Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/scarlett-microsoft-soll-tatsaechlich-zwei-next-gen-xbox-planen-1912-145367.html    Veröffentlicht: 05.12.2019 09:57    Kurz-URL: https://glm.io/145367

Scarlett

Microsoft soll tatsächlich zwei Next-Gen-Xbox planen

Die Gerüchte sind nicht ganz neu, aber jetzt haben mehrere US-Medien gleichzeitig aus guten Quellen erfahren: Microsoft will Ende 2020 zwei neue Xbox veröffentlichen. Erste Hinweise auf die ungefähre Leistungsstärke liegen vor.

Microsoft will Ende 2020 als Nachfolger der Xbox One zwei neue Konsolen veröffentlichen. Bislang spricht der Konzern offiziell nur von der oder eben den Xbox Scarlett. Nun melden US-Medien mit Bezug auf gut informierte Quellen, dass es eine leistungsstarke Version mit dem Projektnamen Anaconda und eine nicht so leistungsstarke Lockhart geben soll.

Dieses Szenario ist nicht neu: Schon Ende 2018 gab es entsprechende Meldungen. Zwischenzeitlich war aus der Gerüchteküche allerdings zu hören, es komme wohl doch nur eine neue Xbox auf den Markt. Microsoft selbst hat bislang offiziell nur von Scarlett gesprochen - und dabei eher den Eindruck erweckt, zumindest vorerst lediglich ein Gerät zu planen.

Den neuen Informationen zufolge soll die schnellere und teurere Anaconda mit einem Laufwerk erscheinen und für 4K-Auflösungen ausgelegt sein. Die günstigere Lockhart soll laut Kotaku ohne Laufwerk auf den Markt kommen, Spieler müssten also wie bei der Xbox One All-Digital Edition alle Inhalte aus dem Netz herunterladen. Lockhart soll Auflösungen bis 1440p unterstützen - womit im Normalfall 2.560 x 1.440 Pixel gemeint sind.

Anaconda soll nach Informationen von The Verge eine Leistungsstärke von mehr als 10 Tflops bieten, bei Lockhart sollen es rund 4 Tflops sein. Zum Vergleich: Die Xbox One X kommt auf einen Wert von rund 6 Tflops und die normale Xbox One auf rund 1,3 Tflops. Microsoft selbst hatte im Sommer ganz allgemein gesagt, dass Scarlett rund viermal so schnell rechnen können soll wie die Xbox One X.

Außerdem hatte Microsoft gesagt, die Konsole komme mit einer "revolutionären" SSD auf den Markt, die so flott sei, dass sie als virtueller Arbeitsspeicher verwendet werden könne. Den gibt es auch, und zwar in Form von schnellem GDDR6. Auch Sony hat für die ebenfalls für Ende 2020 angekündigte Playstation 5 einen besonders schnellen Massenspeicher angekündigt.

Für Scarlett werden mit AMD entwickelte Prozessoren verwendet, zum Einsatz kommen wie schon länger erwartet Zen 2 und Navi, was unter anderem hardwarebeschleunigtes Raytracing ermöglichen soll. Ähnlich dürfte es bei der PS5 aussehen. Das ist auch im Interesse von Entwicklern, die für beide Plattformen programmieren und dabei grundlegende Architekturunterschiede kaum gebrauchen können.

Unklar ist, wie weit Microsoft mit der Arbeit an Scarlett ist. Während Sony offenbar schon viele Studios mit Entwicklungsumgebungen ausgestattet hat und Bilder der Devkits im Internet kursieren, ist Microsoft wohl noch nicht so weit.

Spannend wird auch, zu welchem Preis die Konsolen erscheinen. Bislang gibt es darauf noch keine Hinweise. Allerdings dürfte der Preis der Hardware für viele Spieler nur einen Teil der Gesamtrechnung ausmachen: Speziell Microsoft bietet mit dem Xbox Game Pass - anders als bislang Sony - schon jetzt viele interessante Titel für rund 10 Euro im Monat an. Derartige Abos dürften langfristig noch an Bedeutung gewinnen.  (ps)


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