Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/navigation-apples-karten-app-verzichtet-auf-tomtom-daten-2002-146474.html    Veröffentlicht: 06.02.2020 11:24    Kurz-URL: https://glm.io/146474

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Apples Karten-App verzichtet auf Tomtom-Daten

Apple hat kürzlich die neue Version der eigenen Karten-App veröffentlicht. Dabei wurde verschwiegen, dass Apple künftig keine Daten von Tomtom mehr verwendet. Apples aktuelle Karten-App soll dieses Jahr auch nach Europa kommen.

Die kürzlich vorgestellte neue Karten-App von Apple erhält intern eine gravierende Änderung: Apple nutze in den USA keine Tomtom-Daten mehr in der Karten-App, sagte das Unternehmen dem Magazin Wired. Für die neue Karten-App werde auf selbst erhobene Daten gesetzt. Außer für die reinen Kartendaten wurde Tomtom bisher auch für Verkehrsinformationen verwendet.

Die neue Karten-App will Apple im Laufe des Jahres auch in Europa anbieten - vorerst steht die neue Version nur in den USA bereit. Wann genau die Karten-App auch für Europa und insbesondere für Deutschland erscheint, ist nicht bekannt. Auch ist noch offen, ob sich Apple auch in Europa gänzlich von Tomtom löst oder weiterhin Tomtom-Daten nutzen wird.

Während sich also Apple von Tomtom mindestens zum Teil abwendet, sucht ein anderer großer Hersteller für Smartphones die Nähe zum langjährigen Anbieter von Navigationslösungen: Huawei will eine eigene Karten-App mit Tomtom-Daten veröffentlichen, um selbst eine Alternative zu Google Maps anbieten zu können.

Huaweis Probleme

Huawei darf aufgrund von Sanktionen der US-Regierung keine neuen Android-Smartphones mit Google-Diensten wie Play Store, Google Maps, Gmail und Youtube verkaufen. Daher hält sich das Unternehmen derzeit damit zurück, neue Smartphone-Modelle offiziell ganz regulär in Europa zu verkaufen. So wurde das Mate 30 Pro nur in begrenzter Stückzahl in Deutschland verkauft.

Apples neue Karten-App zeigt mehr Details im Kartenmaterial an, dazu gehören Gebäude und Bodenerhebungen, die zusätzlich zu Straßen und markanten Flächen zu sehen sein werden. Einige der neuen Funktionen werden vermutlich nicht nach Deutschland kommen. Dazu gehört die Funktion Umsehen, die aus interaktiven Fotos auf Straßenzugebene mit nahtlosen Übergängen zwischen den Aufnahmen besteht - also eine Konkurrenz zu Google Street View. Aufgrund von Datenschutzbedenken wird es diese Funktion hierzulande wohl nicht in der Apple-Karten-App geben.

Die Sprachansagen bei der Navigation sollen künftig natürlicher klingen und für Urlaubsreisen sollen sich bestimmte Orte in Listen speichern lassen, die dann auch mit anderen ausgetauscht werden können. Zudem sollen die Informationen zu Nahverkehrsmitteln verbessert und Innenraumkarten in Flughäfen und Einkaufszentren bereitgestellt werden.

 (ip)


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