Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/lightning-vs-usb-c-usb-konsortium-war-zu-traege-2001-146280.html    Veröffentlicht: 26.01.2020 11:38    Kurz-URL: https://glm.io/146280

Lightning vs. USB-C

USB-Konsortium war zu träge

Im Streit um den offenen Standard USB-C und Apples eigenen Standard Lightning sind neue Details bekanntgeworden. Das USB-Konsortium gibt sich selbst die Schuld, nicht frühzeitig einen USB-Standard fertig gehabt zu haben, der gegen Lightning hätte bestehen können.

Es ist hinlänglich bekannt, dass Apple lange vor der Einführung von USB-C mit Lightning einen Steckertyp angeboten hatte: Dieser war von Anfang an verdrehsicher, deutlich kleiner geraten und er vertrug höhere Ströme sowie Spannungen. Neu ist aber, dass Apple das zuständige USB-Konsortium namens USB-IF (Universal Serial Bus Implementers Forum) nicht überging, sondern dass das Konsortium einfach zu träge war.

Im Gespräch mit dem c't-Magazin sagte der Chairman des USB-IF, Brad Saunders, in Bezug auf USB-C: "Wir waren zu träge." Als Apple einen neuen Steckertyp für die Nachfolge des 30-Pin-Konnektors suchte, gab es laut Saunders noch keine Mehrheit für eine völlige Neuentwicklung des USB-Steckers. Die im USB-IF aktiven Unternehmen hätten zu der Zeit auf Zwischenlösungen wie MHL gesetzt, womit eine Mini- oder Micro-USB-Buchse zweckentfremdet worden sei.

Als Standardisierungsgremium ist das USB-IF bei neuen Entwicklungen auf die Mehrheitsbeschlüsse der Mitglieder angewiesen und reagiert dadurch unter Umständen träger als ein einzelner Hersteller, der sich nicht mit anderen Unternehmen in Detailfragen einigen muss. Apple warnte kürzlich vor einem einheitlichen USB-Ladegerät, wie es die EU durchsetzen möchte. Apple argumentiert: Solche Vorgaben seien innovationsfeindlich und dienten nicht dem Umweltschutz. Letzteres ist ein zentrales Argument der EU bei der Einführung von einheitlichen USB-Netzteilen.

Apple wollte weder Mini-USB noch Mikro-USB

Als Apple nach einem Nachfolger des 30-Pin-Konnektors suchte, kamen weder Mini-USB noch Mikro-USB in Frage. Als Grund wird vermutet, dass die Stecker nicht standardmäßig verdrehsicher waren. Mittlerweile gibt es auf dem Markt aber auch Mikro-USB-Stecker, die beliebig in eine Micro-USB-Buchse gesteckt werden können. Die Tolino-Allianz etwa legt solche Kabel ihren hochwertigen E-Book-Readern bei.

Aber möglicherweise habe es auch andere Gründe gegeben, dass Apple auf einen eigenen Anschlusstyp gesetzt habe, heißt es. Apple brachte ein erstes Gerät mit einem Lightning-Anschluss im Herbst 2012 auf den Markt. Der USB-C-Standard wurde erst im Sommer 2014 verabschiedet und hat einige Merkmale von Apples Lightning-Anschluss aufgegriffen.

 (ip)


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