Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/raumfahrt-spacex-testet-notfalltriebwerke-des-crew-dragon-1911-144979.html    Veröffentlicht: 14.11.2019 11:33    Kurz-URL: https://glm.io/144979

Raumfahrt

SpaceX testet Notfalltriebwerke des Crew Dragon

Der Test ist wichtig und wurde mit Spannung erwartet. SpaceX hat die Triebwerke getestet, die den Crew Dragon in einem Notfall von der Rakete wegbringen soll. Beim letzten Test war die Raumfähre explodiert.

Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat die Notfalltriebwerke seiner Transportkapsel Crew Dragon getestet. Die Triebwerke gehören zu dem Rettungssystem, das die Kapsel in einem Notfall von der Rakete wegbringen soll.

Der Bodentest, der am Mittwoch um kurz nach 21 Uhr unserer Zeit auf dem Raketenstartplatz Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida stattfand, verlief erfolgreich. Er war Voraussetzung für einen Test des Systems im Flug. Dieser wiederum ist Voraussetzung für den ersten bemannten Flug des Crew Dragon zur Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS). Unbemannt war die Kapsel bereits im Frühjahr auf der Station.

Bisher hat SpaceX das Fluchtsystem am Boden getestet: 2015 führte das Unternehmen einen Pad-Abort-Test durch, bei dem die Kapsel ohne Rakete auf der Startrampe stand. Die Raketentriebwerke des Crew Dragon wurden gezündet, die Kapsel hob ab und flog davon. Sie wasserte anschließend im Meer.

Weniger erfolgreich verlief ein Bodentest im April dieses Jahres, als eines der acht Notfalltriebwerke der Kapsel explodierte. Unfallursache war das Versagen eines Rückschlagventils.

Das Fluchtsystem besteht aus acht Super-Draco-Triebwerken. Es sind druckgeförderte Triebwerke. Das bedeutet, sie haben keine Pumpen, um den Treibstoff in die Brennkammer zu befördern, sondern die Treibstofftanks werden mit Helium unter hohen Druck gesetzt. Der Treibstoff besteht aus zwei Komponenten, die zünden, wenn sie in Kontakt kommen.

Nach dem statischen Triebwerkstest werde SpaceX zusammen mit der US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (Nasa) die gewonnenen Daten analysieren, um einen Test des Fluchtsystems während des Flugs vorzubereiten, teilte SpaceX per Twitter mit. Der könnte bereits im Dezember stattfinden, so dass der Crew Dragon erstmals in den ersten Monaten des kommenden Jahres bemannt zur ISS fliegen könnte.

Das sogenannte Commercial Crew Program der Nasa, das vorsieht, dass die privaten Raumfahrtunternehmen Boeing und SpaceX den Transport von Astronauten zur ISS und wieder zurück übernehmen, ist stark im Verzug: 2014 hatte die Nasa SpaceX und Boeing 2014 mit der Entwicklung von Raumfähren beauftragt, die Astronauten zur ISS und wieder zurück zur Erde bringen. Die ersten bemannten Flüge waren für 2017 geplant. Experten warnten jedoch Ende vorvergangenen Jahres vor möglichen Sicherheitsmängeln an den beiden Raumfähren.

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