Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/neue-richtlinien-youtube-will-verschleierte-oder-indirekte-drohungen-loeschen-1912-145509.html    Veröffentlicht: 12.12.2019 12:15    Kurz-URL: https://glm.io/145509

Neue Richtlinien

Youtube will verschleierte oder indirekte Drohungen löschen

Die Betreiber von Youtube wollen entschiedener gegen Hasskommentare und Drohungen vorgehen. Ab sofort soll herabsetzende Sprache nicht mehr toleriert werden. Das gilt auch dann, wenn einzelne Videos noch erlaubt wären, aber mehrere ein problematisches Verhaltensmuster ergeben.

Unter anderem im Creator Blog hat Youtube am 11. Dezember 2019 eine Verschärfung der Richtlinien gegen Belästigungen angekündigt. Ab sofort will das Portal nicht erst dann einschreiten, wenn offen mit Gewalt oder der Preisgabe persönlicher Informationen gedroht oder zu Belästigungen gegen andere Menschen aufgerufen wird. Stattdessen sollen auch "verschleierte oder indirekte Drohungen" unterbunden werden.

"Dazu gehören Inhalte, in denen Gewalt gegen eine Person simuliert wird oder eine Sprache, die potenzielle körperliche Gewalt androht", schreibt Youtube. "Kein Mensch soll Gewaltdrohungen ausgesetzt werden." Das gelte für Privatpersonen, für die Ersteller von Beiträgen auf Youtube und für öffentliche Amtsträger gleichermaßen.

Das Videoportal will auch dann einschreiten, wenn sich mehr oder weniger unterschwellige Drohungen oder Belästigungen durch mehrere Videos oder Kommentare ziehen - selbst dann, wenn einzelne Beiträge nicht gegen die Richtlinien verstoßen sollten.

Kommerzielle Kanäle, die mehrfach gegen die Richtlinien verstoßen, sollen vom Youtube-Partnerprogramm ausgeschlossen werden, so dass sie kein Geld mehr verdienen können. Bei wiederholten Verstößen gegen die Richtlinien drohen Löschungen und letztlich die Kündigung des Kanals.

Die Kanäle sollen außerdem mehr Möglichkeiten bekommen, selbst dafür zu sorgen, dass problematische Kommentare erst gar nicht veröffentlicht werden. Wenn Algorithmen oder Mitarbeiter von Youtube einen Beitrag entdecken, der potenziell unangemessen erscheint, können die Kreativen ihn vor der Veröffentlichung überprüfen und dann freigeben oder dauerhaft sperren.

Für die meisten Kanäle ist diese Funktion bereits aktiviert, die restlichen sollen bald folgen. Laut Youtube hat sich die Neuerung bislang bewährt: Die damit arbeitenden Kanäle sollen 75 Prozent weniger gemeldete Kommentare verzeichnet haben. Influencer und Streamer können die Funktion auf Wunsch auch deaktivieren. Ebenso ist es möglich, alle zurückgehaltenen Kommentare zu ignorieren.

Youtube hat nach eigenen Angaben im dritten Quartal 2019 weltweit über 16 Millionen Kommentare entfernt, die klar gegen die bisher geltenden Richtlinien verstießen.  (ps)


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