Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/domain-icann-vorstand-will-org-verkauf-kaum-diskutieren-2001-146178.html    Veröffentlicht: 21.01.2020 13:25    Kurz-URL: https://glm.io/146178

Domain

Icann-Vorstand will .org-Verkauf kaum diskutieren

Trotz der vielen Kontroversen rund um den Verkauf der .org-Domain wird der Icann-Vorstand in seiner jährlichen persönlichen Sitzung nur wenig Zeit darauf verwenden. Einem Medienbericht zufolge sind damit nicht alle Mitglieder einverstanden.

Einmal im Jahr trifft sich der Vorstand der Icann, die oberste Verwalterin des Internets, zu einer mehrtägigen persönlichen Sitzung an ihrem Hauptsitz in Los Angeles. Die Kontroversen um den Verkauf der .org-Domain scheinen dabei offenbar eine untergeordnete Rolle zu spielen, wie ein Bericht des Magazins The Register nahelegt.

Demnach habe die Organisation anders als sonst üblich, den geplanten Ablauf ihrer Sitzungen sowie die Tatsache, dass diese überhaupt stattfinden, zunächst nicht öffentlich angekündigt. Die nun verfügbaren Informationen dazu fallen außerdem eher gering aus. Zu dem Verkauf der .org-Domain selbst ist nur aufgeführt, dass der aktuelle Geschäftsführer und Präsident der Icann, Göran Marby, eine Diskussion dazu leiten werde.

Wie der in diesen Fragen üblicherweise gut informierte Journalist Kieren McCarthy für The Register schreibt, sei für diese Diskussion aber nur rund ein Stunde Zeit eingeplant. Dies sei weniger Zeit, als für das Teambuilding anberaumt werde. Dies habe der Icann-Vorstandvorsitzende Maarten Botterman trotz Protesten anderer Vorstandsmitglieder persönlich durchgesetzt. Botterman selbst war von 2008 bis 2016 Vorstandvorsitzender der Public Interest Registry (PIR), die die .org-Domain verwaltet und nun an einen Finanzinvestor verkauft werden soll. Wichtige Details dazu verschweigt die Icann aber weiterhin.

Gegen eben diesen Verkauf richtet sich große Kritik von verschiedenen Organisationen wie etwa der Wikimedia, der EFF und auch einer Vielzahl von Einzelpersonen. Dieser Protest läuft über die Kampagne Save.org. Zusätzlich dazu hat sich vor wenigen Tagen eine gemeinnützige Kooperative gegründet, die nicht nur den Verkauf verhindern will, sondern die Verwaltung von .org selbst übernehmen will.  (sg)


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