Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/medienbericht-twitch-plant-spielestreaming-ab-2020-1911-145141.html    Veröffentlicht: 21.11.2019 15:04    Kurz-URL: https://glm.io/145141

Medienbericht

Twitch plant Spielestreaming ab 2020

Neben Stadia von Google und Project Xcloud will offenbar ein weiterer Konzern ins Geschäft mit Spielestreaming einsteigen: Amazon soll über seinen Ableger Twitch entsprechende Pläne für 2020 haben.

Bereits Anfang 2019 gab es Hinweise darauf, das sich Amazon mit dem Thema Spielestreaming beschäftigt. Nun schreibt das Magazin Cnet mit Bezug auf zwei Insider, dass die Pläne weit fortgeschritten seien. Das zu Amazon gehörende, auf Gaming spezialisierte Videoportal Twitch habe Mitarbeiter von anderen Firmen abgeworben und innerhalb von Amazon Web Services (AWS) nach geeigneten Angestellten gesucht. 2020 soll das Projekt vorgestellt werden.

Bislang gibt es keine weiteren Informationen zu dem Thema, Amazon selbst hat sich nicht öffentlich geäußert. Es liegt aber nahe, dass das Unternehmen ebenfalls im Bereich Spielestreaming aktiv wird. Über Twitch erreicht es bereits viele Millionen potenzielle Kunden. Besondere Chancen könnte Amazon Prime bieten, etwa indem Spielestreaming als Teil des Abos vermarket wird.

Mit einem eigenen Entwicklerstudio namens Amazon Game Studios arbeitet der Konzern an einem MMORPG auf Basis von Der Herr der Ringe; Bildmaterial oder Informationen über den Inhalt gibt es bislang nicht. Außerdem entsteht eine Reihe weiterer Titel, darunter ein umstrittenes Spiel namens New World, das als Szenario die Erkundung und Eroberung von Amerika im 17. Jahrhundert zum Thema hat - allerdings in Fantasyform.

Mit Amazon macht sich ein neuer Konkurrent im boomenden Markt des Spielestreamings bereit. Gerade erst ist die kostenpflichtige Pro-Version von Google Stadia an den Start gegangen, das kostenlose Base-Angebot soll 2020 folgen. Ebenfalls 2020 will Microsoft sein hauseigenes Project Xcloud vorerst als geschlossene Beta nicht nur in den USA, Großbritannien und Südamerika, sondern auch in Westeuropa anbieten.

Vor allem aber soll das MS-Spielestreaming dann auch auf Windows 10 verfügbar sein, was es wesentlich interessanter macht als mit der bisherigen Beschränkung auf Android. Wie es langfristig mit Xcloud weitergeht, hat Microsoft noch nicht gesagt. Vermutlich wird es in irgendeiner Form auch mit der nächsten Xbox verzahnt, die Ende 2020 auf den Markt kommen soll.

Sony hat schon seit einigen Jahren einen eigenen Dienst namens Playstation Now, der kürzlich mit Blockbustern wie God of War stark aufgewertet wurde, gleichzeitig wurde der monatlich fällige Preis gesenkt. Weitere Anbieter sind Nvidia mit Geforce Now und Blade Shadow.

 (ps)


Verwandte Artikel:
Tolkien: Amazon entwickelt MMO auf Basis von Der Herr der Ringe   
(10.07.2019, https://glm.io/142479 )
Cloud-Storage: AWS verdient nur durch Datentransferkosten Millionen   
(23.10.2019, https://glm.io/144565 )
Videoportal: Youtube wirbt Spielestreamer Courage von Twitch ab   
(05.11.2019, https://glm.io/144801 )
Fire TV Blaster: Mit Fire TV Fernseher und Soundbar mit der Stimme steuern   
(19.11.2019, https://glm.io/145084 )
IMHO: Stadia will erstmal nur spielen   
(21.11.2019, https://glm.io/145134 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/