Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mitfahrdienst-uber-verliert-lizenz-fuer-london-1911-145189.html    Veröffentlicht: 25.11.2019 13:30    Kurz-URL: https://glm.io/145189

Mitfahrdienst

Uber verliert Lizenz für London

Trotz einiger Verbesserungen kann Uber die Londoner Verkehrsbehörde nicht von der Sicherheit seines Taxi-Dienstes überzeugen. Dabei nutzen 3,5 Millionen Londoner die App.

Der Fahrdienstvermittler Uber hat seine Lizenz für die britische Hauptstadt London nach einer 15-monatigen Bewährungsfrist verloren. Trotz einiger Verbesserungen kam die Nahverkehrsbehörde Transport for London (TfL) zu dem Schluss, dass Uber derzeit nicht "geeignet und zuverlässig" sei, um einen sicheren Transport der Fahrgäste zu gewährleisten. Da Uber die Entscheidung juristisch anfechten kann, muss der populäre Dienst in London noch nicht sofort eingestellt werden.

Ein Kernproblem besteht nach Ansicht der TfL darin, dass Uber es nicht autorisierten Fahrern erlaubt habe, ihre Fotos bei den Fahrer-Accounts hochzuladen, hieß es in einer Mitteilung vom 25. November 2019. Das habe es diesen Fahrern in mindestens 14.000 Fällen ermöglicht, Passagiere anstelle der eigentlich gebuchten Fahrer zu transportieren. Darüber hinaus habe es versicherungstechnische Probleme gegeben.

Die Entscheidung der TfL sei "außerordentlich und falsch", sagte der zuständige Regionalmanager Jamie Heywood nach Angaben des Guardian. Daher wolle Uber den Lizenzentzug anfechten. Seinen Angaben zufolge nutzen 3,5 Millionen Londoner den Dienst, der auf 45.000 Fahrer zurückgreifen kann.

Langjähriger Streit

Schon im September 2017 hatte die TfL angekündigt, die Lizenz für Uber in London nicht zu verlängern. Ein Gericht hatte dem Unternehmen dann im Juli 2018 unter Bewährungsauflagen eine vorläufige Lizenz erteilt.

In die Kritik war Uber auch wegen des Einsatzes der sogenannten Greyball-Software geraten. Damit hatte die Firma versucht, Behördenkontrolleure hinters Licht zu führen, die Uber-Fahrer bei Regelverstößen auf frischer Tat ertappen wollten. Greyball sorgte dafür, dass ihnen in der App falsche Inhalte angezeigt wurden. Nach früheren Angaben des Unternehmens wurde die Software in London nicht gegen Behördenmitarbeiter eingesetzt.

In Deutschland sind Mitfahrdienste wie Uber bislang nicht erlaubt. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will den Markt jedoch liberalisieren.  (fg)


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