Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/thinkpad-x1-fold-im-hands-off-ein-blick-auf-lenovos-pfiffiges-falt-notebook-2001-145898.html    Veröffentlicht: 07.01.2020 08:30    Kurz-URL: https://glm.io/145898

Thinkpad X1 Fold im Hands-off

Ein Blick auf Lenovos pfiffiges Falt-Tablet

Ein interessantes Gerät von Lenovo ist auf der CES in Aktion zu sehen, wenn auch nicht anzufassen: das faltbare Tablet Thinkpad X1 Fold. Vieles gefällt uns daran. Der Preis ist es allerdings nicht.

Lenovo zeigt auf der Elektronikfachmesse CES 2020 sein Foldable, das Thinkpad X1 Fold, der Öffentlichkeit. Vorgestellt hat der chinesische Hersteller das Gerät bereits im Herbst 2019, ausprobieren konnten es bisher aber erst wenige. Golem.de hat sich das Gerät vorführen lassen, aus der Hand gegeben haben die Lenovo-Mitarbeiter es allerdings nicht.

Das Thinkpad X1 Fold ist voll aufgeklappt ein 13,3 Zoll großes Tablet im 4:3-Format. Das Gelenk ist stabil und hält das faltbare Display plan. Zusammengeklappt passt das Gerät bequem in eine Tasche. Der Faltradius ist groß genug, um einen allzu auffälligen Falz in der Mitte des Displays zu vermeiden. Bei genauem Hinsehen erkennen wir allerdings die Stelle, an der zusammengefaltet wird.

Das Thinkpad X1 Fold kann auch nur halb aufgeklappt verwendet werden. Dann lässt sich das Gerät wie ein kleines Netbook auf einen Tisch stellen; die obere Hälfte dient als Bildschirm, auf der unteren kann eine Tastatur eingeblendet werden. In dieser Konfiguration fällt uns auf, dass der untere Bereich durch den schrägen Blickwinkel recht stark bläulich verfärbt wirkt.

Modiwechsel per Taskbar-Schaltfläche

Um das Tablet als Notebook in dieser zweigeteilten Bildschirmkonfiguration nutzen zu können, muss über einen Shortcut in der Taskleiste ein entsprechender Modus gewählt werden. Automatisch schaltet das Thinkpad X1 Fold den Modus nicht um. Auch die Tastatur muss über eine eigene Einstellung aktiviert werden.

Wer die Display-Tastatur nicht mag, kann auch eine kleine Tastatur auf die untere Hälfte des Thinkpad X1 Fold legen. Sie wird magnetisch gehalten und entspricht einer Tastatur, wie sie bei herkömmlichen Thinkpads von Lenovo zu finden ist, ist aber etwas kleiner. Die Verbindung erfolgt über Bluetooth; die Tastatur kann im Inneren des Thinkpad X1 Fold verbleiben, wenn es zusammengeklappt wird. Dann wird sie automatisch geladen, was praktisch ist.

Auf der Außenseite ist eine Lederhülle angebracht, die nicht abgenommen werden kann. Wird das Gerät zugeklappt, verschiebt sich ein Teil der Hülle, was gut aussieht. An diesem Teil kann der Eingabestift angebracht werden. Eine Lenovo-Mitarbeiterin konnte uns nicht bestätigen, dass es sich um einen Wacom-Stift handelt. Ein anderer Teil der Lederhülle kann aufgeklappt und als Ständer für das Gerät verwendet werden.

Das Gelenk des Thinkpad X1 Fold ist von außen nur dann sichtbar, wenn das Tablet auf- oder zugeklappt wird. Im aufgeklappten Zustand wird es unter einer Silikonabdeckung versteckt. Wie stabil der Mechanismus ist, können wir nach der Demonstration nur schwer einschätzen, da wir das Gerät nicht selbst in die Hand nehmen durften.

Der Bildschirm ist wie bei anderen Geräten mit faltbarem Display aus Kunststoff und hat keine Glasabdeckung. Entsprechend dürfte er wesentlich kratzempfindlicher als herkömmliche Displays sein. Lenovo hat eigenen Angaben zufolge aber mit dem Hersteller des Bildschirms, LG, an einer speziellen Beschichtung gearbeitet, die das Kunststoff-Panel widerstandsfähiger machen soll.

Als Prozessor verbaut Lenovo Intels kommenden Lakefield. Der Arbeitsspeicher ist 8 GByte groß, die eingebaute SSD 1 TByte. Das Gerät hat zwei USB-C-Anschlüsse, wovon eine USB 3.2 Gen2 sowie Displayport unterstützt. Das Tablet wiegt 1 kg, was für ein 13-Zoll-Gerät nicht gerade wenig ist. Allerdings steckt im Thinkpad X1 Fold natürlich auch das Gelenk, was das Gewicht erhöht.

Fazit

Der erste Eindruck vom Thinkpad X1 Fold ist gut. Das Gerät lässt sich sowohl als Tablet als auch als kleines Netbook verwenden. Abzuwarten bleibt, wie stabil das faltbare Display aus Kunststoff ist, besonders, wenn Nutzer viel mit dem Stift arbeiten.

Das Thinkpad X1 Fold wird kein günstiges Gerät, Käufer werden definitiv für die neuartige Display-Technologie draufzahlen müssen: Lenovo zufolge soll das Tablet Mitte 2020 auf den Markt kommen und 2.500 Euro kosten.  (tk)


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