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Ryzen Mobile 4000 (Renoir)

Lasst die Ära der schrottigen AMD-Notebooks enden!

Seit vielen Jahren gibt es kaum Premium-Geräte mit AMD-Chips und selbst bei vermeintlich identischer Ausstattung fehlen Eigenschaften wie eine beleuchtete Tastatur oder Thunderbolt 3. Schluss damit!

Als AMD vor wenigen Tagen den Ryzen Mobile 4000 (Renoir) vorstellte, war mein erster Gedanke: Mit solch einem Chip wünsche ich mir ein Dell XPS 13 oder ein Lenovo X1 Carbon als AMD-Edition! Und keinen Augenblick später erinnerte ich mich daran, wie lange schon nahezu alle Hersteller ihre Geräte - wenn es überhaupt welche gibt - konsequent auf irgendeine Art und Weise schlechter machen, wenn ein AMD-Prozessor darin steckt.

Sofern Renoir halbwegs das erfüllt, was von ihm erwartet wird, ist es endlich Zeit, die Ära der schrottigen AMD-Notebooks hinter uns zu lassen. Mein Appell an die Hersteller: Baut High-End-Notebooks mit den Ryzen Mobile 4000, von mir aus auch teurer als ihre Intel-Pendants. Denn Renoir hat acht statt vier oder sechs CPU-Kerne wie Intels Chips und die Grafikeinheit ist ohnehin schneller.

Bei der Akkulaufzeit muss AMD verglichen mit Picasso zugegeben noch nachbessern, an der Hardware und der Firmware. Mit den Ryzen Mobile 4000 wird auch sparsamer LPDDR4X- statt nur regulärer DDR4-Speicher unterstützt, das sollte die Akkulaufzeit messbar verlängern. Intels Chips können seit vielen Jahren schon mit LPDDR3 umgehen, alle aktuellen Ultrabook-Prozessoren ebenfalls mit LPDDR4X.

Bisherige AMD-Notebooks waren und sind oft für Ärgernisse verantwortlich, auch wenn es mit den Ryzen Mobile 3000 alias Picasso besser wurde. Frühere Geräte wurden teils mit TN- statt IPS-Panel und Festplatte statt SSD und gerne auch mit Single- statt Dual-Channel-Speicher oder gar einem kleineren Akku ausgeliefert. Diese Zeiten sind zwar weitestgehend vorbei, aber es gibt noch Unterschiede.

Ein paar Beispiele: Beim Lenovo Thinkpad E495 (AMD) etwa fehlen die beleuchtete Tastatur, die es beim Thinkpad E490 (Intel) gibt. Beim Thinkpad T495s (AMD) wiederum spart sich Lenovo das 1440p-500-Nits-Display, die 32-GByte-Option und den Thunderbolt-3-Port des Thinkpad T490s (Intel). Bei Asus wird das Zenbook Flip 14 UX463FA (Intel) mit 50-Wattstunden-Akku und maximal einer 1-TByte-PCIe-Gen3-x4-SSD verkauft, das Zenbook Flip 14 UX463FA (AMD) hingegen mit deutlich geringeren 42 Wattstunden und nur bis zu 512 GByte bei im schlimmsten Fall halb so schnellem PCIe Gen3 x2.

Bei Acer, etwa das Swift 3, gibt es das 3:2-Display nur bei Intel - bei AMD bleibt es beim 16:9-Verhältnis. Aktuelle Geräte von HP, etwa das Elitebook 840/754 G6 oder das Envy x360 mit 15 Zoll, unterscheiden sich nicht abseits des Prozessors. Mit dem HP Envy 13 x360 (Test) haben wir sogar ein Convertible getestet, das ein mit 700 Nits extrem helles Display hat und in dieser Form nicht mit Intel-Chip existiert. Mit unter 1.000 Euro handelt es sich hierbei allerdings nicht um ein Premium-Gerät. Ein solches sollten sich die Hersteller mit einem AMD-Chip endlich trauen!  (ms)


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