Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/silicon-one-cisco-will-den-netzwerkprozessor-der-zukunft-bauen-1912-145501.html    Veröffentlicht: 12.12.2019 10:34    Kurz-URL: https://glm.io/145501

Silicon One

Cisco will den Netzwerkprozessor der Zukunft bauen

Nicht einmal 16K-Streaming schließt Cisco in seiner Zukunftsvision aus. In der Gegenwart baut das Unternehmen einen Prozessor, der die Aufgaben vieler anderer übernehmen und damit Kosten sparen soll. Für die nahe Zukunft ist er mit einem Datendurchsatz von 10 TBit/s ausgelegt.

Cisco sieht in 16K-Streaming, KI, 5G, 10G, Quantencomputern und anderen Technologienfür die Zukunft. Um die dafür notwendige Netzwerkbandbreite zu stellen, hat das Unternehmen den Chip Silicon One entwickelt, der auch als ASIC bezeichnet wird. Dieser soll beispielsweise in Routern der neuen 8000er-Serie als Silicon One Q100 verbaut werden. Maximal 10,8 TBit/s an Netzwerktraffic kann der Chip bewältigen - "ohne Programmierbarkeit, Buffering, Energieeffizienz, Skalierung oder Funktionsflexibilität einzubüßen", schreibt der Netzwerkhersteller in einer Pressemitteilung.

Die 8000er-Serie mit dem Q100 ist dabei erst einmal für 400 Gigabit Ethernet und damit für die Gegenwart ausgelegt. Auf den Switches läuft Ciscos eigenes Betriebssystem IOS in der neuen XR7-Version. Es handelt sich dabei um Router, die in Backbones möglichst viele Daten von verschiedenen Standorten zu anderen Standorten leiten sollen. Sie haben bis zu 648 Port-Konfigurationen für 100 und 400 GBit Ethernet.

Einer für alles

Obwohl Cisco sich bei technischen Details zurückhält, soll Silicon One zumindest eines bieten: Der Chip soll für möglichst viele Aufgaben im Netzwerksegment verwendet werden können und damit spezialisierte und eingeschränktere SoCs ablösen, die jeweils nur einen Teil übernehmen und ihrerseits auf jeweils unterschiedliche Software angewiesen sind. Silicon One soll selbst als vollfunktionaler Chip für Routing, als Line-Card-Netzwerkprozessor oder als Teilelement in einem modularen Router genutzt werden können. Das spare Geld bei der Administration von Netzwerkressourcen.

"Er kann nicht ein Alleskönner sein, er muss ein Allesmeister sein", sagt David Goeckeler, Ciscos Leiter für Networking und Security. Dabei scheint das System bei großen Kunden bereits getestet zu werden. Zu diesen zählen Facebook, Microsoft und die Walt Disney Studios.  (on)


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