Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/galaxy-s20-serie-im-hands-on-samsung-will-im-kameravergleich-an-die-spitze-2002-146486.html    Veröffentlicht: 11.02.2020 20:00    Kurz-URL: https://glm.io/146486

Galaxy-S20-Serie im Hands-on

Samsung will im Kameravergleich an die Spitze

Mit der neuen Galaxy-S20-Serie verbaut Samsung erstmals seine eigenen Isocell-Kamerasensoren mit hoher Auflösung, auch im Zoombereich eifert der Hersteller der chinesischen Konkurrenz nach. Wer die beste Kamera will, muss allerdings zum sehr großen und vor allem wohl teuren Ultra-Modell greifen.

Samsung hat seine neue Galaxy-S20-Reihe mit drei Modellen vorgestellt: Das Galaxy S20, das Galaxy S20+ und das Galaxy S20 Ultra beruhen auf einer gemeinsamen Hardwarebasis, unterscheiden sich allerdings in der Größe sowie in der Kameraausstattung. Bei allen drei Modellen setzt Samsung erstmals bei seinen eigenen Geräten selbstentwickelte Isocell-Bildsensoren ein - entsprechend leistungsfähig soll besonders die Kamera des Ultra-Modells sein.

Golem.de konnte sich alle drei neuen Galaxy-S20-Geräte vor der Präsentation genauer anschauen. Mit den neuen Kameras könnte Samsung der Konkurrenz aus China endlich etwas entgegensetzen - günstig wird das für die Käufer aber nicht.

Die drei neuen Smartphones verwenden alle ein 7-nm-SoC mit acht Kernen und einer maximalen Taktrate von 2,73 GHz (Exynos 990). Erste Unterschiede gibt es bei den OLED-Displays: Das Galaxy S20 hat ein 6,2 Zoll großes Display mit Quad-HD-Auflösung, das Galaxy S20+ ist mit seinem 6,7-Zoll-Bildschirm merklich größer. Das Galaxy S20 Ultra hat einen 6,9 Zoll großen Bildschirm und gehört damit zu den größten Smartphones, die Samsung bisher veröffentlicht hat.

Scharfe 120-Hz-Displays

Alle Displays machen wie bei Samsung üblich einen sehr guten Eindruck: Sie sind sehr scharf, die Farben wirken natürlich. Zudem unterstützen die Bildschirme die Wiedergabe mit 120 Hz, was zu einer sehr flüssigen Darstellung führt. Allerdings unterstützen die Displays die hohe Bildrate nur bei Full-HD-Auflösung. Samsung setzt bei allen drei Modellen seine Edge-Displays ein, deren Rand gebogen ist - das führt wie in der Vergangenheit zu den üblichen Farbverzerrungen. Bei allen Geräten ist die einzelne Frontkamera in der Mitte direkt im Display verbaut, das für diese Zwecke ein Loch hat. Auf Mehrfach-Frontkameras wie beim Galaxy S10+ verzichtet Samsung.

Im Grunddesign unterscheiden sich die neuen Galaxy-S-Modelle nicht wesentlich von ihren Vorgängern: Die Rückseite ist wieder aus Glas, das im Randbereich in Richtung des Metallrahmens gewölbt ist. Auffällig ist das große und verhältnismäßig weit herausstehende Kameramodul beim Ultra-Modell, das unserer Meinung nach nicht attraktiv aussieht.

Die interessantesten Unterschiede der drei Smartphones finden sich bei den Kameras. Das Galaxy S20 hat eine Dreifachkamera, die aus einer Normalkamera mit 12-Megapixel-Sensor mit einer Anfangsblende von f/1.8, einer Superweitwinkelkamera mit 12-Megapixel-Sensor und einer Anfangsblende von f/2.2 sowie einer Telekamera mit einem 64-Megapixel-Sensor und einer Anfangsblende von f/2.0 besteht. Von der variablen Blende vergangener Galaxy-Modelle lässt Samsung bei den neuen Geräten ab.

Samsung verbaut eigene, hochauflösende Sensoren

Bei dem 64-Megapixel-Sensor handelt es sich um einen Isocell-Sensor von Samsung. Dieser wird auch beim Galaxy S20+ verwendet, das die gleiche Kameraausstattung wie das Galaxy S20 sowie zusätzlich eine Time-of-Flight-Kamera (ToF) für die Entfernungsmessung hat. Beide Modelle verfügen über einen Hybrid-Zoom, den Samsung Space Zoom nennt: Er ermöglicht eine dreifache, digital optimierte Vergrößerung sowie eine bis zu 30-fache Vergrößerung. Diese nennt Samsung Super Resolution Zoom.

Beim Galaxy S20 Ultra verbaut Samsung hingegen seinen 108-Megapixel-Kamerasensor, der zusammen mit Xiaomi entworfen wurde und auch im Xiaomi Mi Note 10 verbaut ist. Das Ultra-Modell verwendet den Chip bei seiner Hauptkamera, die eine Anfangsblende von f/1.8 hat. Wie bei den beiden anderen Geräten nutzt Samsung auch hier keine duale Blende mehr. Das Galaxy S20 Ultra hat zudem eine Superweitwinkelkamera mit einem 12-Megapixel-Sensor und einer Anfangsblende von f/2.2 sowie eine Telekamera mit einem 48-Megapixel-Sensor und einer Anfangsblende von f/3.5, die eine höhere Brennweite als bei den anderen beiden Modellen hat.

Verglichen mit vorigen Galaxy-S- und Galaxy-Note-Modellen hat Samsung besonders beim Ultra-Modell die Kameraausstattung gründlich verändert. Nachdem der Hersteller jahrelang ausschließlich 12-Megapixel-Sensoren verwendete, setzt er nun auf die eigenen, hochauflösenden Sensoren. Diese kombinieren standardmäßig vier Pixel zu einem, machen also Bilder mit geringerer Auflösung als eigentlich möglich. Bei Bedarf lässt sich aber die volle Auflösung nutzen.

Super Resolution Zoom mit bis zu 100-facher Vergrößerung

Das ist in Verbindung mit dem Periskop-Teleobjektiv des Galaxy S20 Ultra beim Zoom praktisch: Das Galaxy S20 Ultra verfügt über eine digital optimierte Zehnfachvergrößerung, der Super Resolution Zoom erreicht beim Ultra-Modell eine hundertfache Vergrößerung. Zudem sollen sich in schlecht ausgeleuchteten Umgebungen bessere Bilder machen lassen. Solche Vorzüge hatten verschiedene Huawei- und Xiaomi-Modelle in der Vergangenheit bereits, während Samsung eigenen Angaben nach besonders im Low-Light-Bereich trotz dualer Blende hinterherhinkte. Mit der neuen Kameraausstattung besonders des Ultra-Modells dürfte Samsung der Konkurrenz aus China etwas entgegensetzen können.

Eine abschließende Einschätzung der Bildqualität können wir nach unserem ersten kurzen Test noch nicht abgeben. Der erste Eindruck ist gut, das Kamera-Interface ist stimmig. Gut gefallen uns neue Funktionen wie die Möglichkeit, mit allen Kameras gleichzeitig das gleiche Motiv fotografieren zu können. So lässt sich nach der Aufnahme der beste Blickwinkel heraussuchen. Dank der hohen Auflösung des Hauptsensors des Ultra-Modells und der Quick-Crop-Funktion können wir qualitativ hochwertige Bildausschnitte anfertigen.

Samsung hat das Galaxy S20 Ultra auch im Videobereich verbessert: So können jetzt Aufnahmen in 8K angefertigt werden. Aus diesen Aufnahmen lassen sich direkt 33-Megapixel-Fotos extrahieren. Außerdem wurden der Super-Steady-Modus gegen Verwackelungen sowie die Nacht-Hyperlapse-Funktion verbessert - ausprobieren konnten wir diese nicht.

Nachdem Samsung in den vergangenen zwei Jahren zur Konkurrenz aus China um Huawei und Xiaomi bei den Kameras etwas den Anschluss verlor, setzt der Hersteller mit seiner neuen Kameraausstattung ein Zeichen - besonders beim Ultra-Modell. In einem kommenden Test wird Golem.de überprüfen, ob die Kameras wirklich so gut wie auf dem Papier angegeben sind. Auch erhoffen wir uns von einem Test Klarheit bezüglich der optischen Vergrößerung, die Samsung bislang verschwieg.

Alle drei Modelle kommen mit 5G

Alle drei neuen Modelle unterstützen Cat20-LTE, zudem wird es die Modelle auch mit 5G-Unterstützung geben. Die Speicheroptionen sind bei allen Modellen unterschiedlich: Das Galaxy S20 wird wahlweise mit 8 oder 12 GByte RAM und 128 GByte Flash-Speicher erhältlich sein. Das Galaxy S20+ kommt mit der gleichen Speicherausstattung, bietet zusätzlich aber die Option auf 512 GByte Flash-Speicher. Das Galaxy S20 Ultra gibt es mit wahlweise 12 oder 16 GByte RAM sowie entweder 128, 256 oder 512 GByte Flash-Speicher.

Ausgeliefert werden die neuen Modelle mit Android 10 und Samsungs eigener Benutzeroberfläche. Neu ist unter anderem ein Game Booster. Das Galaxy S20 hat einen 4.000 mAh großen Akku, der des Galaxy S20+ hat eine Nennladung von 4.500 mAh. Das Galaxy S20 Ultra hat mit 5.000 mAh den größten Akku.

Fazit

Die drei neuen Galaxy-S20-Modelle machen auf uns einen guten Eindruck. Technisch gesehen sind alle Smartphones sehr gut ausgestattet, von der Kamera her ist allerdings das Galaxy S20 Ultra das interessanteste Modell.

Samsung kombiniert dort seine hochauflösenden Isocell-Sensoren, um eine hohe Zoomstufe zu erreichen. Der 108-Megapixel-Sensor hat bereits in Xiaomis Mi Note 10 bewiesen, dass die hohe Auflösung eine sehr gute Detailschärfe bringt. Dies lässt sich für verlustarme Vergrößerungen nutzen, was auch beim Galaxy S20 Ultra der Fall sein dürfte.

Die neue Kameraausstattung wirkt sich allerdings auf den Preis aus: Das günstigste Modell ist das Galaxy S20 mit 128 GByte Speicher für 900 Euro. Mit 5G-Option kostet das Smartphone 1.000 Euro. Das Galaxy S20+ mit 128 GByte Speicher und ohne 5G kostet ebenfalls 1.000 Euro, mit 5G-Unterstützung bei gleicher Speichergröße 1.100 Euro. Das Galaxy S20+ ist zudem auch mit 512 GByte Speicher sowie 5G erhältlich und kostet dann 1.250 Euro.

Das Galaxy S20 Ultra wird ausschließlich mit 5G verfügbar sein. Es kostet mit 128 GByte Speicher 1.350 Euro. Das teuerste Modell der neuen Serie ist das Galaxy S20 Ultra mit 512 GByte Speicher: Das Gerät kostet 1.550 Euro. Wer das Galaxy S20+ oder Galaxy S20 Ultra zwischen dem 11. Februar und 8. März 2020 vorbestellt und sich bis zum 14. April 2020 registriert, bekommt die neuen Galaxy Buds+ als Zugabe. Ab dem 13. März sollen alle Modelle erhältlich sein.

Offenlegung: Golem.de war auf Einladung von Samsung auf einer Vorschauveranstaltung. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.  (tk)


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