Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/3d-gedruckte-siedlung-gemeinnuetziges-projekt-druckt-haeuser-in-mexiko-1912-145507.html    Veröffentlicht: 12.12.2019 11:42    Kurz-URL: https://glm.io/145507

3D-gedruckte Siedlung

Gemeinnütziges Projekt druckt Häuser in Mexiko

Die Organisation New Story hat mit dem 3D-Drucken von Häusern im Süden Mexikos begonnen. In die Siedlung sollen arme Landarbeiter einziehen.

Eine Siedlung aus dem 3D-Drucker: Die gemeinnützige Organisation New Story hat zusammen mit dem US-Unternehmen Icon in Mexiko zwei Häuser gedruckt. Es soll die erste 3D-gedruckte Siedlung der Welt werden.

Ein solches Haus hat eine Grundfläche von rund 46 Quadratmetern. Es hat ein Wohnzimmer, zwei Schlafzimmer, Küche und Bad. Die zukünftigen Bewohner haben an der Gestaltung der Häuser mitgearbeitet. Wenn die Siedlung fertig ist, sollen dort 50 Familien leben.

Die Siedlung entsteht im südlichen Bundesstaat Tabasco. Den genauen Standort nannte New Story nicht. In die Häuser sollen arme Familien einziehen, die von weniger als drei US-Dollar am Tag leben. New Story hatte das Projekt vor rund anderthalb Jahren initiiert. Im Frühjahr hatte die Organisation angekündigt zu starten. Am Ende dauerte die Ausführung länger, weil der Drucker drei Monate lang beim Zoll festhing.

Die Häuser werden mit dem Drucker Vulcan II aufgebaut, den Icon entwickelt hat. Er bringt den Zement aus und baut so den Boden und die Wände des Hauses. Bedient wird er über eine App, so dass das Team leicht Änderungen vornehmen kann, um das Haus den Gegebenheiten vor Ort anzupassen.

Die Software, die den Drucker steuert, bezieht zudem noch das Wetter mit ein und mischt den Zement je nach Luftfeuchtigkeit an. Das soll sicherstellen, dass die Qualität des Drucks immer gleich ist. Ein Haus mit Vulcan II aufzubauen, dauert rund 24 Stunden.

Der Drucker ist transportabel und darauf ausgelegt, dass er auch an Orten eingesetzt werden kann, wo elektrischer Strom und Wasser nicht durchgehend verfügbar sind. Er verarbeitet lokal verfügbaren Baustoffe, beim Druck soll so gut wie kein Abfall entstehen.

Es ist nicht das erste Bauprojekt per 3D-Druck. In Eindhoven in den Niederlanden wurde im vergangenen Jahr ein solches Vorhaben angekündigt, in Nantes ist das erste 3D-gedruckte Haus bereits bezogen. In Madrid überspannt eine per 3D-Drucker aufgebaute Brücke seit zwei Jahren einen Wasserlauf in einem Park. Icon hat 2018 nach eigenen Angaben in Austin im US-Bundesstaat Texas das erste Haus in den USA gedruckt sowie an der 3D-Printed Habitat Challenge teilgenommen, einem Design-Wettbewerb der US-Raumfahrtbehörde Nasa für 3D-gedruckte Mars-Habitate.  (wp)


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