Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sparvorwahlen-tele2-feiert-rettung-von-call-by-call-1911-144967.html    Veröffentlicht: 13.11.2019 16:45    Kurz-URL: https://glm.io/144967

Sparvorwahlen

Tele2 feiert Rettung von Call-by-Call

Verbände und die Deutsche Telekom haben sich auf die freiwillige Weiterführung von Call-by-Call und Pre-Selection verständigt. Es gibt immer noch Nutzer dieser Sparvorwahlen.

Die schwedische Tele2 hat das Abkommen zwischen Branchenverbänden und der Deutschen Telekom begrüßt, nach dem Call-by-Call und Pre-Selection freiwillig bis zum Jahr 2022 ermöglicht werden. Das gab das Unternehmen am 13. November 2019 bekannt. "Auch heute, mehr als 20 Jahre nach der Einführung auf dem deutschen Markt, haben Sparvorwahlen nach wie vor eine Bedeutung: Pro Jahr telefonieren immer noch Millionen Menschen etwa fünf Milliarden Minuten darüber", sagte Tele2-Geschäftsführer Steffen von Alberti.

Mit dem Aufkommen neuer Angebote im Markt wie Flatrates, Whatsapp und Mobilfunkkommunikation sank die Nutzerzahl in den vergangenen Jahren. Dennoch sind es noch circa 90 Anbieter, die vor allem günstige Tarife ins Ausland oder in Mobilfunknetze anbieten.

Die EU-Kommission hatte im vergangenen Jahr entschieden, dass Call-by-Call und Preselection im europäischen Binnenmarkt keine wichtige Rolle mehr spielen und in Europa weitgehend durch Internetkommunikation abgelöst worden seien. Von Alberti betonte: "Der letzte Konsultationsentwurf der Bundesnetzagentur vom Juli 2019 besiegelte das Aus."

Die Rettung sei allein den Bemühungen verschiedener Branchenvertreter zu verdanken, die das Gespräch mit der Telekom gesucht hätten. Die Telekom hatte die Einigung mit dem Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) und dem Deutschen Verband für Telekommunikation und Medien (DVTM) geschlossen.

Bei Call-by-Call oder Preselection wird für einzelne Telefongespräche mit der Vorwahl einer 010xx-Nummer den Telekom-Kunden ermöglicht, einen anderen Verbindungsnetzbetreiber auszuwählen, der das Gespräch durch sein Netz durchleitet und mit dem Endkunden abrechnet.

DVTM-Vorstand Renatus Zilles sagte: "Mit diesem geordneten Übergang wird auch die IP-Transformation der alten PSTN-Netze vorangetrieben."

 (asa)


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