Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/snapdragon-765-g-qualcomm-integriert-vollstaendigstes-5g-modem-1912-145293.html    Veröffentlicht: 03.12.2019 20:00    Kurz-URL: https://glm.io/145293

Snapdragon 765(G)

Qualcomm nutzt vollständiges 5G-Modem

Mit dem Snapdragon 765 hat Qualcomm den ersten eigenen Chip mit integriertem 5G-Baseband, das anders als bei der Konkurrenz neben Sub-6-GHz auch mmWave unterstützt. Das Topmodell, der Snapdragon 865, ist ein Application Processor, der ein externes Modem benötigt.

Nachdem Huawei mit dem Kirin 990, dem Mediatek mit dem Dimensity 1000 und Samsung mit dem Exynos 980 bereits vorgelegt hatte, zieht Qualcomm nach: Der Marktführer für ARM-Mobile-Chips hat den Snapdragon 765 und den Snapdragon 765G vorgestellt. Beide werden in einem 7-nm-Verfahren produziert und es wurde ein Multimode-Modem für LTE und 5G integriert. Außerdem kündigte der Hersteller den Snapdragon 865 an, der mit einem Snapdragon X55 für 5G kombiniert wird.

Zu den technischen Details hat sich Qualcomm am ersten Tag des alljährlichen Snapdragon Summit zurückgehalten, weiterführende Informationen zum Snapdragon 765(G) und zum Snapdragon 865 gibt es erst morgen. Klar aber ist: Erstmals seit Jahren setzt Qualcomm bei seinem Topmodell wieder auf einen Application Processor statt auf ein SoC mit integriertem Baseband (MSM, Mobile Station Modem). Der letzte Smartphone-AP war der Snapdragon 805 von 2014, ein 32-Bit-Chip.

Samsungs kommender Exynos 990 ist ebenfalls ein Application Processor, wohingegen Apple mit der A-Serie von Beginn an bis zum aktuellen A13 Bionic auf integrierte Modems verzichtet und externe Basebands in den iPhones verbaut. Das macht das Modem deutlich schneller und die Geräte flexibler, jedoch sind die notwendigen Platinen aufwendiger und teurer, zudem belegt das dedizierte Modem mehr Platz.

Partner müssen beim Kauf des Snapdragon 865 das Snapdragon X55 dazukaufen, weil der Chip ohne das Modem keine Funkverbindungen im LTE- oder 5G-Netz aufbauen kann. Für bestimmte Märkte sind grundsätzlich Design-Anpassungen möglich, in China und Europa etwa kann die mmWave-Antennne weggelassen werden, da hier anders als in den USA primär auf Sub-6-GHz gesetzt wird. SoCs wie Huaweis Kirin 990 und Mediateks Dimensity 1000 - beide ohne mmWave - sind ohnehin für den asiatischen Markt gedacht, auch der Exynos 980 unterstützt anders als der Snapdragon 765(G) kein mmWave.

Offenlegung: Golem.de hat auf Einladung von Qualcomm am Snapdragon Summit in Wailea teilgenommen, die Reise- und Hotelkosten wurden von Qualcomm übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.  (ms)


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