Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/gerek-europaeische-regulierer-offen-fuer-neuen-routerzwang-1911-144994.html    Veröffentlicht: 14.11.2019 16:58    Kurz-URL: https://glm.io/144994

GEREK

Europäische Regulierer offen für neuen Routerzwang

Noch bis zum 21. November läuft die Beratung über die Endgerätefreiheit in Europa. Doch die Europäischen Regulierungsstellen sind auch offen für die Interessen der Netzbetreiber, und die sind für Routerzwang.

Der Verbund der Telekommunikations-Endgerätehersteller (VTKE) warnt davor, dass die europäischen Regulierungsstellen die Abschaffung der Routerfreiheit ermöglichen wollen. Das gab der VTKE bekannt. Das Gremium für elektronische Kommunikation (GEREK, englisch BEREC) hatte unlängst einen ersten Vorschlag für Leitlinien (PDF) zur Festlegung des Netzabschlusspunktes veröffentlicht, zu dem bis zum 21. November Stellung genommen werden kann.

"In einem Entwurf der Leitlinien skizzieren die Regulierer drei unterschiedliche Ansätze. Entweder ist der Netzabschlusspunkt die Dose an der Wand. Bei der Variante B endet das Netz beim Modem. Variante C umfasst neben dem Modem auch den Router, der das interne Heimnetzwerk aufspannt", erklärte der VTKE.

Die Netzbetreiber wünschen sich Variante B oder C, denn dann müssten die Geräte wieder vom Betreiber gestellt werden. Die Branche zeigt sich geschlossen: In einem gemeinsamen Positionspapier, das kleine und große Netzbetreiber unterzeichnet haben, wird behauptet, die bestehende deutsche Regelung zum Netzabschlusspunkt sei europarechtswidrig, weil nicht der Gesetzgeber, sondern Regulierungsbehörden zuständig seien.

Im jetzigen Entwurf erlaubt BEREC den Providern, aus beliebigen technischen Gründen ein providerseitiges Modem als Netzabschlusspunkt zu verlangen. Dies hätte die Konsequenz, dass eine Kombination etwa aus Modem und Router nicht mehr zulässig wäre. Die Netzbetreiber arbeiten schon jetzt an Kombi-Produkten, die dann um einen Ausgang zu einem Fremdrouter ergänzt werden. So würde durch die Hintertür der Routerzwang wieder eingeführt.  (asa)


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