Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/forensische-software-fbi-hat-das-iphone-11-geknackt-2001-146235.html    Veröffentlicht: 23.01.2020 12:35    Kurz-URL: https://glm.io/146235

Forensische Software

FBI hat das iPhone 11 geknackt

Auch ohne Hintertür von Apple können US-Ermittler inzwischen die aktuellen iPhones auslesen. Dennoch beklagen sie sich über den hohen Aufwand für das Entsperren der Geräte.

Mit Hilfe forensischer Software hat die US-Bundespolizei FBI nach eigenen Angaben auch Apple-Geräte der aktuellen Generation geknackt. Das geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die ein Verfahren wegen unzulässiger Wahlkampffinanzierung betreffen. In dem Schreiben vom 21. Januar 2020 (PDF) heißt es, der Angeklagte Lev Parnas habe sich geweigert, "das Passwort für seine Geräte bereitzustellen, was natürlich sein Recht ist, doch das FBI hat fast zwei Monate gebraucht, das iPhone 11 freizuschalten". Bereits in der vergangenen Woche war berichtet worden, dass mit Hilfe der forensischen Software Cellebrite die Textnachrichten des Gerätes ausgelesen worden seien.

US-Ermittler und Apple streiten sich seit Jahren in der Frage, ob der iPhone-Hersteller einen Zugriff auf beschlagnahmte Geräte ermöglichen muss. In der vergangenen Woche beschwerte sich US-Präsident Donald Trump per Twitter darüber, dass Apple sich weiterhin weigere, solche Geräte zu entsperren. Apple solle die Smartphones von "Mördern, Drogendealern und anderen gewalttätigen Kriminellen" knacken. Dabei ging es um einen terroristischen Angriff auf eine Marinebasis in Florida.

Noch viele weitere Geräte gesperrt

Im Falle von Parnas räumt das FBI ein, dass es "noch viele weitere passwortgeschützte Geräte" gebe, auf die die Regierung noch nicht zugreifen könne. Die Bemühungen dazu dauerten noch an. Anfang Dezember 2019 hätten aber einige der Geräte entsperrt werden können.

Laut US-Medienberichten geben US-Behörden Millionen Dollar für die Nutzung von Forensik-Software wie Cellebrite aus. Allerdings ist unklar, welche Programme tatsächlich in der Lage sind, bestimmte Geräte zu knacken. So war im Frühjahr 2016 darüber spekuliert worden, ob Cellebrite im Auftrag des FBI das iPhone eines Terroristen entsperrt hatte. Das machten jedoch professionelle Hacker für das FBI und kassierten dafür eine beträchtliche Summe. Der Fall hatte Aufsehen erregt, weil Apple sich sogar einem vom FBI erwirkten Gerichtsbeschluss widersetzt hatte, der das Unternehmen dazu verpflichtet hatte, beim Entsperren des iPhones zu helfen.

In einem anderen wichtigen Punkt ist Apple aber den Ermittlern entgegengekommen. So soll das Unternehmen auf Wunsch des FBI darauf verzichtet haben, iPhone-Nutzern verschlüsselte Backups in der firmeneigenen iCloud anzubieten.  (fg)


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