Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/grounded-angespielt-ameisenarmee-statt-rollenspielepos-1911-145001.html    Veröffentlicht: 15.11.2019 07:44    Kurz-URL: https://glm.io/145001

Grounded angespielt

Ameisenarmee statt Rollenspielepos

Das eigentlich auf klassische Rollenspiele spezialisierte Entwicklerstudio Obsidian Entertainment hat ein ungewöhnliches Survivalgame vorgestellt: In Grounded kämpfen Spieler im Miniformat gegen Ameisen und Marienkäfer.

Rote Ameisen sind gefährlich. Vor allem dann, wenn sie ungefähr so groß sind wie wir - und uns gegenüberstehen. In Grounded ist es Alltag, von Insekten angegriffen zu werden. Das Survivalgame stammt von dem Studio Obsidian Entertainment, das sonst für klassische Rollenspiele wie das Ende Oktober 2019 veröffentlichte The Outer Worlds (Test auf Golem.de) bekannt ist.

Mit Grounded macht das zu Microsoft gehörende Studio einen Abstecher ins Genre der Überlebensspiele. Während der Grafikstil eher jüngere Zielgruppen ansprechen dürfte, ist das Gameplay komplex. Wir treten allein oder mit bis zu drei Mitstreitern in einer offenen Welt an - als rund ein Zentimeter kleine Hauptfigur, die durch Wälder aus Gras statt aus Bäumen läuft.

Bei einer Veranstaltung von Microsoft spielten wir einen 15 Minuten langen Einsatz. Den Großteil der Zeit verbrachten wir mit dem Erkunden der Umgebungen, vor allem dem Aufbau einer kleinen Siedlung. Die sollte stark genug sein, um dem angekündigten Großangriff einer Ameisenarmee standzuhalten.

Um zurückschlagen zu können, sammelten wir auf den Boden gefallene Grashalmstückchen, um daraus die Siedlung zu bauen: möglichst starke Außenmauern, eine Tür und ähnliches. Innen können wir an einer Werkbank unsere Ausrüstung verbessern und an der Feuerstelle Heil- und Verstärkungstränke brauen.

Dazu benötigen wir die passenden Rohstoffe. Um etwa eine bessere Rüstung zu basteln, brauchen wir unter anderem Stückchen aus herumliegenden Ahornnüssen. Diese können wir aber nur mit einem Hammer herausschlagen. An dieses Werkzeug gelangen wir, wenn wir zuerst andere Rohstoffe beschaffen.

In Grounded treten wir aus der Ich-Perspektive an, gekämpft wird in Echtzeit - wenn wir vor einer Ameise stehen, hauen wir also möglichst schnell und fest mit unserem Speer oder der Axt zu. Die Sekrete, die eine Ameise beim Ableben im Spiel hinterlässt, können wir sammeln - was sich damit machen lässt, wissen wir nicht. Die Entwickler kündigten an, dass ihr Werk möglicherweise irgendwann einen Player-versus-Player-Modus erhalten könne, das sei aber noch nicht entschieden.

Grafisch machte die sehr frühe Version von Grounded einen soliden Eindruck. Es gibt einen dynamischen Tag- und Nachtwechsel. Vor allem aber sieht die Welt mit all ihren Insekten, Pflanzen und weiteren Extras originell aus. Überall liegen von Menschen weggeworfene Dinge herum, etwa aus Spielersicht riesengroße Plastikpuppen, Bälle oder Milchtüten. Grounded soll gleichzeitig für Xbox One und Windows-PC als Download erscheinen, und zwar Anfang 2020 im Early Acces unter anderem über Xbox Game Pass und Steam.

Das für Obisidan Entertainment ungewohnte Spiel entsteht übrigens nicht auf Wunsch von Microsoft. Die Entwicklung begann bereits vor der Übernahme Mitte 2018. Für Grounded ist nur ein kleines Team zuständig, viele der anderen Mitarbeiter des Studios arbeiten an klassischen Rollenspielen, die in nicht zu ferner Zukunft vorgestellt werden sollen.

 (ps)


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