Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/energiewende-daenemark-plant-kuenstliche-insel-fuer-wasserstofferzeugung-1912-145540.html    Veröffentlicht: 13.12.2019 15:32    Kurz-URL: https://glm.io/145540

Energiewende

Dänemark plant künstliche Insel für Wasserstofferzeugung

Dänemark will seine klimaschädlichen Emissionen bis 2030 um 70 Prozent reduzieren. Eine Maßnahme ist der weitere Ausbau der Windenergie. Die Regierung plant einen riesigen Windpark mit angeschlossener Power-To-X-Anlage auf einer künstlichen Insel.

Eine Insel für die Energiewende: Die dänische Regierung will eine oder mehrere künstliche Inseln aufschütten. Dort sollen Windräder aufgestellt und aus dem Windstrom Wasserstoff erzeugt werden.

Der Offshore-Windpark soll eine Leistung von zehn Gigawatt haben. Nach Angaben des dänischen Energieministeriums wird die Leistung ausreichen, um zehn Millionen europäische Haushalte zu versorgen. Zum Vergleich: Der größte aktuell im Betrieb befindliche Windpark ist Walney in der Irischen See mit einer Leistung von 659 Megawatt. Hornsea in der Nordsee ist noch im Teilbetrieb. Der Park wird im kommenden Jahr in den vollen Betrieb mit 1,2 Gigawatt gehen.

Wo die neue Insel entstehen wird und ob es eine oder mehrere werden, steht noch nicht fest. Die Regierung werde Standorte im Kattegat, in der Ostsee und der Nordsee prüfen, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums. Die Kosten schätzt das Ministerium auf etwa 200 bis 300 Milliarden dänische Kronen, umgerechnet 26,7 bis 40 Milliarden Euro.

Offshore-Windparks seien ein Schlüsselelement für die Energiewende, sagte Energieminister Dan Jørgensen. Um deren Potenzial vollständig zu nutzen, müssten Technologien entwickelt werden, um den Ökostrom in Kraftstoffe für Flugzeuge, Schiffe und die Industrie umzuwandeln.

Die Windräder sollen um die Insel herum aufgestellt werden. Auf der Insel sollen Anlagen errichtet werden, die mit dem Windstrom Wasserstoff erzeugen. Der kann dann beispielsweise als Treibstoff für Brennstoffzellenautos oder Brennstoffzellen-Lkw eingesetzt werden. Er lässt sich Erdgas beimengen, um Kohlendioxidemissionen zu verringern, oder zur Herstellung kohlendioxidneutraler synthetischer Brennstoffe verwenden.

Dänemark hat kürzlich ein neues Gesetz verabschiedet, den Klimaakt. Ziel ist, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 70 Prozent zu reduzieren. Bis 2050 will das Land klimaneutral sein. Im vergangenen Jahr deckte Dänemark 41 Prozent seines Strombedarfs über Windenergie, so viel wie kein anderes europäisches Land.

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