Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/darsteller-paypal-stellt-dienste-fuer-pornhub-ein-1911-145020.html    Veröffentlicht: 15.11.2019 17:10    Kurz-URL: https://glm.io/145020

Darsteller

Paypal stellt Dienste für Pornhub ein

Paypal wickelt keine Zahlungen mehr für Darsteller auf Pornhub ab. Die Begründung dafür klingt undurchsichtig.

Paypal wird Zahlungsabwicklungen für die Plattform Pornhub einstellen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine Stellungnahme des Unternehmens. "Nach einer Überprüfung haben wir festgestellt, dass Pornhub bestimmte geschäftliche Zahlungen über Paypal getätigt hat, ohne unsere Erlaubnis einzuholen. Wir haben Maßnahmen ergriffen, um diese Transaktionen zu verhindern", heißt es in einer E-Mail von Paypal.

Pornhub, das zu Mindgeek mit Hauptsitz in Luxemburg gehört, erklärte in seinem Blog, man sei "am Boden zerstört von der Entscheidung von Paypal, die Auszahlungen an mehr als hunderttausend Künstler einzustellen, die sich für ihren Lebensunterhalt auf sie verlassen".

Sexdarsteller bekommen ihre Zahlungen jedoch auch oft über Kreditkarten, die speziell für die Bereiche herausgegeben werden. Darsteller aus Europa sollen ihre Zahlungsanweisungen auf Direct Debit umstellen, kanadische und US-Models auf Direct Deposits.

Nach Angaben des Adult-Branchenmagazins Xbiz ist Mindgeek der größte Onlineporno-Konzern der Welt, zu dem auch ein Werbenetzwerk und große professionelle Pornostudios gehören. Das luxemburgische Unternehmen hat Niederlassungen in Zypern, Kanada, den USA, Großbritannien und Rumänien. Mindgeek betreibt sehr große Tube-Seiten und andere Pornoangebote, darunter Pornhub, Redtube und Youporn sowie Filmproduktionsfirmen wie Brazzers, Digital Playground, Men.com, WhyNotBi.com, Reality Kings und Sean Cody.

Die Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfalen will gegen in Deutschland populäre ausländische Anbieter von Onlinepornografie vorgehen. Die Medienwächter vermuten einen Verstoß gegen den Staatsvertrag zum Jugendmedienschutz, weil die Anbieter bei den Nutzern keine Altersüberprüfung vornehmen. Wer die Webadresse eingibt, ist sofort mit harter Pornografie konfrontiert.

 (asa)


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