Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bundesnetzagentur-wiederholungstaeter-sky-hat-verbraucher-erheblich-belaestigt-1912-145722.html    Veröffentlicht: 23.12.2019 18:03    Kurz-URL: https://glm.io/145722

Bundesnetzagentur

Wiederholungstäter Sky hat Verbraucher erheblich belästigt

Die Bundesnetzagentur kritisiert Sky scharf für eine Werbekampagne über Callcenter. Die Kunden seien regelrecht bedrängt worden.

Die Bundesnetzagentur hat gegen Sky Deutschland wegen unerlaubter Telefonwerbung ein Bußgeld in Höhe von 250.000 Euro verhängt. Das gab die Regulierungsbehörde am 23. Dezember 2019 bekannt. "Sky hat das Verbot unerlaubter Telefonwerbung wiederholt missachtet und Verbraucher teilweise in erheblicher Weise belästigt. Gegen solche Wiederholungstäter verhängen wir hohe Bußgelder", sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Die Geldbuße ist jedoch noch nicht rechtskräftig, über einen Einspruch entscheidet das Amtsgericht Bonn.

Bei der Bundesnetzagentur waren rund 1.000 Anzeigen zu unerlaubten Werbeanrufen von Sky zu einem Pay-TV-Abonnement eingegangen. Sky gehört seit September 2018 dem US-Kabelnetzbetreiber Comcast. Den Anrufen lag meist keine gültige Werbeeinwilligung zugrunde, andere hatten ihre Einwilligung widerrufen.

Externe Callcenter machen keinen guten Job

Für die Neukundengewinnung hatte das Unternehmen externe Callcenter engagiert und auch Werbeeinwilligungen auf diese übertragen. Die Einwilligungen sollten durch Online-Gewinnspiele eingeholt werden. Die Betroffenen sollen bei den Adresshändlern First Online Trading und Flow Factory Solutions an Gewinnspielen teilgenommen haben und dabei auch ein Werbeeinverständnis abgegeben haben. Nach Ermittlungen der Bundesnetzagentur hatten die Betroffenen die Plattformen aber weder besucht noch bei einem Gewinnspiel ihre Einwilligung erteilt.

Sky Deutschland hat laut Bundesnetzagentur nicht sorgfältig geprüft, ob die Callcenter auch tatsächlich Werbeeinwilligungen eingeholt hätten.

Einen Teil der Anrufe hatte die Sky Deutschland Fernsehen selbst durchgeführt, um Kunden nach deren Kündigung wieder zurückzugewinnen. Auch hier hätten die Betroffenen häufig Werbeeinwilligungen erteilt, aber mehrfach weitere Kontakte untersagt und zum Teil sogar schriftlich einen Werbewiderruf ausgesprochen. Dennoch habe die massive Belästigung nicht aufgehört, erklärte die Behörde. Einige Betroffene berichteten von einem regelrechten Telefonterror mit mehrfachen Anrufen pro Tag oder Anrufen über einen längeren Zeitraum hinweg.  (asa)


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