Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/smartphones-und-tablets-neuer-eu-vorstoss-fuer-einheitliche-ladekabel-2001-146344.html    Veröffentlicht: 29.01.2020 14:22    Kurz-URL: https://glm.io/146344

Smartphones und Tablets

Neuer EU-Vorstoß für einheitliche Ladekabel

Die EU-Kommission will einen neuen Vorstoß für einheitliche Smartphone-Ladekabel unternehmen. Damit soll auch Elektronikschrott reduziert werden. Vor allem Apple sträubt sich seit Jahren dagegen.

Einheitliche Ladekabel für Smartphones, Tablets und E-Book-Reader will die EU in ihrem Einzugsgebiet nach zehn Jahren vergeblichen Bemühens endlich durchsetzen. Dies gab die EU-Kommission in ihrem Arbeitsprogramm für 2020 bekannt. Die Initiative entspricht den Wünschen des Europaparlaments.

Abgeordnete hatten vor zwei Wochen mehr Druck auf die Elektronikindustrie gefordert. Einheitliche Ladekabel sollen nicht nur Verbrauchern das Leben erleichtern, sondern auch für weniger Elektronikschrott sorgen. Die Anschlüsse sollen demnach für Smartphones, Tablets, E-Books und andere Geräte passen.

Derzeit sind vor allem drei verschiedene Ladekabel bei Neugeräten gebräuchlich. Neben den neuen Standards USB-C sowie Apples Lightning-Anschluss kommen noch immer Produkte mit Micro-USB-Buchsen auf den Markt. Vor allem im Bereich der E-Book-Reader sind USB-C-Anschlüsse eher eine Seltenheit.

Apple wehrt sich dagegen

Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber erinnerte daran, dass die EU schon seit zehn Jahren versuche, Gerätehersteller zu einem freiwilligen einheitlichen Standard für Ladestecker zu bewegen. "Einzelne Anbieter wie Apple haben allerdings kein Interesse an einem gemeinsamen Modell", kritisierte er.

Erst kürzlich hatte Apple davor gewarnt, einheitliche Ladekabel zu verlangen. Dies sei innovationsfeindlich und diene nicht dem Umweltschutz, hieß es zur Begründung. Eine mögliche Regulierung schade "Nutzern in Europa sowie der Wirtschaft insgesamt", argumentiert Apple.

Das Parlament werde diese Woche eine Aufforderung an die Kommission richten, ihren Vorschlag bis Juli 2020 vorzulegen. Als Übergangslösung schlug Ferber vor, dass Apple einen kostenlosen Adapter zur Verfügung stellt. Durch alte Ladekabel fallen nach Angaben des Europaparlaments jährlich in der EU rund 51.000 Tonnen Elektroschrott an.

2009 einigten sich mehrere Hersteller freiwillig auf Micro-USB als gemeinsame Ladelösung und Apple stellte einen Micro-USB-Adapter für Lightning vor. Da die Branche nicht bei Micro-USB stehen bleiben wollte, wurde 2018 USB-C als einheitlicher Standard beschlossen - allerdings nur beim Netzteil, beim Endgerät erfolgte keine Einigung.

 (ip)


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