Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/vernetzung-ampeln-melden-audis-gruenes-licht-2001-146326.html    Veröffentlicht: 29.01.2020 07:22    Kurz-URL: https://glm.io/146326

Vernetzung

Ampeln melden Audis grünes Licht

Audi baut in Düsseldorf den Service Ampelinformation weiter aus. Die Fahrzeuge zeigen dem Fahrer die Geschwindigkeit an, mit der er die Grünphasen optimal nutzen kann.

Audi hat nach Ingolstadt auch in Düsseldorf ein System der Ampelinformation aufgebaut, das sich vornehmlich in zwei Funktionen gliedert: Green Light Optimized Speed Advisory (Glosa) und Time-to-Green. Beide Informationen helfen dem Fahrer, die nächste Ampel bei Grün zu erwischen, ohne zu schnell oder zu langsam zu fahren und den nachfolgenden Verkehr zu behindern.

Glosa errechnet die optimale Geschwindigkeit für eine sogenannte Grüne Welle unter Berücksichtigung des Tempolimits. Die Funktion kann auch vorschlagen, die Geschwindigkeit rund 250 Meter vor der Ampel schrittweise zu drosseln, damit der Fahrer und nachfolgende Autos pünktlich bei Grün an der Kreuzung ankommen. An roten Ampeln zählt ein Countdown die Sekunden bis zur nächsten Grünphase im Fahrerdisplay herunter. In Düsseldorf wurden bis Ende Januar 2020 rund 150 Ampeln umgerüstet, im Frühsommer sollen es 450 der insgesamt 600 Ampeln sein.

In Ingolstadt installierte Audi das System bereits im Mai 2019. In den USA wird der Service seit Ende 2016 angeboten. Audi setzt bei dem Dienst nicht auf eine direkte Kommunikation der Ampeln mit dem Fahrzeug. Vielmehr übermitteln die städtischen Verkehrsmanagementzentralen die Ampeldaten an einen Projektpartner, der sie über Mobilfunk an die Fahrzeuge weiterleitet.

Audi und sein Projektpartner Traffic Technology Services (TTS) entwickelten einen Algorithmus, der aus drei Quellen genaue Prognosen errechnet: dem jeweiligen Steuerprogramm der Signalanlage, den Echtzeitdaten vom Verkehrsrechner, einer Kombination aus Belegungskameras, Detektorschleifen in der Straße, Bus- oder Tram-Anmeldungen und Fußgängerdrückern sowie historischen Daten.

"Die Autos senden anonymisierte Daten der Ampelüberfahrten an ein Audi-Backend. Hier wird überprüft, ob die realen Ampelüberquerungen mit den Prognosedaten übereinstimmen. Nur dann werden die Ampeln für die Anzeige im Auto freigegeben", sagte Andre Hainzlmaier, Leiter Entwicklung Apps, Connected Services und Smart City bei Audi.

Nicht nachrüstbare Funktion

Nachgerüstet werden kann die Funktion nicht, verfügbar ist sie beim Audi E-Tron, A4, A6, A7, A8, Q3, Q7 und Q8, die ab Mitte Juli 2019 produziert wurden. Voraussetzungen sind das Paket Audi Connect Navigation & Infotainment sowie die optionale kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung.



 (ml)


Verwandte Artikel:
Zulieferprobleme: Audi will E-Tron-Produktion in Brüssel kürzen   
(27.01.2020, https://glm.io/146297 )
Gesetzentwurf vorgelegt: Anspruch auf private Wallbox mit viel Konfliktpotenzial   
(14.01.2020, https://glm.io/146063 )
Elektromobilität: Diese E-Autos kommen 2020 auf den Markt   
(03.01.2020, https://glm.io/145578 )
Elektroauto: 2020 wird E gut   
(26.12.2019, https://glm.io/145581 )
Kartendienst: Mitsubishi und NTT steigen bei Here ein   
(20.12.2019, https://glm.io/145671 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/