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Grafikkarte

Radeon RX 5600 XT hat 2.304 Shader und 6 GByte Speicher

Asrock hat die Spezifikationen der Radeon RX 5600 XT versehentlich offengelegt: Demzufolge entspricht sie einer Radeon RX 5700, hat aber ein von 256 auf 192 Bit verkleinertes Speicherinterface.

Bisher gibt es zwischen der Radeon RX 5700 [XT] (Test) und der Radeon RX 5500 XT (Test) bei Preis und Geschwindigkeit einen ziemlichen Unterschied. Das dürfte sich schon im Januar 2020 ändern, dann soll die Radeon RX 5600 XT erscheinen. Wie Asrock wohl unbeabsichtigt zeigt, ist die Karte eine noch weiter funktionsreduzierte Radeon RX 5700.

Die basiert wie das XT-Modell womöglich auf dem Navi 10 genannten Chip, welcher im Vollausbau über 40 Compute Units - also 2.560 Shader - und ein 256 Bit breites Interface verfügt. Bei der Radeon RX 5700 sind nur 36 CUs, ergo 2.304 ALUs, freigeschaltet; die gleiche Anzahl hat auch die Radeon RX 5600 XT.

Um die Leistung zu diversifizieren wurde aber offenbar das Speicherinterface auf 192 Bit beschnitten und der GDDR6-Takt von 14 GBit/s auf 12 GBit/s reduziert. Alternativ nutzt die Radeon RX 5600 XT nativ die bisher nicht offiziell vorgestellte Navi 12 genannte GPU, die dann aber nicht sehr viel kleiner wäre als Navi 10 - ein eher ungewöhnliches Vorgehen. Der Navi 14 (RX 5500 [XT]) misst 158 mm², der Navi 10 kommt auf 251 mm² (RX 5700 [XT]).

Beim Chiptakt gibt Asrock für das eigene Challenger D 6G OC an, dass diese mit 1.235/1.460/1.620 MHz statt 1.465/1.625/1.725 MHz läuft - ein bisschen Übertaktung dürfte hier entsprechend dem Namen inbegriffen sein. Damit stehen der Radeon RX 5600 XT deutlich weniger Rechengeschwindigkeit und nur gut zwei Drittel der Datentransfer-Rate zur Verfügung im Vergleich zur Radeon RX 5700. Zur thermischen Verlustleistung äußert sich der Hersteller nicht, zwischen den 180 Watt einer Radeon RX 5700 und den 150 Watt einer Radeon RX 5500 XT bleibt aber kaum Spielraum.

Etwas obskur ist, dass die Radeon RX 5600 XT durch das 192-Bit-Interface mit 12 GByte oder 6 GByte oder theoretisch auch mit 9 GByte ausgestattet werden kann. Asrock hat sich - wie wohl alle Hersteller - für die günstigste Speichermenge entschieden hat. Die Konkurrenz, sprich die Geforce GTX 1660 Ti (Test) und die Geforce RTX 2060 (Test), haben allerdings ebenfalls 6 GByte GDDR6-Speicher. Diese Karten kosten derzeit rund 280 und 340 Euro.



Nachtrag vom 30. Dezember 2019, 9:53 Uhr

Asrock teilte per E-Mail mit, dass die genannten Spezifikationen der Radeon RX 5600 XT Challenger D 6G OC noch nicht final seien. Die seit Tagen frei zugängliche Produktseite wurde mittlerweile offline genommen. Ob Asrock sich bei den technischen Daten auf die Shader und das Interface oder die Taktraten bezieht, ließ der Hersteller offen.  (ms)


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