Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/telekom-jagt-funkloecher-624-bewerbungen-auf-50-freie-plaetze-1912-145362.html    Veröffentlicht: 04.12.2019 18:03    Kurz-URL: https://glm.io/145362

Telekom jagt Funklöcher

624 Bewerbungen auf 50 freie Plätze

Die Telekom wird von Bewerbern für ihre Aktion Wir jagen Funklöcher überrannt. Das war wohl auch die Absicht, trotz zu wenigen Plätzen.

Für ihre Aktion "Wir jagen Funklöcher" hat die Deutsche Telekom 624 Bewerbungen aus 539 Kommunen in 13 Bundesländern erhalten. Das gab das Unternehmen am 4. Dezember 2019 bekannt. Doch für die Aktion gibt es nur 50 freie Plätze.

Allein in der letzten Woche der Bewerbungsphase erhielt die Telekom rund 250 Bewerbungen. Besonders viele kamen dabei aus Rheinland-Pfalz (133), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (95) und Bayern (70). Insgesamt gingen 624 Bewerbungen ein, da einige Kommunen mehrere Ortsteile meldeten.

Der Ausbau im Mobilfunk verzögert sich laut Bitkom "am häufigsten dadurch", dass keine geeigneten Standorte für Mobilfunkstationen zur Verfügung stehen. An rund 537 Orten fehlen den Netzbetreibern passende Grundstücke oder Gebäude. Durch eine schleppende Standortabstimmung verzögern sich zudem 285 Ausbauvorhaben. Im Wesentlichen geht es dabei um die Vorbereitung aufwendiger Bauanträge für Mobilfunkstandorte.

Langwierige Genehmigungsverfahren bremsen den Ausbau aktuell in weiteren 374 Fällen. Hier handelt es sich laut Bitkom um öffentliche Genehmigungen auf Grundlage des Bau- und Naturschutzrechts sowie des Denkmalschutzes. Dazu kommen weitere 71 Ausbauvorhaben mit Verzögerungen aus anderen Gründen.

Die Last-Minute-Bewerbung bei der Telekom kam aus dem brandenburgischen Temnitztal. Sie ging am 30. November um 23:55 Uhr, fünf Minuten vor Schluss, ein.

"'Wir jagen Funklöcher' zeigt, dass Mobilfunkausbau anders gehen kann, wenn alle an einem Strang ziehen", sagte Walter Goldenits, Technikchef der Telekom Deutschland. Man habe sehr viel Begeisterung und Engagement der Bewerber-Kommunen gespürt. Jetzt gelte es, die Gewinner zu küren und dort schnellst möglich LTE in Betrieb zu nehmen.

Die ersten Kommunen würden voraussichtlich im ersten Quartal 2020 einen LTE-Mobilfunkmast der Telekom erhalten. Bis Ende 2020 sollen alle 50 Funklöcher geschlossen sein. Die rheinland-pfälzische Gemeinde Vielbach ist die erste Gewinnerin der Aktion. Weitere 18 Gemeinden seien bereits ausgewählt. Bei ihnen fehle noch die Unterschrift unter dem Mietvertrag für das Grundstück, auf dem der zukünftige Mobilfunkstandort stehen soll.

In den kommenden Wochen werden die Experten der Telekom die Bewerbungen prüfen und dann die 50 Gewinner der Aktion bekanntgeben.

 (asa)


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