Jahr Ende Februar im spanischen Barcelona statt.

Derzeit vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Aussteller ihre Teilnahme am MWC absagen. Vor einem Tag wurde bekannt, dass Amazon und Sony nicht in Barcelona dabei sein werden. Samsung werde weniger Mitarbeiter zur Messe schicken als ursprünglich geplant. Zuvor gab es Absagen des GPU-Herstellers Nvidia sowie des Telekommunikationsunternehmens Ericsson.

Das südkoreanische Unternehmen LG hatte vor knapp einer Woche als erster Aussteller bekanntgegeben, wegen des Coronavirus nicht am MWC teilzunehmen. Eine Messe wie der MWC ist durch seine internationalen Gäste auf recht engem Raum eine Möglichkeit für das Virus, sich schnell zu verbreiten.

Keine Pläne zur Absage des MWC

Der Mobile World Congress ist dieses Jahr vom 24. bis 27. Februar 2020 in Barcelona geplant und wird von der GSM Association (GSMA) veranstaltet. Im vergangenen Jahr hatte die Fachmesse mehr als 100.000 Besucher und über 2.400 Aussteller. Dieses Jahr haben sich über 2.800 Aussteller angemeldet. Die GSMA habe derzeit keine Pläne, die Messe abzusagen, wird der Veranstalter bei BBC zitiert. Einige Aussteller würden noch überlegen, ob sie dem Mobile World Congress dieses Jahr fernblieben, räumt der Veranstalter ein.

Zwei Wochen vor Beginn des MWC wurden neuartige Bestimmungen erlassen, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern und die gesundheitliche Sicherheit der Messebesucher zu gewährleisten. Generell werde allen Reisenden aus der Provinz Hubai der Zugang zu der Veranstaltung verwehrt. Hierbei ist aber unklar, ob solche Personen nicht dennoch nach Barcelona reisen und damit möglicherweise den Krankheitserreger in die Stadt bringen können.

Neue Regeln für MWC-Besucher

Falls MWC-Besucher aus China kommen oder zuletzt in China gewesen sind, dürfen diese sich mindestens zwei Wochen vor Kongressbeginn nicht mehr in China aufgehalten haben. Der Nachweis muss mit einem Passstempel und einem Gesundheitszeugnis belegt werden. Auch hier ist offen, ob solchen Personen auch bereits die Reise nach Barcelona verwehrt wird oder ob es nur um den Zugang zum Messegelände geht.

Auf der Messe werde es zudem Temperaturmessungen geben, heißt es in Informationen an Teilnehmer. Zudem müssen sich Messebesucher selbst bescheinigen, dass sie mit keiner infizierten Person in Kontakt gekommen sind. Wie das alles in der Praxis aussehen wird, ist noch unklar. In jedem Fall dürfte es für Messebesucher mühsamer werden, das Messegelände betreten zu dürfen.

Verschiedene stark frequentierte Bereiche des Messegeländes sollen verstärkt desinfiziert werden, beispielsweise die Cateringzone, WCs oder auch Treppengeländer. Zudem soll Desinfektionsmittel für Teilnehmer bereitstehen und eine No-Handshake-Policy durchgesetzt werden - Besucher sollen sich also nicht die Hände schütteln.

Coronavirus fordert bereits mehr als 1.000 Tote

Das Coronavirus hat Beobachtungen zufolge eine Inkubationszeit von etwa zwei Wochen. Infizierte können keine Symptome zeigen und andere Menschen trotzdem anstecken. Die Sterblichkeitsrate soll bei etwa zwei Prozent liegen. Es ist nicht ganz klar, wie sich die Krankheit ausbreitet, nur dass es wohl recht einfach sei, sie zu verbreiten.

Bisher hat es nach Angaben des chinesichen Gesundheitsministeriums insgesamt 1.016 Tote gegeben, die an der Krankheit gestorben sind, berichtet Reuters. Mehr als 42.000 Menschen sollen in China bisher an dem Coronavirus erkrankt sein, die Infektionsrate könnte aber auch deutlich höher sein. Bisher soll es außerhalb Chinas 319 Menschen geben, die mit dem Coronavirus infiziert wurden. Diese verteilen sich auf 24 Länder. Nach den derzeitigen Zahlen ist die Sterblichkeitsrate durch das Coronavirus höher als beim Sars-Ausbruch der Jahre 2002 und 2003.

In China haben über 300 Unternehmen aufgrund der durch das Coronavirus angespannten wirtschaftlichen Situation finanzielle Hilfe in Form von Darlehen beantragt, darunter auch Xiaomi. Seit Wochen ist China im Grunde lahmgelegt, um die Verbreitung der Krankheit einzudämmen. Das wirkt sich auch auf die Wirtschaft des Landes aus.

 (ip)


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