Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/us-embargo-microsoft-darf-wieder-software-an-huawei-liefern-1911-145170.html    Veröffentlicht: 22.11.2019 18:09    Kurz-URL: https://glm.io/145170

US-Embargo

Microsoft darf wieder Software an Huawei liefern

Die Notebooks und Tablets von Huawei erhalten künftig wieder Windows von Microsoft. Doch wie geht es mit Android und den Google-Diensten weiter?

Microsoft hat eine Lizenz der US-Regierung für den Export von Software an Huawei Technologies erteilt bekommen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine E-Mail eines Microsoft-Sprechers. Darin heiße es: "Am 20. November genehmigte das US-Handelsministerium den Antrag von Microsoft auf Erteilung einer Lizenz für den Export von Massenmarktsoftware an Huawei. Wir begrüßen die Reaktion der Abteilung auf unsere Anfrage."

Microsoft machte keine Aussagen dazu, worauf sich die Lizenz bezieht. Laut einem Analysten geht es höchstwahrscheinlich um das Windows-Betriebssystem.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump teilte in dieser Woche mit, dass einige Zulieferer den Verkauf an den chinesischen Telekommunikationsausrüster wieder aufnehmen könnten, der vor sechs Monaten wegen angeblicher nationaler Sicherheitsbedenken auf eine Embargoliste gesetzt worden war. Das US-Handelsministerium bestätigte, dass damit begonnen worden sei, Lizenzen für einige Unternehmen für den Verkauf von Waren an Huawei zu erteilen.

Am Mittwoch erklärte ein US-Beamter Reuters, dass man rund 300 Lizenzanträge erhalten habe, von denen etwa die Hälfte bearbeitet worden seien. Etwa die Hälfte davon - oder ein Viertel der Gesamtsumme - sei genehmigt und alle anderen abgelehnt worden.

Brad Smith, President und Chief Legal Officer von Microsoft, hatte den Umgang der US-Regierung mit Huawei als unamerikanisch bezeichnet. Solche Boykottmaßnahmen sollten nicht ohne eine "solide Grundlage an Beweisen, Logik und Rechtsstaatlichkeit" ergriffen werden, sagte Smith.

Durch den Boykott kann Huawei zwar noch Smartphones mit Android, aber ohne Google-Dienste wie den Play Store oder Google Maps verkaufen. Der Nutzer müsste die Google-Dienste selbst installieren. Google lehnte es in dieser Woche ab, den Vorgang zu kommentieren.

 (asa)


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