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Magenta-TV-Stick im Test

Android-TV-Stick gleicht Magenta-TV-Schwächen nicht aus

Eine bequeme Nutzung von Magenta TV verspricht die Telekom mit dem Magenta-TV-Stick. Wir haben uns die Hardware angeschaut und dabei auch einen Blick auf Magenta TV geworfen. Der Dienst hat uns derzeit noch zu viele Schwächen.

Externe Streaming-Geräte auf Basis von Android TV sind auf dem deutschen Markt eher eine Seltenheit geworden. Denn Google selbst bietet schon lange kein Streaming-Gerät mehr mit Android TV an. Mit dem Verkaufsstart des Magenta-TV-Sticks gibt es ein preiswertes Android-TV-Gerät, das auf die Nutzung von Magenta TV zugeschnitten ist. Der Telekom-Stick hat nicht die typische Android-TV-Oberfläche, sondern eine Magenta-TV-Oberfläche, weist aber den gleichen Funktionsumfang wie andere Android-TV-Geräte auf.

Für die Einrichtung des Magenta-TV-Sticks wird dieser mit dem WLAN verbunden. Neben einem Google-Konto wird ein Telekom-Konto benötigt. Derzeit wird der Magenta-TV-Stick im Rahmen eines Betatests verkauft. Käufer erhalten drei Monate lang kostenlos Zugang zu Magenta TV. Allerdings wird der Nutzer bei der Einrichtung nicht darauf hingewiesen und kann dies auch nicht direkt am Stick aktivieren - das ist kundenunfreundlich. Hier sollte die Telekom den Prozess marktüblich anpassen. Der jetzige Anmeldeprozess ist viel zu kompliziert geraten.

Zum Lieferumfang des Magenta-TV-Sticks gehört ein Netzteil sowie ein Kabel mit einer Abzweigung für einen vollwertigen USB-Anschluss. An diesen können wir etwa einen USB-Stick, eine Maus oder Tastatur anschließen. Der Einsatz von Tastaturen ist aber für deutsche Kunden miserabel umgesetzt: Die Tastenbelegung einer angeschlossenen Tastatur lässt sich nicht auf Deutsch umstellen. Vor allem Sonderzeichen sind an ganz anderen Stellen zu finden, das bequeme Schreiben wird damit unmöglich gemacht.

Fernbedienung mit Stärken und Schwächen

Des Weiteren ist eine Fernbedienung dabei, die uns nicht ganz überzeugen kann. Gut gefallen uns die Zusatztasten für Spezialfunktionen von Magenta TV. So können wir direkt zum TV-Programm springen, die Programmzeitschrift aufrufen, die Megathek-Inhalte und die App-Übersicht öffnen. Angenehm ist auch das Vorhandensein einer Pausetaste, die gerade bei Android-TV-Geräten gerne fehlt. Es gibt sogar eine Aufnahmetaste, aber die ist leider noch ohne Funktion. Uns fehlt jedoch eine Zahlentastatur, um gezielt zu einem bestimmten TV-Sender zu springen.

Auf der Fernbedienung befinden sich auch Lautstärketasten. Diese steuern den Ausgangspegel des Sticks. Das ist an sich eine gut gedachte Lösung, um sich das Anlernen anderer Fernbedienungen zu ersparen. Aber selbst in Maximalstellung ist der Ausgangspegel so gering, dass wir einen Fernseher oder eine darüber laufende Anlage ungewöhnlich laut stellen müssen. Wechseln wir dann auf ein anderes Gerät, werden wir sehr laut angebrüllt.



Die Tasten der Fernbedienung haben einen klar definierten Druckpunkt, sie vermitteln aber ein etwas schwammiges Gefühl. Dadurch wirken die Tasten billig. Die Tastenbelegung ist weitestgehend logisch, allerdings hätten wir uns die Pausetaste lieber an zentraler Stelle als am Rand gewünscht. Komplett missglückt ist die Beschriftung: Statt einer weißen Schrift hat sich die Telekom für eine hellgraue entschieden. Selbst bei normalem Tageslicht sind die Symbole nur schwierig zu erkennen. Wenn wir den Raum beim Fernsehkonsum abdunkeln, sind die Tastenbeschriftungen im Grunde nicht mehr erkennbar.

Als Android-TV-Gerät unterstützt der Telekom-Stick auch Google Cast, kann also alles, was ein Chromecast bietet. Das kann praktisch sein, wenn es von einem Dienst keine App gibt, wie etwa bei Sky Ticket, das es nicht für Android TV gibt. Über Google Cast können Sky-Ticket-Inhalte vom Smarpthone aus auf dem Magenta-TV-Stick abgespielt werden.

Netflix und Prime Video laufen

Wir haben auf dem Magenta-TV-Stick auch Amazon Prime Video und Netflix ausprobiert, die beide schnell reagieren und das geboten haben, was von einem Streaming-Stick zu erwarten ist. Wie auch auf anderen Android-TV-Geräten gibt es eine Version der Prime-Video-App, in der noch Prime-Banderolen zu finden sind. Damit lassen sich die kostenlosen Inhalte gut von den bei Amazon verfügbaren Leih- und Kaufinhalten unterscheiden. Diesbezüglich schneidet die App also besser ab als auf den Fire-TV-Geräten, weil Amazon Ende 2016 alle Prime-Banderolen von der Fire-TV-Oberfläche entfernt hat. Vor zwei Jahren hatte Amazon versprochen, die Prime-Banderole wieder einzublenden, das ist aber nicht passiert.



Im Bereich der 4K-Unterstützung funktioniert vieles noch nicht. Derzeit kann der Stick nur die Inhalte von Netflix, Videoload und Youtube in 4K-Auflösung abspielen. Bei der Wiedergabe über Videoload zeigten sich lästige Microruckler, die uns bei Netflix nicht aufgefallen sind. Youtube zeigt bei 4K-Wiedergabe im 60-Hz-Betrieb sehr viele gedoppelte Frames, so dass es im Grund nicht nutzbar ist. Schalten wir auf 30-Hz-Betrieb herunter, zeigen sich wie bei Videoload störende Microruckler.

Langfristig sollen auch die Inhalte in der Megathek sowie die Inhalte bei Amazon Prime Video mit UHD-Auflösung abgespielt werden können. Auf Nachfrage nannte die Deutsche Telekom keinen Termin dafür. Vor allem bei den Software-Funktionen funktioniert so einiges bei Magenta TV noch nicht, was von der Telekom mit dem Status des Betatests begründet wird.

Dazu gehören auch Funktionen, die Besitzer eines Fire-TV-Geräts hingegen bereits nutzen können. Wir fanden es sonderbar, dass die Telekom hier für Fremdgeräte einen größeren Funktionsumfang anbietet als für die eigene Hardware. Die Telekom will den vollen Funktionsumfang später einmal bereitstellen. Ein Termin wird dazu auf Nachfrage nicht genannt.

Bei Magenta TV fehlen noch Funktionen

Neben der unvollständigen 4K-Unterstützung fehlen vor allem Funktionen in der Magenta-TV-App. Dabei handelt es sich um Grundfunktionen, auf die wir bei einem solchen Dienst nicht verzichten wollen. Wer sich also den Magenta-TV-Stick derzeit anschafft, kann einige Basisfunktionen nicht verwenden. Bei den Fernsehfunktionen sind das eine Sendersortierung und die Aufnahmefunktion. Letztere fehlt derzeit auch noch in der Magenta-TV-App für Fire-TV-Geräte, auf der eine Sendersortierung hingegen vorhanden ist.

Gespeicherte Aufnahmen können auf dem Magenta-TV-Stick abgespielt werden, die Aufnahmen werden in der Cloud gespeichert. Der Cloud-Speicher ist mit 24 Stunden allerdings vergleichsweise dürftig, der Kunde muss die Aufnahmen also zügig anschauen, damit der Speicher nicht zu schnell voll ist.

Ergänzend dazu stehen die Funktionen Timeshift und Restart zur Verfügung. Wenn wir einen bereits angefangenen Film etwa in der Smartphone-App aufzeichnen, merkt der Dienst das nicht und führt keinen automatischen Restart durch. Das ist schade und unkomfortabel. Kunden von Magenta TV haben Zugriff auf 75 Sender. Davon sind etwas mehr als 50 Sender als HD-Stream verfügbar, inklusive aller Programme von RTL und ProSiebenSat.1.

Megathek-Inhalte gibt es zusätzlich

Zu Magenta TV gehört auch der Zugriff auf die Megathek. Hierbei handelt es sich vornehmlich um die Inhalte der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, aber auch einige exklusive Inhalte, die die Telekom über Fox oder Sony lizenziert hat. So gibt es die TV-Serie The Handmaid's Tale exklusiv für Magenta-TV-Kunden. All die Inhalte stehen auf Abruf bereit und in diesem Bereich sind wir von Magenta TV besonders enttäuscht. Ein Aspekt sind die lästigen Wartezeiten bei der Navigation durch die Inhalte, aber auch die Aufbereitung der Inhalte und die zum Teil vorhandenen Lücken.

Zunächst zur Geschwindigkeit: Wir haben Magenta TV parallel auch auf dem Fire TV Cube von Amazon getestet, einem von der Hardware her sehr leistungsfähigen externen Streaming-Gerät. Sowohl auf dem Fire TV Cube als auch auf dem Magenta-TV-Stick dauert es immer einige Sekunden, bis die Details eines Films oder einer Serie angezeigt werden. Das Laden der Infoseiten dauert einfach zu lange. Selbst wenn wir uns in die Details einer Serienfolge gewühlt haben und zur Staffelübersicht zurückkehren, kommt es zu diesen Wartezeiten - das ist ungemein lästig. Vergleichbare Probleme kennen wir bei Amazon oder Netflix nicht. Das Erforschen von Megathek-Inhalten nervt schnell und bereitet keine Freude.



Beim Test des Magenta-TV-Sticks fanden wir es sehr lästig, dass die Merklistenfunktion fehlt. Die Magenta-TV-App für Fire-TV-Geräte hat die Merkliste hingegen bereits eingebaut. Wir können nicht nachvollziehen, dass eine solche Funktion beim Stick fehlt. Das mindert den Komfort erheblich, denn wir müssen uns die Streaming-Inhalte immer direkt auf dem Stick heraussuchen. In Anbetracht der langsamen Reaktion der Oberfläche ist das besonders lästig.

Suche ist unkomfortabel

Erschwerend kommt die unkomfortable Suchfunktion dazu. Ausgerechnet auf dem Stick gibt es keine Autovervollständigung, obwohl die Eingaben über eine Bildschirmtastatur mit der Fernbedienung bereits sehr unkomfortabel ist. Das gleiche Problem gibt es mit Fire-TV-Geräten. Besser sieht es in der Magenta-TV-App auf Smartphones aus, es gibt eine Autovervollständigung. Es ist für uns unbegreiflich, warum diese Funktion auf Streaming-Geräten fehlt, obwohl es sie gibt, wie ein Blick auf die Smartphone-App zeigt.



Der Magenta-TV-Stick hat den Google Assistant eingebaut. Wenn wir aber damit nach Inhalten suchen, werden keine Inhalte von Magenta TV gefunden. Der Assistent kennt nur die Inhalte von Google-Diensten wie Play Movies. An dieser Stelle wird deutlich, dass Hard- und Software keine Einheit bilden. Hier schneidet Amazon mit seinen Fire-TV-Geräten deutlich besser ab, der Nutzer kann die Amazon-Inhalte bequem mit Sprachbefehl suchen und spart sich die lästige Eingabe von Text über die Fernbedienung.

TV-Programm dudelt ständig im Hintergrund

Der Magenta-TV-Stick spielt immer den eingestellten TV-Sender ab, solange wir uns in der Magenta-TV-Oberfläche bewegen. Dieses Verhalten gibt es auf einem Fire TV nicht. Wir fanden diese akustische Beschallung beim Suchen nach Inhalten sehr störend. Auf Nachfrage erklärte die Telekom, dass dies auch bei den Magenta-TV-Receivern so sei. Die Telekom wolle die Erfahrungen des Beta-Tests abwarten und dann entscheiden, ob dieses Verhalten vielleicht geändert werde. Die Magenta-TV-App auf Fire-TV-Geräten verhält sich auch an diese Stelle ganz anders: Hier wird das TV-Programm nicht ständig im Hintergrund abgespielt, das finden wir deutlich angenehmer.



Ganz allgemein gefällt uns die Bedienung auf dem Magenta-TV-Stick nicht. Wir können nicht nachvollziehen, warum die Telekom hier alles anders macht als in der Fire-TV-App. In der Magenta-TV-App auf dem Fire TV verhält sich die App so, wie wir es erwarten: Wir können direkt die verschiedenen Rubriken durchschalten und diese werden auch sofort geöffnet. Auch der Senderwechsel wird sofort umgesetzt.

Ganz anders beim Magenta-TV-Stick: Wir müssen Bewegungen auf der Oberfläche erst bestätigen. Wollen wir etwa eine Rubrik öffnen und bewegen uns mit dem Steuerrad dort hin, müssen wir noch auf die Mitte des Steuerrads drücken, damit die Rubrik geöffnet wird. Das Gleiche beim Fernsehen: Durch das Umschalten in der Senderübersicht wird noch kein Kanal gewechselt. Wir müssen auch hier erst die Mitte des Steuerrads betätigen, damit auf den ausgewählten Sender geschaltet wird.

Ein Aushängeschild von Magenta TV sind die Megathek-Inhalte. Hier verspricht die Telekom, dass die Inhalte der Mediatheken von ARD und ZDF dauerhaft verfügbar sind. Dabei läuft aber so viel schief, dass das Angebot nicht überzeugen kann.

Viele Probleme mit Megatheken-Inhalten

Die Deutsche Telekom bewirbt die Megathek damit, dass es dort mehr Inhalte als in den Mediatheken von ARD und ZDF gibt. Das trifft auch zu, aber vor allem die bestehenden Lücken machen das Angebot unattraktiv. Wir haben in Stichproben Filmreihen gefunden, in denen alle Folgen in der Megathek verfügbar sind, sind aber auch auf etliche Filmreihen gestoßen, bei denen viele Inhalte fehlen.

Für den Abokunden ist es schade, dass er sich nicht darauf verlassen kann, dass alle in der Megathek enthaltenen Filmreihen vollständig sind. Wegen der vielen Lücken fehlt den Kunden genau die Verlässlichkeit, die sich Abonnenten an dieser Stelle wünschen. Die Präsentation der Megatheken-Inhalte finden wir misslungen.

Lassen wir uns etwa alle Inhalte der ARD anzeigen, werden diese nach einem nicht erkennbaren Muster sortiert. Eine Umsortierung der Inhalte gibt es nicht. Das Finden von Inhalten wird damit besonders erschwert, hier könnte eine alphabetische Sortierung helfen. Zum Teil wird das durch vorhandene Rubriken verbessert. Aber auch hier gibt es keine für den Kunden erkennbare Sortierung.

Telekom-eigene Staffel-Sortierung

Bei vielen Filmreihen packt die Telekom die Folgen eines Jahres zu einer Staffel zusammen - je nach Filmreihe führt das dazu, dass eine Staffel auch mal aus einer oder nur zwei Folgen besteht. Hier würden wir es angenehmer finden, wenn alle Folgen einer solchen Reihe in einer Übersicht erscheinen würden - auch aufgrund der langsamen Ladezeiten. Das Navigieren in Filmreihen macht keine Freude, weil der Nutzer immer wieder warten muss, bis die Inhalte lesbar sind.

Lediglich die Tatorte haben eine etwas bessere Kuratierung erfahren. Hier werden die Tatorte bei Bedarf den jeweiligen Städten und damit den ermittelnden Kommissaren zugeordnet. Allerdings ist die Rubrik einer Stadt auch wieder willkürlich sortiert, hier wäre eine zeitliche Anordnung hilfreich.



Bei einer Filmreihe wie Ein starkes Team würde es sich anbieten, alle Folgen mit Maja Maranow in einer Übersicht bereitzustellen und alle Folgen mit Stefanie Stappenbeck. Aber diesen Komfort gibt es nicht. Jedes Jahr gibt es eine eigene Staffel und die Serie ist nicht vollständig vorhanden. Absurd wird es auch bei der Filmreihe München Mord, die nur in Einzelfolgen wild durcheinander in der Megathek vorhanden ist.

Noch absurder ist es bei der Kinderserie Neues vom Süderhof. Hier sind die Staffeln sowie die einzelnen Folgen falsch herum sortiert. Bei den Folgen ist es besonders nervig, weil die Bezeichnung falsch ist. In der Übersicht sieht die Reihenfolge korrekt aus, ist es aber nicht. Bei der Kuratierung der Inhalte sollte die Telekom deutlich mehr Sorgfalt walten lassen und sich für alle Inhalte eine praktische und zeitgemäße Präsentation der Inhalte einfallen lassen.

Ausgewählte Inhalte von Sony und Fox

Abgesehen von den Inhalten der öffentlich-rechtlichen TV-Sender stehen ausgewählte Inhalte von Fox und Sony kostenlos zur Verfügung. Viele Hollywood-Produktionen sind aber nicht Bestandteil des Abos und müssen bei Bedarf dazugekauft werden. Dabei fehlt in allen Rubriken und Suchergebnissen ein frühzeitiger Hinweis, wenn Inhalte kostenpflichtig etwa über Videoload verfügbar sind. Erst beim Öffnen der Inhalte wird klar, ob für diese weitere Kosten anfallen.



Hier sollte die Telekom eine Möglichkeit schaffen, sich überall in Magenta TV nur kostenlose Inhalte anzeigen zu lassen. Für Kunden ist die Vermischung von Abo- und Zusatzinhalten ärgerlich und führt dazu, dass das Sortiment als unübersichtlich wahrgenommen wird.

Ein weiteres Ärgernis gibt es im Stream selbst: Sowohl auf dem Magenta TV Stick als auch in der Fire-TV-App bleiben die Überblendungen zu lange zu sehen, wenn wir eine angehaltene Wiedergabe fortsetzen. Geschlagene fünf Sekunden wird der Stream teilweise überdeckt und die Inhalte sind darunter nur schwer zu erkennen. Solche Überblendungen sollten automatisch verschwinden, sobald die Wiedergabe wieder läuft. Immerhin kann die Überblendung manuell weggedrückt werden, aber nervig bleibt es trotzdem.

Beim Anschauen von Serien gibt es nicht den Komfort, den Kunden bei Amazon oder Netflix gewöhnt sind. Es gibt keine Möglichkeit, etwa in The Handmaid's Tale direkt aus einer Episode zur nächsten Episode zu springen. Bei der Konkurrenz kann direkt zur nächsten Folge gesprungen werden und das ist durchaus bequem. Da Fehlen einer solchen Komfortfunktion macht sich dann auch negativ bemerkbar.



Die Streams selbst liefen in unserem Test auf dem Magenta TV Stick zuverlässig und stabil. Die gewählte Qualität blieb erhalten und es gab keine Abbrüche. Eine andere Erfahrung hatten wir mit der Magenta-TV-App auf dem Fire TV Cube. Beim Anschauen eines Streams endete dieser ohne Vorwarnung oder einen Hinweis. Wir konnten ihn an der unterbrochenen Stelle zwar problemlos fortsetzen, aber es bleibt nervig. Wir haben mehrere Male versucht, einen 1,5-Stunden-Film ohne diese Aussetzer anzuschauen, das ist uns aber auf einem Fire TV Cube mit aktueller Magenta-TV-App nie gelungen.

Geräteverwaltung gängelt den Kunden

Kunden von Magenta TV können den Dienst auf maximal fünf Geräten nutzen. Auf diesen ist zwar eine Parallelnutzung möglich, aber wir halten in heutiger Zeit eine Beschränkung auf fünf Geräte nicht für zeitgemäß. Solche Dienste werden üblicherweise auf Streaming-Geräten, Smartphones und Tablets genutzt. Wer dann den Dienst in der Familie mit mehreren Personen nutzen will, überschreitet die Grenze schnell.



Dabei geht es nicht darum, den Dienst parallel auf mehr als fünf Geräten nutzen zu können, sondern nur darum, ihn überhaupt auf den Geräten verwenden zu können - bei Bedarf nacheinander. Sobald aber Inhalte über Magenta TV auf mehr als fünf Geräten abgespielt wurden, kann erst mal kein weiteres Gerät hinzugefügt werden.

Es wäre noch halbwegs tolerabel, wenn der Nutzer dann bei Bedarf einzelne Geräte aus der Liste entfernen und neue hinzufügen könnte. Aber genau das ist nur mit drastischen Einschränkungen möglich. Zum einen kann die Geräteliste nur komplett gelöscht werden und das auch nur alle 150 Tage. Wer also mal seine Geräteliste zurückgesetzt hat und dann mit den fünf Geräten nicht auskommt, muss fünf Monate warten, bis er die Liste wieder zurücksetzen kann. Bei einem Dienst mit monatlicher Kündigungsmöglichkeit ist es für Kunden unter Umständen einfacher, das Abo zu kündigen und den Dienst mit einem anderen Telekom-Konto neu zu buchen - eine absurde Situation. Vergleichbare Einschränkungen gibt es weder bei Amazon noch bei Netflix.



Verfügbarkeit und Fazit

Im Rahmen des Betatests gibt es den Magenta-TV-Stick zum Preis von 50 Euro. Bei der Ankündigung des Geräts nannte die Telekom einen Preis von 65 Euro. Wann der Betatest abgeschlossen wird, ist nicht bekannt.

Beta-Kunden können den Dienst Magenta TV prinzipiell für drei Monate kostenlos nutzen, die Aktivierung ist aber unnötig kompliziert, hier sollte eine Aktivierung direkt auf dem Stick möglich sein. Der Dienst Magenta TV kostet regulär 7,99 Euro pro Monat und kann monatlich gekündigt werden.

Wer bereits einen Telekom-Festnetzanschluss mit Magenta TV als Zweijahresvertrag gebucht hat, kann die App-Variante für 4,95 Euro dazubuchen. Das gilt aber nicht für Kunden, die noch das nicht mehr vermarktete Start TV nutzen. Wir hatten Magenta TV an einem solchen Anschluss getestet und konnten die Gratismonate für Magenta TV nicht über das vorhandene Telekom-Konto buchen. Wir mussten uns mühsam ein neues Telekom-Konto anlegen. Hier sollte die Telekom unbedingt nachbessern.

Fazit

Mit dem Magenta-TV-Stick soll es für Kunden besonders einfach sein, den Dienst Magenta TV zu nutzen. Man merkt aber deutlich, dass Hard- und Software nicht aus einem Guss sind, manches passt nicht so recht zusammen. Vor allem im Bereich der Suche zeigt sich das. Die Sprachsuche findet keine Inhalte von Magenta TV und die Suche der Magenta-TV-App ist eine Enttäuschung.

Erfreulicherweise stehen auch Konkurrenzdienste wie Amazon Prime Video, Netflix oder andere Anbieter von Internet-TV-Diensten bereit. Prinzipiell ist der Stick also eine willkommene Konkurrenz zu den Fire-TV-Geräten von Amazon. Aufgrund des Beta-Status des Sticks lassen sich vor allem die 4K-Fähigkeiten noch nicht bewerten. Ess fehlen weitere wichtige Grundfunktionen von Magenta TV.



Praktisch finden wir, dass sich an den Stick USB-Zubehör wie Mäuse oder Speichermedien anschließen lassen. Eine sinnvolle Tastaturnutzung ist aber nicht möglich. Die Fernbedienung erfüllt ihre Aufgabe passabel, für ein auf den TV-Konsum zugeschnittenes Gerät fehlt eine Zahlentastatur, um bei Bedarf direkt zu einem Sender springen zu können. Ansonsten ist die Tastenbelegung der Fernbedienung vergleichsweise gut gelöst, die gewählte Beschriftung ist aber eine Zumutung, weil die Tasten nur schwer lesbar sind.

Die Fernsehfunktionen werden gut erfüllt, wir fanden es aber sonderbar, dass im Rahmen des Betatests noch so viele grundlegende Funktionen wie eine Aufnahmemöglickeit und eine Sendersortierung fehlen. Auch beim Zugriff auf die Megathek-Inhalte fanden wir es sehr störend, dass eine Merkliste fehlt - auf einem Fire TV ist sie in der Magenta-TV-App vorhanden.



Wir fanden es schade, dass die Inhalte in der Megathek so lieblos präsentiert werden und oftmals bei Filmreihen nicht alle Folgen vorhanden sind. Hier sollten die Lücken geschlossen und die Inhalte kundenfreundlich aufbereitet werden.

Die Telekom muss unbedingt die Geschwindigkeit bei der Navigation in den Inhalten in den Griff bekommen. Es dauert oft viel zu lange, bis Seiten mit Inhalten aufgebaut sind. Unverständlich bleibt die viel zu starre Geräteverwaltung von Magenta TV, die veraltet wirkt. Wir finden eine solche Beschränkung eine Zumutung für den Kunden und halten den Dienst an der Stelle nicht für konkurrenzfähig.

 (ip)


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