Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/goettliche-kloetzchen-priester-startet-minecraft-server-im-vatikan-1912-145309.html    Veröffentlicht: 02.12.2019 16:07    Kurz-URL: https://glm.io/145309

Göttliche Klötzchen

Priester startet Minecraft-Server im Vatikan

Ein technikaffiner Priester hat den ersten Server für Minecraft im Vatikan eröffnet. Es soll dort weniger toxisch als in vielen anderen Umgebungen sein - und vor allem um Gemeinschaft gehen.

Rust, Arc Survival Evolved, Team Fortress 2 oder Minecraft: Vor diese Wahl hat vor einigen Wochen der Jesuiten-Priester Fr. Robert Ballecer seine knapp 24.000 Follower auf Twitter gestellt. Es ging um die Frage, für welches der vier Spiele er im Vatikan zuerst einen Server eröffnet. Minecraft hat mit 64 Prozent gewonnen, Team Fortress 2 landete mit 23 Prozent auf dem zweiten Platz.

Jetzt hat Ballecer den Server tatsächlich eröffnet, vorerst läuft allerdings eine Testphase. Wer teilnehmen möchte, muss seinen Minecraft-Client auf minecraft.digitaljesuit.com umstellen. Wann der offizielle Start erfolgt, ist noch nicht bekannt.

Dem Priester geht es nach eigenen Angaben darum, eine "etwas weniger toxische" Umgebung anzubieten. Dem Magazin Rome Reports zufolge hat er außerdem gesagt, dass es ihm vor allem auf den Aufbau einer Gemeinschaft ankomme. "Es geht nicht um die Technologie. Es geht nicht einmal wirklich um das Spielen", sagte Ballecer. "Es geht darum, Menschen zusammenzubringen, die diese Beziehungen dann vielleicht in die reale Welt verlagern können."

Minecraft zieht zwar generell weniger toxische Spieler an als viele andere Titel, etwa aus dem Bereich der Actionspiele. Trotzdem kommt es auf vielen Servern und Foren in schöner Regelmäßigkeit zu Beleidigungen und dem Austausch von Hassbotschaften. Publisher Microsoft versucht zwar schon seit langem, den Umgangston zu verbessern - aber bislang ohne großen Erfolg. Anfang 2018 hat das Unternehmen mit anderen Spielefirmen die Fair Play Alliance gegründet.

Der aus den USA stammende, aber in Vatikanstadt lebende Priester hat offensichtlich ein größeres Faible für Technologie. Laut Rome Reports hat er früher unter anderem im Silicon Valley gelebt und gearbeitet. Auf Twitter äußert er sich fast nur zu Nerd- und IT-Themen, unter anderem schreibt er dort über seinen bevorstehenden Besuch der Makerspace in Paris.  (ps)


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